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Geknechteter Wille Historischer Roman von Eynatten, Carola von (eBook)

  • Verlag: Books on Demand
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Geknechteter Wille

Eine mörderische Angelegenheit: ... "Natürlich bin ich auf ich alles eingegangen", sagte er zum Schluß. "Ich glaube allerdings nicht an die schrankenlose Macht und die ungeheure Verbreitung der 'Menschenretter', deren sich dieser Iwan Feodorowitsch rühmt, zumeist wohl, um mich einzuschüchtern und gefügig zu machen. Aber ich glaube an ihre ungeheure, schrankenlose Verderbtheit und Gewissenlosigkeit, die sie zu jeder Tat gemeinster Niedertracht befähigt, denn des armen Paul Petrowitschs trauriges Ende ist ein glänzender Beweis dafür. Dein Leben darf ich nicht aufs Spiel setzen." Ich erwiderte, daß ich mich nicht fürchtete, daß derartige Drohungen weit leichter auszusprechen, als zu verwirklichen wären, namentlich in Westeuropa, und daß ich es vorzöge, mich der Gefahr des Ermordetwerdens auszusetzen, als mich für eine so lange Zeit von ihm zu trennen. ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 268
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783746062679
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 1100kBytes
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Geknechteter Wille

1. Kapitel

Der K. K. Legationssekretär Graf Agenor Hartens vom Ministerium des Äußern in Wien ging schon seit einer ganzen Weile vor einem eleganten Taschnerladen in der Straße Unter den Linden auf und ab. Zuweilen blieb er auch vor den beiden riesigen Schaufenstern stehen und besah die Warenausstellung.

Er stand eben wieder davor, als eine zweispännige Droschke vorfuhr. Eine vornehm aussehende Dame stieg aus. Höchster, doch diskreter Schick.

So flink huschte sie an ihm vorüber, daß sich die Ladentür schon hinter ihr schloß, ehe er Zeit gehabt, mehr in sich aufzunehmen, als das Gesamtbild ihrer Erscheinung.

Er schaute ihr betroffen nach.

Wenn das nicht die Orlowski war - dann - dann hatte sie in Berlin eine Doppelgängerin!

Schnell zog er die Uhr - drei Uhr durch! Genau die Zeit, zu der ihn die geheimnisvolle Briefkarte von gestern Abend hierher bestellte! - Doch - Fürstin Lisaweta und eine derartige Bestellung - - -? - Lächerlich! - Wie sollte sie auch nach Berlin kommen - wie sollte sie um sein Hiersein wissen? Verwirrende Fragen! - Er mußte Klarheit gewinnen!

Und ohne sich länger den Kopf anzustrengen, trat er in den Laden.

Sofort stand ein Verkäufer vor ihm, der sich zuvorkommend nach seinen Wünschen erkundigte.

Ein zerstreutes: "Sehr gut - später!" und der Graf war an ihm vorüber. Er hatte nur Augen für die blonde Dame am Ladentisch.

Sie war's!

Verblüffend!

Er trat an ihre Seite und begrüßte sie: "Sie hier, Fürstin -? Das grenzt an ein Wunder!"

Sie wendete hastig den Kopf und ein schwer festzustellender Ausdruck ging durch ihre Züge. War es unangenehme Überraschung - war es noch mehr - war es Schreck? - Freilich, es konnte auch eine gut gespielte kleine Komödie sein, bestimmt, ihn von der richtigen Spur abzulenken!

Sie hatte sich aber sofort wieder gefaßt.

"Wenn ich an Erscheinungen glaubte, würde ich Sie dafür halten, Graf Hartens! - Mittwochabend haben wir uns noch bei der Westernheim getroffen, Sonnabendnachmittag stehen wir, Wiedersehen feiernd, auf Berliner Pflaster!" Dabei streckte sie ihm kameradschaftlich eine in einem hellen dänischen Handschuh steckende Hand entgegen.

Er küßte die Hand.

"Bei mir ging's Hals über Kopf. Donnerstag um zehn Uhr kam die Order, Freitag Frühstück in Berlin", antwortete er.

"So, sind Sie dienstlich hier?"

Er verbeugte sich.

"Doch nicht an die hiesige Botschaft beordert? Das täte mir ehrlich leid, obwohl ich es Ihnen gönnte?"

Ein leises Leuchten ging durch sein hübsches Gesicht.

"Zu gnädig, Fürstin. - Nein, ich bin in besonderer Mission gekommen."

"O! - das freut mich noch mehr für Sie, es ist ein großer Vertrauensbeweis!"

Wieder verneigte er sich dankend.

"Darf ich fragen, was gnädige Fürstin nach Berlin führte? - Ich traute vorhin meinen Augen nicht!"

Die Dame lächelte.

"Bei mir ging's auch blitzgeschwind. Eine Depesche unseres Vetters Nikolaus Nikolajewitsch Scheragin rief mich hierher. Er wünschte mich in Familienangelegenheiten zu sprechen, wurde aber durch ein Unwohlsein seines einzigen Kindes zu Hause festgehalten. - Wie lange bleiben Sie in Berlin, Graf?"

Nur noch bis zum Nachtschnellzug 11.13. Wäre es nicht strikte Order, unmittelbar nach Erledigung der Geschäfte die Rückreise anzutreten, so würde ich mir die Erlaubnis erbeten haben, Fürstin auf der Heimfahrt begleiten zu dürfen", sagte Hartens mit einem sehr ausdrucksvollen Blick.

Fürstin Lisaweta Orlowski hatte es ihm "angetan".

"D

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