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Gesammelte Märchen und Sagen: Die schönsten Märchen (57 Märchen) + Rheinsagen (48 Sagen) + Deutsches Sagenbuch (1000 Sagen) + Märchen mit Bildern und Zeichnungen (47 Märchen) von Bechstein, Ludwig (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.04.2014
  • Verlag: e-artnow
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Gesammelte Märchen und Sagen: Die schönsten Märchen (57 Märchen) + Rheinsagen (48 Sagen) + Deutsches Sagenbuch (1000 Sagen) + Märchen mit Bildern und Zeichnungen (47 Märchen)

Dieses eBook: 'Gesammelte Märchen und Sagen: Die schönsten Märchen (57 Märchen) + Rheinsagen (48 Sagen) + Deutsches Sagenbuch (1000 Sagen) + Märchen mit Bildern und Zeichnungen (47 Märchen)' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Ludwig Bechstein (1801/1860) war ein deutscher Schriftsteller, Bibliothekar, Archivar und Apotheker. Er ist heute vor allem durch die von ihm herausgegebene Sammlung deutscher Volksmärchen bekannt. Inhalt: Die schönsten Märchen Rheinsagen Deutsches Sagenbuch Märchen mit Bildern und Zeichnungen

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 332
    Erscheinungsdatum: 27.04.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026813484
    Verlag: e-artnow
    Größe: 9236 kBytes
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Gesammelte Märchen und Sagen: Die schönsten Märchen (57 Märchen) + Rheinsagen (48 Sagen) + Deutsches Sagenbuch (1000 Sagen) + Märchen mit Bildern und Zeichnungen (47 Märchen)

Des kleinen Hirten Glückstraum
Inhaltsverzeichnis
Es war einmal ein sehr armer Bauersmann, der war in einem Dörflein Hirte, und das schon seit vielen Jahren. Seine Familie war klein, er hatte eine Frau und nur ein einziges Kind, einen Knaben. Doch diesen hatte er sehr frühzeitig mit hinaus auf die Weide genommen und ihm die Pflichten eines treuen Hirten eingeprägt, und so konnte er, als nur einigermaßen der Knabe herangewachsen war, sich ganz auf denselben verlassen, konnte ihm die Herde allein anvertrauen und konnte unterdessen daheim noch einige Dreier mit Körbeflechten verdienen. Der kleine Hirte trieb seine Herde munter hinaus auf die Triften und Raine; er pfiff oder sang manch helles Liedlein und ließ dazwischen gar laut seine Hirtenpeitsche knallen; dabei wurde ihm keine Zeit lang. Des Mittags lagerte er sich gemächlich neben seine Herde, aß sein Brot und trank aus der Quelle dazu, und dann schlief er auch wohl ein Weilchen, bis es Zeit war weiterzutreiben. Eines Tages hatte sich der kleine Hirte unter einen schattigen Baum zur Mittagsruhe gelagert, schlief ein und träumte einen gar wunderlichen Traum: Er reise fort, gar unendlich weit fort - ein lautes Klingen, wie wenn unaufhörlich eine Masse Münzen zu Boden fielen - ein Donnern, wie wenn unaufhörlich Schüsse knallten - eine endlose Schar Soldaten, mit Waffen und in blitzenden Rüstungen - das alles umkreisete, umschwirrte, umtosete ihn. Dabei wanderte er immerzu und stieg immer bergan, bis er endlich oben auf der Höhe war, wo ein Thron aufgebaut war, darauf er sich setzte, und neben ihm war noch ein Platz, auf dem eine schöne Frau, die plötzlich erschien, sich niederließ. Nun richtete sich im Traum der kleine Hirte empor und sprach ganz ernst und feierlich: "Ich bin König von Spanien." Aber in demselben Augenblick wachte er auf. Nachdenklich über seinen sonderbaren Traum trieb der Kleine seine Herde weiter, und des Abends erzählte er daheim seinen Eltern, die vor der Türe saßen und Weiden schnitzten, wobei er ihnen auch half, seinen wunderlichen Traum und sprach zum Schluß: "Wahrlich, wenn ich noch einmal träume, so gehe ich fort nach Spanien und will doch einmal sehen, ob ich nicht König werde!"
"Dummer Junge", murmelte der alte Vater, "dich macht man zum König, laß dich nicht auslachen!"
Und seine Mutter kicherte weidlich und klatschte in die Hände und wiederholte ganz verwundert: "König von Spanien, König von Spanien!"
Am andern Tag zu Mittag lag der kleine Hirte zeitig unter jenem Baume, und o Wunder! derselbe Traum umfing wieder seine Sinne. Kaum hielt es ihn bis zum Abend auf der Hut, er wäre gern nach Hause gelaufen und wäre aufgebrochen zur Reise nach Spanien. Als er endlich heimtrieb, verkündete er seinen abermaligen Traum und sprach: "Wenn mich aber noch einmal so träumt, so gehe ich auf der Stelle fort, gleich auf der Stelle."
Am dritten Tage lagerte er sich denn wieder unter jenen Baum, und ganz derselbe Traum kam zum dritten Male wieder. Der Knabe richtete sich im Traume empor und sprach: "Ich bin König von Spanien", und darüber erwachte er wieder, raffte aber auch sogleich Hut und Peitsche und Brotsäcklein von dem Lager auf, trieb die Herde zusammen und geraden Wegs nach dem Dorfe zu. Da fingen die Leute an mit ihm zu zanken, daß er so bald und so lange vor der Vesperzeit eintreibe, aber der Knabe war so begeistert, daß er nicht auf das Schelten der Nachbarn und der eignen Eltern hörte, sondern seine wenigen Kleidungsstücke, die er des Sonntags trug, in ein Bündel schnürte, dasselbe an ein Nußholzstöcklein hing, über

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