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Geträumte Welten - Anthologie fantastischer Autoren von Zörner, Daniela (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
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Geträumte Welten - Anthologie fantastischer Autoren

Geträumte Welten, große und kleine, locken und verführen ... Aber Vorsicht! Nichts ist so harmlos, wie es anfangs scheint. Ob im Schattenreich oder in der Götterwelt, in Manhattan oder im Wald - hinter Schein und Wahrheit klafft oftmals der Abgrund des Ungewissen. Was verschlägt eine Elbe nach Berlin? Welche Macht obsiegt über kaltblütige Gier? Wer erliegt dem Feenzauber? Wie lebt das kleine Volk von Nian? Zauberer, Werwölfe, Drachen, Götter und noch weit gefährlichere Wesen - zehn Autorinnen und Autoren laden ein zu fantastischen Träumereien ... Zehn Autoren präsentieren sich mit Kurzgeschichten, Vita und Buchprojekten in dieser Fantasy-Anthologie.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 179
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783742720634
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 830 kBytes
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Geträumte Welten - Anthologie fantastischer Autoren

Wunschzauberfluch

von

Daniela Zörner

Ein dunkler Schatten fiel durch die offen stehende Küchentür herein. "Das Kind gehört den Göttinnen. Sein Schicksal ist besiegelt", murmelte die Dorfhexe und humpelte davon.

Am späten Abend ihres von allen Menschen vergessenen 16. Geburtstags sitzt Birgit mal wieder bei weit geöffnetem Fenster bibbernd auf der harten Fensterbank. Im Zimmer herrscht völlige Finsternis. Sie hält Ausschau nach Orion, ihrem Lieblingssternbild, und, aber das würde sie angesichts ihres nun fortgeschrittenen Alters keinesfalls zugeben, linst nach Sternschnuppen.

Diese insgeheim besondere Nacht ihres Lebens führt jedoch etwas viel Bedeutenderes als Sternschnuppen herbei. Die Sterne selbst scheinen Birgit einen Schicksalsfaden hinab zu senden, dem die Elbe Elin folgt.

" Du wirst dich erkälten."

Angesichts der fremden, nahen Stimme in ihrem Zimmer dreht Birgit sich so ruckartig um, dass sie von der schmalen Fensterbank fällt und schmerzhaft auf den grauen Filzboden knallt. "Aaah, aua." Ihre Gedanken sprießen derweil ins sinnfreie Kraut, ihre Augen glotzen, ihr Mund öffnet sich ungebeten bis zum Gähnweitenanschlag. Die Erscheinung neben ihrem Klapptisch sieht aus wie Barbie im Hochzeitskleid für Fortgeschrittene. "Ist das ein Mensch? Eine zu groß geratene Fee?" Birgit versucht ihr Gedächtnis zu durchwühlen. "Eine weiße Hexe? Eine echte Zauberin? Oder - etwa ein Engel ohne Flügel? Dann wäre die einzig mögliche Erklärung: Ich muss gerade gestorben sein." Birgit runzelt die Stirn. "Nein, das wüsste ich dann bestimmt."

Vielleicht 30 Sekunden später erfasst Birgit das absolut Fantastische an der überwältigenden Erscheinung: "Si-ie leu-leuchtet!"

" Mein Name ist Elin. Ich bin eine Elbe." Ebenso nüchtern hätte sie sagen können: "Das Wetter bleibt frostig."

Das darauf folgende Schweigen dauert gefühlt so lange wie die große Pause in der Schule. So sehr sich Birgit bemüht, das ganze Gesicht des fremden Wesens zu erfassen, sieht sie einzig die seltsamsten Augen, in die sie je geblickt hat. Weder feindliche noch freundliche Augen. "Irgendwie komisch unergründlich" , denkt Birgit, während ihr Hinterkopf nach einer logischen Erklärung für die fantastische Szenerie sucht. "Ich muss auf der Fensterbank eingeschlafen sein." Gleichzeitig flirrt durch ihre Gedanken: "So merkwürdige Augen."

" Du, Kind, trägst Sternenlicht in dir."

Birgits Verstand merkt auf. "Das ist bloß wieder ein Albtraum über meine doofe Mutter!" Niemand sonst nennt sie ausschließlich Kind anstatt Birgit - oder, na ja, Igitt, in der Schule.

Wäre in dem Augenblick ein höchst selten vorkommender Halbelb anwesend, der ein winziges bisschen über Elben weiß, so könnte jener Halbelb das Mädchen warnen: "Elin verfolgt mühelos all die unausgesprochenen Gedanken in deinem Kopf." Doch niemand klopft an die Zimmertür, um Birgit über die peinliche Tatsache aufzuklären. Und die anwesende Elin hält derlei Offenbarung für überflüssig. Elben geben höchst ungern Geheimnisse preis. Auch sonst sind die Lichtgeschöpfe sehr zugeknöpft.

Gerade weist besagte Elbe mit ausgestrecktem Leuchtarm auf die noch herunter geklappte Arbeitsplatte. Buchstäblich aus dem Nichts erscheint dort im schemenhaften elbischen Licht ein Gegenstand. Birgit japst. Gleichzeitig flammt die Deckenlampe auf.

Mäßig erstaunt, da sie fest an einen Traum glaubt, fragt Birgit: "Ein Buch?"

" Ein Geschenk für dich."

" Ein Geschenk? F

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