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Gitarrenblut von Oberpichler, Zepp (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.01.2011
  • Verlag: FUEGO
eBook (ePUB)
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Gitarrenblut

Will liebt Musik, gründet eine Band und lernt die Bühnen der Republik kennen. Er lernt auch Mädchen und Drogen kennen, doch 'seine Janis' namens Bea verliert er bevor es richtig losgeht. Ihr Selbstmord verstört ihn sehr und ihr zu Ehren möchte Will ein Tape aufnehmen, mit Songs die ihr hätten gefallen können. Dieses Tape braucht zirka zehn Jahre zur Fertigstellung, von Anfang 80 bis Anfang 90. Von Herman Broods 'Bad Blood' bis Nirvanas 'Smells like Teen Spirit'. Der zweite Roman von Zepp Oberpichler. Genauer gesagt ein Rock'n'Roll-Roman aus dem Ruhrgebiet (woher sonst?)

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 174
    Erscheinungsdatum: 28.01.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783862870080
    Verlag: FUEGO
    Größe: 565 kBytes
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Gitarrenblut

II

Bad Blood

"You better take a good look

down this road

see if it's bright enough for you -

Bad Blood."

Herman Brood, Bad Blood

Es war eine weinrote Lady von 1967, die Will an diesem Abend die Nase plättete.

Hideaway, der Boogielauf auf A, du dudeldido du dudeldidodudodeldido dodeldidodeldido. Fritz drehte sich über seinen rechten Absatz um 150 Grad, und zack: landete die Kopfplatte der Gitarre Marke Gibson mit der Modellnummer 335 mitten in Wills Gesicht. Blut spritzte quer durch den ganzen Proberaum bis kurz vor Rüdigers Verstärker, über den er die Mundharmonika durch sein Mikro in die Welt spie. Sein Mikro war etwas ganz Besonderes, hatte er im Hafen von einem Seefahrer gekauft, zumindest erzählte Rüdiger das gern. Rüdiger war Schreiner im dritten Lehrjahr und hatte sogar ein kleines Holzköfferchen gebaut. Für sein heiliges Mikro, die alte Fahrradlampe.

Will rannte die drei Stufen zur Toilette hoch und ließ es einfach ins Waschbecken tropfen. Dipp, dipp, dipp, im Sekundentakt. Minispritzer verteilten sich im ganzen Becken, an der Wand, auf seinem T-Shirt. Wills T-Shirt, das mit Brian Jones drauf und dem Between The Buttons- Schriftzug, das einzige dieser Art in der vergessenen grauen Stadt. Vielleicht sogar das Einzige im ganzen Ruhrgebiet. Dipp, dipp, dipp, Wills Kopf lief leer, der Druck wich, er bereitete sich auf den Eintritt in die Welt des Schwindels vor.

Sein Körper wurde federleicht, die grauen Fugen zwischen den cremegelben Fliesen verschwammen vor seinen Augen, und plötzlich musste er an Claudia denken. Claudia, lange braune Haare, leicht zu große Nase und immer gestreifte Hosen an. Oder eben auch nicht.

An dem Freitag, Will war die vierzig Kilometer zu ihr mit dem Rad gefahren, hatte sie eine kleine Fete zu ihrem sechzehnten Geburtstag gegeben. Es gab Frikos von der Mama und ein Fass Bier vom Papa. Ein kleines nur, aber immerhin. Sonst gab es nur Bowle, mit Vanille-Eis. Das war natürlich nichts für die Jungs, die mit Will im kleinen Gartenhaus standen, dort, wo sich sonst die Besen und Harken befanden.

Claudia hatte extra eine kleine Theke aus frisch entmoosten Ziegelsteinen und einem grün gestrichenen Einschalbrett gebaut. Das Buffet stand auf einem Tapeziertisch. Zwischen den Schüsseln und Tellerchen lagen, wie mit lockerer Hand hingestreut, Blüten aus dem Garten. Claudias Freundinnen sorgten für schlappe Musik: Hubert Kah, Nena und als Oldie die Village People. "Kann man doch so gut darauf tanzen", meinte Gabi, Claudias beste Freundin. Will durfte Michel mit zur Fete bringen. Auf den war Gabi scharf und der hatte seine Platten dabei. Will lehnte es seit einiger Zeit grundsätzlich ab, seine Schallplatten zu Feten mitzubringen. Er hatte nicht nur Angst, dass ihm irgendwelche Musikkenner die Scheiben zerkratzen würden, sondern auch noch seinen ganz persönlichen Sündenfall von letztem Jahr im Hinterkopf.

Der jugendliche Verkehrsteilnehmer hatte sich mit seinem nicht motorisierten Zweirad zu seinem Bekannten T. in Duisburg-Huckingen begeben. Im Verlaufe des Besuches tranken die beiden Rockmusik-Fans einen Kasten Bier eines lokalen Erzeugers.

Gegen 2:30 Uhr trat der völlig betrunkene W. aus Duisburg-Großenbaum den Heimweg mit seinem Zweirad an. Um abzukürzen, fuhr W. in der Nähe des St. Anna-Krankenhauses über die dortigen Straßenbahnschienen und stürzte bei dem Versuch, diese zu passieren. Als Schaden wurden zwei zerbrochene Schallplatten und ein verbogener Lenker angegeben. Bei dem Sturz brach die Nase des jungen W. und musste in der nahe gelegenen Ambulanz versorgt werden. Auf die Frage nach dem Grund für seine unsinnige Gleisüberquerung s

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