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Glück auf! von Bürstenbinder, Elisabeth (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.11.2016
  • Verlag: e-artnow
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Glück auf!

Dieses eBook: 'Glück auf!' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Aus dem Buch: 'Das ganze sehr zahlreiche Beamtenpersonal der großen Berkow'schen Gruben und Bergwerke war in vollster Gala am Fuße der Terrasse des Wohngebäudes versammelt. Das schloßartige, im modernsten und elegantesten Villenstile erbaute Landhaus mit seiner reichen Façade, seinen hohen Spiegelfenstern und dem prachtvollen Eingangsportale machte schon an sich einen großartigen Eindruck, der durch die weiten geschmackvollen Gartenanlagen, welche es von allen Seiten umgaben, noch mehr gehoben wurde, zumal heute, wo Alles im Festgewande erschien. Man hatte augenscheinlich die sämmtlichen Treibhäuser entleert, um Treppenflure, Balcons und Terrassen mit dem reichsten Blumenflore zu schmücken....' Elisabeth Bürstenbinder (1838-1918) war eine deutsche Schriftstellerin. Sie schrieb unter dem Pseudonym E. Werner. Zeitgenossen galt Elisabeth Bürstenbinder als 'unbestrittene Beherrscherin der Damenlektüre'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 278
    Erscheinungsdatum: 29.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026870180
    Verlag: e-artnow
    Größe: 591 kBytes
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Glück auf!

2

Inhaltsverzeichnis

"Nun Gott sei Dank, jetzt endlich wären wir in Ordnung! Es war aber auch die höchste Zeit, in einer Viertelstunde können sie hier sein. Ich habe die Leute oben auf dem Hügel genau instruirt; sobald der Wagen auf der Höhe sichtbar wird, kracht der erste Böllerschuß."

"Aber, Herr Director, Sie sind ja heute ganz Eifer und Aufgeregtheit!"

"Sparen Sie doch Ihre Kräfte für den wichtigen Moment des Empfanges!"

"In Ihrer heutigen Stellung freilich, als Ceremonienmeister und Oberhofmarschall - -!"

"Sparen Sie Ihre Witzeleien, meine Herren!" unterbrach der Director ärgerlich die Spöttelnden. "Ich wollte, man hätte Einen von Ihnen mit diesem verwünschten Posten beehrt. Ich habe genug daran!"

Das ganze sehr zahlreiche Beamtenpersonal der großen Berkow'schen Gruben und Bergwerke war in vollster Gala am Fuße der Terrasse des Wohngebäudes versammelt. Das schloßartige, im modernsten und elegantesten Villenstile erbaute Landhaus mit seiner reichen Façade, seinen hohen Spiegelfenstern und dem prachtvollen Eingangsportale machte schon an sich einen großartigen Eindruck, der durch die weiten geschmackvollen Gartenanlagen, welche es von allen Seiten umgaben, noch mehr gehoben wurde, zumal heute, wo Alles im Festgewande erschien. Man hatte augenscheinlich die sämmtlichen Treibhäuser entleert, um Treppenflure, Balcons und Terrassen mit dem reichsten Blumenflore zu schmücken. Die kostbarsten und seltensten Gewächse, die sonst schwerlich mit der freien Luft in Berührung kamen, entfalteten hier ihre Farbenpracht und ihren Blüthenduft. Auf den weiten Rasenplätzen warfen die Fontainen ihren schimmernden Strahl hoch in die Lüfte, umgeben von dem ganzen sorgfältig gepflegten Schmucke des heimischen Frühlings in seinem ersten Erwachen, und vorn am Eingange öffnete eine riesige Ehrenpforte, mit Guirlanden und Fahnen verschwenderisch decorirt, ihr blumengeschmücktes Thor.

"Ich habe genug daran!" wiederholte der Director, indem er in den Kreis der übrigen Herren trat. "Da verlangt Herr Berkow einen möglichst glänzenden Empfang und glaubt Alles gethan zu haben, wenn er uns einen unbeschränkten Credit auf die Casse anweist, mit dem guten Willen der Leute rechnet er nie. Ja, wenn wir noch die Arbeiter von vor zwanzig Jahren hätten! Wenn es da einmal einen freien Tag gab, eine Festlichkeit und Abends Tanz, da brauchte man wegen des Vivatrufens nicht in Sorge zu sein, aber jetzt - passive Gleichgültigkeit auf der einen, offene Widersetzlichkeit auf der andern Seite; es fehlte nicht viel, so hätte man der jungen Herrschaft jeden Empfang überhaupt verweigert. Wenn Sie morgen nach der Residenz zurückkehren, Herr Schäffer, so könnte es nicht schaden, wenn Sie bei dem Bericht über unsere Festlichkeit gelegentlich einen Wink fallen ließen über das, was man dort nicht weiß oder nicht wissen will."

"Ich werde mich hüten!" entgegnete der Angeredete trocken. "Haben Sie etwa Lust, die Höflichkeiten unseres verehrten Chefs auszuhalten, wenn er etwas ihm Mißliebiges erfährt? Ich ziehe in solchem Falle eine möglichst weite Entfernung von seiner Person vor."

Die übrigen Herren lachten; es schien gerade nicht, als erfreue sich der abwesende Chef einer besonderen Ehrerbietung in ihrem Kreise.

"Also hat er die vornehme Heirath doch wirklich durchgesetzt!" nahm der Ober-Ingenieur das Wort. "Mühe genug hat er sich darum gegeben, und es ist doch wenigstens ein Ersatz für das Adelsdiplom, das man ihm bisher immer noch hartnäckig verweigerte, und worauf doch sein ganzes Dichten und Trachten gerichtet ist. Zum Mindesten hat er den Triumph zu sehen, daß der alte Adel keinen Anstoß mehr an seinem Bürgerthum nimmt; die Windegs verschwägern sich ja mit ihm."

Herr Schäffer zuckte die Achseln. "Denen blieb wohl überhaupt keine Wahl mehr! Die derangirten Verhältnisse der Familie sind kein Geheimniß in der Residenz. Ob es dem stolzen Baron gerade leicht gewo

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