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Glück in den Fingerspitzen von Loren, Elena (eBook)

  • Verlag: Romantik Verlag
eBook (ePUB)
10,99 €
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Glück in den Fingerspitzen

'Damals', begann Naemi stockend. 'Damals, als wir uns zufällig begegnet sind an Silvester. Ich weiß auch nicht, weshalb ich es getan habe. Ich meine, ich habe den Abend genossen, wirklich. Ich hätte dir sagen können, dass ich eine Beziehung habe, aber aus einem unerfindlichen Grund habe ich es nicht getan.' Naemis Welt ist scheinbar in Ordnung, bis ihre erste große Liebe Michael nach Jahren unverhofft in ihrer kleinen Bäckerei auftaucht. Die zufällige Begegnung mit Michael zeigt: Sie liebt ihn noch immer. Naemi ist klar: Ben und sie würden in wenigen Wochen heiraten. Bevor sie jedoch mit Ben glücklich sein kann, muss sie mit ihrer Vergangenheit abschließen - und sich auf Gefühle und Erinnerungen einlassen, die nicht nur sie über all die Jahre verdrängt hat. 'Glück in den Fingerspitzen' ist eine berührende Geschichte über Liebe, Schmerz und Glücklich sein.

Elena Loren, Jahrgang 1988, studierte Politik und Public Management und wohnt in der Schweiz. Sie führt gerne bei einem Glas Weißwein politische Diskussionen oder gibt sich mit 'Gitarre im Gepäck und Philip Malony in den Ohren' einem Tagtraum hin. Couscous liebt sie in allen Variationen und sie träumt davon, jedes Land der Welt zu entdecken.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783906246055
    Verlag: Romantik Verlag
    Größe: 1333kBytes
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Glück in den Fingerspitzen

1. Kapitel

Montag, 14. April

01:55 Uhr

"Autsch", fluchte Naemi, als ihr Fuß unsanft das Tischbein berührte. Sie tapste durch die dunkle Küche, auf der Suche nach ihrem Autoschlüssel. Wie so oft war sie vor ihrem Auto gestanden und hatte im Licht der Straßenlaterne ihre Schlüssel in der Handtasche gesucht nur um festzustellen, dass diese immer noch in der Wohnung sein mussten. Als sie ihre Schlüssel neben der leeren Kaffeetasse in der Küche entdeckte, seufzte sie und rannte zurück zu ihrem Auto.

Die Bergstraße, an die sich fünfzehn Einfamilienhäuser und zwei Wohnblöcke reihten, war menschenleer. Hier lebten hauptsächlich junge Familien und ältere Paare, weshalb nachts um zwei Uhr nur noch Katzen auf den Trottoirs herumstreunten. Seit zwei Jahren lebte sie nun hier und hatte sich längst an die gespenstische Stille gewöhnt.

Mit kalten, zittrigen Fingern steckte sie den Schlüssel in das Schloss und öffnete die Tür des alten VW, den sie sich vor gut einem halben Jahr geleistet hatte. Sie startete den Motor und gab Gas, sie war spät dran. Heute würde sie keine Rücksicht auf Frau Müller nehmen, die seit dreißig Jahren im ersten Stock des vorderen Hauses wohnte. Meist observierte diese die Straße zwölf Stunden am Tag und wusste über alle und jeden Bescheid.

Naemi schimpfte leise vor sich hin, während sie in die Hauptstraße einbog und verzweifelt versuchte, die Heizung in ihrem Auto aufzudrehen. Jede Nacht die gleiche Tortur: Ben konnte weiterschlafen, während ihr Wecker sie stets aus ihren friedlichen Träumen riss.

Nach einer Viertelstunde erreichte sie die ehemalige Industriezone der Stadt. In den fünfziger Jahren standen hier hauptsächlich graue Fabriken, die in den Achtzigern zu Diskotheken umfunktioniert wurden, deren neonfarbigen Leuchtschriften damals die Gegend erhellten. Viele der Gebäude wurden in der Zwischenzeit abgerissen und vor einigen Jahren entstanden modernste Bürokomplexe, die mit ihren überdimensionalen Fenstern versuchten, mit den neusten Architekturtrends mitzuhalten.

Anfangs fühlte sie sich an diesem Standort überhaupt nicht wohl; es gab keine Laufkundschaft und auch keine Senioren, die nachmittags durch die Straßen spazierten, um sich in einem Café zu treffen und den neusten Klatsch auszutauschen. Aber Ben hatte sie überzeugt, dass diese Lokalität für ein Start-up Unternehmen genau das Richtige sei. Die Miete war tragbar und die Lage in einem aufstrebenden Industriegebiet würde ihr neue Möglichkeiten eröffnen. Ben stellte ihr sogar das Kapital für die Gründung und das erste Halbjahr zur Verfügung. Er hatte ihr geholfen, ihren langgehegten Traum in die Wirklichkeit zu holen. Als sie vor anderthalb Jahren, mit heftig schlagendem Herzen, den Mietvertrag für ihre Bäckerei unterzeichnet hatte, war sie das erste Mal wieder glücklich gewesen und konnte für einen Augenblick den Schmerz der Vergangenheit vergessen.

Sie hatte gut einen Monat damit verbracht, den Raum, in welchem zuvor eine Metzgerei eingemietet war, in eine Bäckerei zu verwandeln. Sie hatte sich zwei Industriebacköfen und eine Profiküchenmaschine gekauft und die Wände in einem freundlichen hellgrün gestrichen. Auch hatte sie Trödelläden nach farbigen Stühlen abgesucht und eine kleine Sitzecke eingerichtet. Am Ende hatte sie alles in herrlich bunten Farben dekoriert.

Es war ihr schon von Anfang an klar gewesen, dass sie in ihrer kleinen Bäckerei die Menschen mit Cupcakes verzaubern wollte. Sie hatte dutzende Rezepte ausprobiert und neue Sorten kreiert, damit bei der Eröffnung Mitte November alles perfekt wäre.

Doch trotz gelungener Eröffnung lief es schlechter als erwartet. Sie musste feststellen, dass sie Nächte damit verbrachte, große Mengen an Cupcakes zu backen, um sie dann größtenteils an die Schweizer Tafel zu spenden, weil sie die Cupcakes nicht verkaufen konnte. Nach einem Monat reduzierte sie die Menge der Törtchen auf die Hälfte und musste sic

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