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Glow von Beauman, Ned (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.09.2014
  • Verlag: Hoffmann und Campe
eBook (ePUB)
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Glow

Smarte, junge Helden versuchen zwischen dem burmesischen Dschungel und dem Londoner Underground die Welt zu retten. Es geht um Geld, Macht und Drogen. Alles beginnt in einem Londoner Waschsalon, wo ein illegaler Rave in vollem Gang ist. Hier hört Raf von Glow, angeblich die beste Droge der Welt. Doch bevor er sie probieren kann, verliebt er sich Hals über Kopf in Cherish, Tochter einer Burmesin und eines amerikanischen Ingenieurs, der für den Minenkonzern Lacebark arbeitet. Ein höchst suspektes Unternehmen, wie Raf bald erfährt, das sehr an der Zusammensetzung von Glow interessiert ist und deshalb mit weißen Vans Jagd auf Burmesen macht. Doch auf welcher Seite steht Cherish? Und was haben die Füchse zu bedeuten, die plötzlich in ganz London auftauchen? Der "genialische Wunderkindautor" (Frankfurter Allgemeine Zeitung) Ned Beauman nimmt seine Leser mit auf einen literarischen Parforceritt.

Ned Beaumann wurde 1985 in London geboren und studierte in Cambridge. Er schreibt für zahlreiche Zeitungen und Magazine, u.a. den Guardian und den Daily Telegraph . Sein Debütroman Der Boxer erschien 2010. Sein zweiter Roman, Egon Loesers erstaunlicher Mechanismus zur beinahe augenblicklichen Beförderung eines Menschen von Ort zu Ort (2013), war für den Man Booker Prize nominiert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 08.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783455812695
    Verlag: Hoffmann und Campe
    Originaltitel: Glow
    Größe: 629kBytes
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Glow

London, England

Mai 2010
Tag 1

00:01 Uhr

Als er sie das erste Mal sieht, sitzt Raf auf einer Waschmaschine und will gerade ein Achtelgramm von irgendwas schlucken, bei dem es sich anscheinend um eine Mischung aus Speed, Glutamat und einem noch nicht zugelassenen Medikament gegen soziale Phobie bei Hunden handelt. So was in der Art hat Isaac ihm zumindest erklärt, aber die Musik im Waschsalon ist ziemlich laut, und Raf überlegt, ob er sich vielleicht verhört hat. Sie haben das Pulver auf zwei Zigarettenblättchen verteilt und sie dann oben verzwirbelt. Stramm gewickelte Päckchen, die ihn immer an Wan Tan mit Schweinefleisch erinnern, und Isaac hat schon eins runtergeschluckt, aber Raf hält seins immer noch in der Hand, weil er nicht aufhören kann, die junge Frau an der Tür anzustarren. Sie ist halb weiß und halb irgendwas anderes, Thai vielleicht; und sie hat so ein Gesicht, bei dem die gesamte Knochenstruktur von den Wangenknochen ausgeht, es erinnert ihn an eine 3 D-Computergrafik aus den Achtzigern, weil es aus der kleinstmöglichen Anzahl glatter, kantiger Flächen zusammengesetzt ist, nur dass hier Unordnung in die Scharfkantigkeit gerät, weil sich ein paar lange schwarze Haarsträhnen aus ihrer am Hinterkopf aufgesteckten Frisur gelöst haben; und sie hat einen kleinen Mund mit leicht aufgeworfenen Lippen, mit dem sie bestimmt gut Missbilligung vortäuschen kann, während sie sich in Wirklichkeit das Lachen verkneift; und sie trägt eine schwarze Kapuzenjacke mit offenem Reißverschluss über einem schlabbrigen grauen Hemd. Ungefähr sechzig Leute tanzen in der Schneise zwischen Raf und dieser Frau, es sieht aus wie ein U-Bahn-Waggon zur Rushhour, in dem alle im selben Rhythmus durchgeschüttelt werden, und Raf denkt darüber nach, sich den Weg freizukämpfen, um sie anzusprechen – "Willst du mich heiraten, jetzt sofort?" –, aber dann haut ihm Isaac mit einer Plastikflasche auf den Arm, um ihn anzutreiben. Ohne von der Beschattung abzulassen, nimmt er die Flasche, steckt sich die Rolle in den Mund, spült sie mit einem Schluck Wasser hinunter, beugt sich zu Isaac und brüllt ihm ins Ohr: "Was hast du gesagt, was da drin ist?"

"Was?"

"Was hast du gesagt, was da drin ist?"

"Speed, Glutamat und ein noch nicht zugelassenes Medikament gegen soziale Phobie bei Hunden."

"Was ist eine soziale Phobie?"

"Was?"

Die Anlage ist gar nicht besonders laut, aber der Raum ist so klein, dass sich die Höhen gegen die Wände pressen wie ein fettes Kleinkind in einem Kindersitz. "Was ist eine soziale Phobie?"

"Ich versteh nichts. Komm mit raus."

Raf folgt Isaac widerwillig nach draußen auf den kleinen gepflasterten Hof hinter dem Waschsalon, wo ein paar Leute reden und rauchen. In der Ecke liegt ein umgedrehter weißer Plastikstuhl von der Sorte, die sich schneller ausbreitet als Ratten; er liegt dort in der ungläubigen Haltung eines Gegenstandes, den eigentlich nichts umwerfen kann und der sich jetzt trotzdem umgeworfen sieht. "Was ist eine soziale Phobie?", fragt Raf noch mal. Von hier aus kann er die Frau nicht sehen.

"Vor allem Schüchternheit." In den letzten Jahren, erklärt Isaac, haben immer mehr amerikanische Tierärzte diese Störung bei Hunden diagnostiziert, und infolgedessen sind jetzt diverse konkurrierende Psychopharmaka auf den Markt gekommen. Was den Rest der Mischung angeht, hat er keine Erklärung für das Glutamat, vielleicht ist es zum Strecken da, aber warum sich die Hersteller bei der Wahl zw

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