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Hüte den Speer! von Maguire, Margo (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2015
  • Verlag: CORA Verlag
eBook (ePUB)
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Hüte den Speer!

Was für ein stattlicher Mann! Keelin stockt der Atem, als sie Lord Marcus de Grant zum ersten Mal begegnet. Nur ein Blick in seine Augen und sie ist verloren. Doch ihre Liebe scheint hoffnungslos. Denn Keelin, die Hüterin des heiligen Speers, muss zurück nach Irland. Dort wartet der Clan auf sie - und ihr Verlobter ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 01.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783733764951
    Verlag: CORA Verlag
    Größe: 1301 kBytes
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Hüte den Speer!

1. KAPITEL

Südlich von Chester, England

Winteranfang 1428

H ier und da drangen Sonnenstrahlen durch den dicht bestandenen Wald und leuchteten bis in die düsteren Winkel des Unterholzes. Es war spät am Nachmittag, und die Reiterschar eilte voran, um noch vor der Dunkelheit nach Wrexton Castle zu gelangen. Marcus de Grant ritt neben seinem Vater, der nun erneut ein Thema anschnitt, das Marcus Unbehagen bereitete.

Heirat.

"Es gibt auf Haverston Castle so viele bezaubernde junge Damen im heiratsfähigen Alter, Marcus", begann Eldred de Grant.

"Vater ..."

"Ich werde nicht jünger, mein Sohn, und du auch nicht", fuhr Eldred unbeirrt fort. "Eines Tages wirst du Graf von Wrexton sein, und ich wünsche mir für dich, dass du dann nicht alleine bist, sondern eine Gefährtin hast ... eine Gemahlin. Eine ehrenwerte Frau, so wie deine Mutter, meine Rhianwen."

Die Hoffnung seines Vaters entsprach auch Marcus' Wunsch, aber er hatte bisher noch keine Frau kennengelernt, bei der er sich ungezwungen geben konnte. Er fühlte sich in Gegenwart von Frauen unbeholfen und gehemmt und brachte lediglich mit den Gemahlinnen einiger Freunde ein Gespräch zu Stande. Sonst war er stets verlegen, wenn junge Damen von edler Herkunft zugegen waren, jene lieblichen und herausgeputzten, von Hofdamen und Bediensteten umringten Geschöpfe in Gewändern aus Samt und Seide, die gekonnt die Lippen schürzten, nichts von ihren sanften Rundungen verbargen und allerlei verworrene Wünsche äußerten.

Die Damen waren so zart und empfindlich. Und voller Geheim nisse . Marcus war ein Krieger und kein Höfling und hatte nicht die geringste Ahnung, wie man einer Dame den Hof machte. Hinzu kam, dass in seinem hünenhaften Körper eine solche Kraft steckte, dass er befürchtete, sie schon durch eine bloße Berührung zu verletzen.

"Eine Gemahlin, Onkel Eldred?", drängte sich Marcus' junger Vetter entrüstet in die Unterhaltung, als er nun auf gleicher Höhe neben den Männern ritt. Adam Fayrchild, ein ungestümer Bursche, war erst elf Jahre alt. Er hatte bereits vor geraumer Zeit seine Eltern verloren, und Eldred, ein ausgesprochen freigebiger und freundlicher Mann, hatte ihn aufgenommen, obgleich die Familie des Jungen nur entfernte Verwandte waren. "Wozu brauchen wir eine Gemahlin in Wrexton? Es ist doch alles geregelt, oder etwa nicht? Wir haben unsere Base Isolda, genügend Köche, jede Menge Bedienstete und ..."

"Ein Mann braucht einen Erben, mein lieber Adam", erwiderte Eldred lachend. "Eines Tages wirst du das verstehen, wenn dir die Dame deines Herzens begegnet."

" Wer soll mir begegnen?", fragte er, wobei er die mit Sommersprossen übersäte Nase rümpfte und nicht nachvollziehen konnte, warum der Graf gelacht hatte. "Onkel, in ganz Haverston gibt es kein Mädchen, das ich auch nur einen Tag lang ertragen könnte, ganz zu schweigen von einem ganzen Monat oder einem Jahr!"

Marcus lächelte, obwohl Adams Worte ihm bewusst machten, welche Einsamkeit er tief in seinem eigenen Herzen verspürte. Gewiss, er empfand eine enge Verbundenheit zu seinem Vater, und er hatte auch seinen frühreifen jungen Vetter schätzen gelernt. Aber in ihm war eine Leere, die sich umso schlimmer während der Hochzeitsfeierlichkeiten auf Haverston Castle bemerkbar gemacht hatte. Immer mehr seiner Freunde waren inzwischen verheiratet, und viele der jungen Paare erfreuten sich einer Verbundenheit, deren Tiefe Marcus nur erahnen konnte.

Doch solange er seine Schüchternheit bei Frauen nicht überwinden konnte, blieb ihm lediglich die Aussicht, sein Leben allein zu verbringen. Marcus wusste, dass er keineswegs unansehnlich war, aber Frauen wollten umworben werden. Sie wollten ...

Plötzlich fuhr er zusammen, als über ihm ein wilder Aufschrei die Stille des Waldes durchbrach. Dem Schrei folgte ein raues Kriegsgeheul,

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