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Hahnemanns Frau Historischer Roman von Bauer, Angeline (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.04.2013
  • Verlag: Aufbau-Verlag
eBook (ePUB)
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Hahnemanns Frau

Das unerhörte Leben der ersten Homöopathin. Durch eine rätselhafte Krankheit gerät Mélanie, eine junge, umschwärmte Pariser Malerin, in eine tiefe Krise. Sie ist überzeugt, daß ihr allein Samuel Hahnemann helfen kann, der Begründer der Homöopathie, der im fernen Köthen praktiziert. Als Mann verkleidet macht sie sich auf den gefährlichen Weg. Hahnemanns Töchter begegnen ihr überaus feindselig - besonders, als sie bemerken, daß ihr fast achtzigjähriger Vater sich in die elegante Künstlerin verliebt. Eine unerhörte und als ungehörig angesehene Liebesgeschichte beginnt. Ein spannender, auf historischen Begebenheiten basierender Roman über Frau, die gegen alle Widerstände für ihren Mann und dessen Lehre kämpft.

Angeline Bauer lebt als freie Autorin im bayerischen Grassau. Als Aufbau Taschenbuch erschienen bisher von ihr die historischen Romane 'Hahnemanns Frau' und 'Die Seifensiederin' sowie 'Die Närrin des Königs'. Nähere Informationen finden sich unter www.angeline-bauer.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 362
    Erscheinungsdatum: 07.04.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841206268
    Verlag: Aufbau-Verlag
    Größe: 1292kBytes
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Hahnemanns Frau

Die Reise nach Köthen

"Kutscher!" Es war eine Männerstimme, die hinter ihnen herrief. "Kutscher - halten Sie an!"

Die Postkutsche verringerte das Tempo. Mélanie beugte sich aus dem Fenster, um zu sehen, was los war. Als sie Dr. Pierre Doyen auf einem eleganten braunen Reitpferd erkannte, erschrak sie. Er war noch dreißig oder vierzig Meter entfernt, holte langsam auf.

Hastig zog sie sich vom Fenster zurück. Doyen hier! Was sollte das?

"So halten Sie doch an, Kutscher!" rief er nochmals.

Brust und Maul des Braunen schäumten vom schnellen Ritt.

Jetzt, wo die Kutsche fast stand, holte Doyen auf und parierte direkt neben ihr durch. Zweifellos war es Mélanie, nach der er suchte. Sie haßte es, daß er sich immer wieder in ihr Leben drängte und versuchte, ihr Schicksal zu bestimmen. Nun würde er in die Kutsche sehen, und natürlich würde er sie erkennen - trotz der Männerkleidung und der Perücke, die sie trug!

Um ihm zuvorzukommen, beugte sie sich ein zweites Mal aus dem Fenster, sah Doyen finster an. "Warum sind Sie mir nachgereist! Ich werde kein Wort mit Ihnen wechseln - nicht jetzt und nicht hier. Wenn Sie etwas von mir wollen, warten Sie, bis wir in Lagny sind und Rast machen."

Ein paar Sekunden starrte er sie verblüfft an. Seine dunklen Augen blitzten, die Kälte, die er ausstrahlte, ließ Mélanie schaudern. "Gut", sagte er schließlich. "Ich werde voraus reiten und Sie erwarten." Er gab dem Braunen die Sporen und ritt in gemäßigtem Galopp davon.

Aufatmend ließ sich Mélanie zurücksinken. Fürs erste war sie ihn los. Aber was würde folgen? Weshalb war er ihr nachgekommen?

Mélanie saß nicht allein in der Kutsche. Ein Ehepaar reiste mit ihr. Der abweisende Blick des Mannes streifte sie. Vermutlich hatte er erkannt, daß sie eine Frau war, die sich in Männerkleidern versteckte, aber er wahrte die Form und nannte sie Monsieur Gohier; so hatte sie sich ihm und seiner Begleiterin vorgestellt.

Die Frau hieß Sabine, ihr Gatte Charles Delacroix. Sie war vielleicht sechsundzwanzig, er mußte mindestens zehn, vielleicht zwölf Jahre älter sein. Das Gesicht, die ganze Gestalt der jungen Frau war schmal und blaß, ihre Augen waren seltsam glanzlos, und der Blick schien nach innen gerichtet.

So sehen nur Menschen aus, die ein großes Leid mit sich tragen und sich aufgegeben haben, dachte Mélanie bei sich. Kein Wunder an der Seite eines Mannes wie dieses Delacroix! Er war ein Tyrann, schikanierte seine Frau herum. Er hatte kein freundliches Wort für sie übrig, keine Geste der Achtung und Zuneigung.

Zwanzig Minuten später hielt der Kutscher vor der Poststation. Er hatte sein Signal auf dem Horn gespielt, jetzt rief er "Lagny!" vom Kutschbock herunter. "Sie können sich hier die Beine vertreten und sich im Gasthaus erfrischen!"

Delacroix zog eine Uhr aus seiner Westentasche, warf einen Blick darauf. "Ich gebe Ihnen fünfzehn Minuten, Madame", sagte er, ohne seine Frau anzusehen. Er stieg aus, sie kletterte ihm nach. Er half ihr nicht, obwohl ihre Röcke sie behinderten.

"Warten Sie, Madame!" Mélanie sprang aus der Kutsche und reichte ihr die Hand.

"Danke." Der Hauch eines Lächelns zeigte sich auf dem kränklichen Gesicht der Frau.

Während Sabine Delacroix ins Gasthaus ging, blickte Mélanie sich nach Doyen um. Zuerst entdeckte sie den Braunen, er wurde von einem Knecht versorgt. Dann sah sie Dr. Doyen ein Stück abseits an einem Baum lehnen. Er trank aus einem Krug und schaute zu ihr herüber.

M&eac

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