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Heimatkinder 46 - Heimatroman Maxl, das Waisenkind von Brunner, Christl (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.12.2016
  • Verlag: Martin Kelter Verlag
eBook (ePUB)
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Heimatkinder 46 - Heimatroman

Die Heimatkinder verkörpern einen neuen Romantypus, der seinesgleichen sucht. Zugleich Liebesroman, Heimatroman, Familienroman - geschildert auf eine bezaubernde, herzerfrischende Weise, wie wir alle sie schon immer ersehnt haben.

Es war Mittagszeit. Die Sonne stach heiß vom Himmel. Heuer meinte sie es besonders gut. Da litt Mensch und Vieh unter der Hitze, und der Schweiß rann oft schneller als die kleinen Gebirgsbäche, die schon halb ausgetrocknet waren. In der Gluthitze, nach dem Essen, ging keiner, der nicht unbedingt musste, nach draußen. Man machte ein kleines Nickerchen in der kühlen Stube. Die Arbeit lief nicht davon, und später, wenn die Schatten ein wenig länger geworden waren, da schaffte man dann umso fleißiger.
Selbst die Kühe auf den Wiesen suchten sich ein kühles Plätzchen und kauten melancholisch vor sich hin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 20.12.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783740911614
    Verlag: Martin Kelter Verlag
    Größe: 233 kBytes
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Heimatkinder 46 - Heimatroman

Es war Mittagszeit. Die Sonne stach heiß vom Himmel. Heuer meinte sie es besonders gut. Da litt Mensch und Vieh unter der Hitze, und der Schweiß rann oft schneller als die kleinen Gebirgsbäche, die schon halb ausgetrocknet waren. In der Gluthitze, nach dem Essen, ging keiner, der nicht unbedingt musste, nach draußen. Man machte ein kleines Nickerchen in der kühlen Stube. Die Arbeit lief nicht davon, und später, wenn die Schatten ein wenig länger geworden waren, da schaffte man dann umso fleißiger.

Selbst die Kühe auf den Wiesen suchten sich ein kühles Plätzchen und kauten melancholisch vor sich hin.

Aber wer ganz bestimmt nicht müde wurde, das war der Maxl, ein Waisenkind. Vater und Mutter waren ihm recht früh weggestorben. Zuerst der Vater, er war Holzfäller gewesen. Der Bub hatte noch in der Wiege gelegen, da war er von einem Baum erschlagen worden. Und Walburga, seine Frau, ein überaus zartes Geschöpf, hatte sich von diesem Schicksalsschlag nie richtig erholt. Seit sie den Mann auf den Gottesacker hinausgetragen hatten, war sie nie mehr richtig gesund geworden. Nach ein paar Jahren starb auch sie. Der Maxl hätte jetzt eigentlich in ein Heim gemusst. Aber da war noch sein Onkel Valentin Zenker. Er besaß einen stattlichen Hof im Ort, und so hatte er den Jungen seiner Schwester zu sich genommen. Das war doch Christenpflicht, wie er allen erzählte. Der Valentin mochte es gern, wenn man ihn lobte.

So lebte nun der Bub bei den Zenkers. Zu hungern brauchte er nicht, und kleiden taten sie ihn auch. Nur glücklich, also, richtig glücklich, war er nicht. Denn da war Sophie, die Frau vom Valentin Zenker, und die war dem Buben nicht ganz grün. Er bekam so manchen Knuff ab, wovon der Onkel nichts wusste. Sophie kam aus ärmlichen Verhältnissen und hätte eigentlich recht froh sein müssen, dass der Valentin sie damals heiratete, so ohne Mitgift. In der Brautzeit war sie ja auch dankbar gewesen. Aber man vergisst halt so schnell. Sophie gönnte dem Buben nicht das Essen und auch nicht die paar Hosen, die sie lieblos zusammennähte. Ja, und dann wurmte es sie, dass sie keinen Hoferben hatten.

Hat man noch so einen prächtigen Hof, dann natürlich erst recht. Aber die Sophie hatte nur vier Madel geboren. Die Gitti, Liesl, Monika und die Liesi. Und die waren nicht gerade die Beschlagendsten. Maxl war erst acht Jahre alt, aber ein gewieftes Bürschchen. Und weil er nicht viel zu lachen hatte, so streunte er den ganzen Tag wie eine herrenlose Katze herum. Überall und nirgends war er anzutreffen. Aber alle in Kirchreuth mochten den Bub recht gern.

Valentin Zenker hatte einmal vorgeschlagen, den Bub zu adoptieren, weil kein Hoferbe gekommen war. Aber da war er bei seiner Sophie an die Falsche geraten. Sie hatte zu heulen und zu keifen begonnen. Bis ins Dorf hatte man ihre Stimme gehört. Seither sprach der Onkel nicht mehr davon und dachte sich sein Teil.

Aber die Sophie war jetzt gewarnt und sann darüber nach, wie sie dieses Kuckucksei loswurde, ohne unbarmherzig zu gelten.

Im Augenblick saß sie in der kühlen Stube und nähte ein Kleidchen für Liesl. Der Mann lag auf dem Sofa und schnarchte. Widerwillig schielte sie zu ihm hinüber und dachte bei sich, sein eigen Fleisch und Blut will er für diesen ungeratenen Nichtsnutz verraten. Aber ich bin ja auch noch da, und ich werd es nicht zulassen.

Um die gleiche Zeit spazierte Maxl außerhalb des Dorfes dahin. Er war barfuß und bohrte die nicht gerade sauberen Zehen in den weißen Sand. Die Sonne stand senkrecht, aber das machte dem Buben nichts aus.

Gleich nach dem Essen hatte er sich auf den Weg gemacht. Vorhin war ihm nämlich eingefallen, dass er unbedingt beim Herler vorbeischauen musste. Dieser hatte nämlich einen prachtvollen Garten, und um diese Zeit wurden die Kirschen reif. Maxl wusste in dieser Beziehung genau Bescheid. Er wollte nämlich miternten, selbstverständlich, ohne dass der Herler es merkte.

Er hatte de

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