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Herbsttagebuch Roman von Hohlfeld, Kerstin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.07.2012
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Herbsttagebuch

Schneiderin Rosa findet ein uraltes Tagebuch. Es sind die Aufzeichnungen von Augusta von Liesen, einer lange verstorbenen Verwandten ihrer Freundin Vicki. Die Eintr"ge enden r"tselhaft und Rosa erf"hrt, dass Augusta urpl"tzlich gestorben ist. Sie will unbedingt herausfinden, was damals passiert ist. Zumal die alte Geschichte hochbrisante Auswirkungen auf die Gegenwart hat. Wird es ihr gelingen, das alte Familiengeheimnis aufzukl"ren und dabei Ordnung in ihr eigenes turbulentes Leben zu bringen? Kerstin Hohlfeld, geboren 1965, lebt seit ihrem Theologiestudium in Berlin. Nach einer Ausbildung an der Hamburger Schule des Schreibens und einem Drehbuchlehrgang an einer renommierten Medienakademie begann sie zu schreiben. 2007 gewann Kerstin Hohlfeld den EU-Drehbuch-Wettbewerb 'EuroWistdom'. 'Herbsttagebuch' ist der zweite Roman um die liebenswerte Tr"umerin Rosa Redlich.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 374
    Erscheinungsdatum: 09.07.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839239049
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 1337 kBytes
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Herbsttagebuch

1. Kapitel

Mgbl uluhgl dbualf oder: Wie alles begann.

"Tschüs, Rosa, bis Sonntagabend!" Vicki steht mit Rucksack und Umhängetasche bepackt an der Tür und winkt mir zum Abschied zu.

Ich umarme sie und gebe ihr ein Küsschen auf die Wange. "Viel Spaß und grüß Daniel von mir."

Das frischgetraute Ehepaar gönnt sich zwei Tage Auszeit in einem kuschligen Hotel an der Ostsee. Eigentlich wollten wir zu viert fahren, aber mein Freund Basti hat leider keine Zeit. Ohne ihn wollte ich die beiden nicht begleiten. Neuvermählte brauchen schließlich Zweisamkeit.

Ich schließe die Tür hinter meiner besten Freundin.

Vor mir liegt ein Wochenende voll Einsamkeit. Nach dem Trubel der letzten Zeit ist das eigentlich ganz schön. Ich kann ein wenig Atem holen und nebenbei schon mal ein paar Entwürfe zeichnen. Bastis Mutter, die Schauspielerin Eva Andrees, will tatsächlich wieder ein Abendkleid von mir. Die traut sich was. Nachdem ihr mein erstes Werk sozusagen unter dem Hintern weggeplatzt ist und das auch noch vor einem Millionen-Fernsehpublikum. Scheinbar hat meine Modenschau vor einigen Tagen sie davon überzeugt, dass ich doch eine ganz passable Schneiderin bin. An diesem Abend ist nämlich keine einzige Naht gerissen und Vicki hat in einem meiner Kleider sogar geheiratet !

Ich kann selbst kaum glauben, dass nach Monaten voller Pleiten, Pech und Pannen auf einmal alles so gut gelaufen ist.

Am nächsten Morgen waren tolle Fotos und Berichte in den Berliner Zeitungen und im Internet zu sehen. Es gab sogar ein Bild, auf dem ich mit Basti neben Eva Andrees stehe.

"Von dieser aufstrebenden Kleiderkünstlerin werden wir noch eine Menge hören", stand darunter. Nun hatte ich es schwarz auf weiß: Ich war vom Pechvogel zum Glückskind mutiert. Seitdem halten dicke Mercedes-Limousinen in der Weddinger Malplaquetstraße. Nach Geld riechende, mit teurem Schmuck behängte Damen stehen in Margret Sonnemanns schlichter Schneiderwerkstatt und verlangen ein Abendkleid von mir. Preis? Unwichtig! Hauptsache ein Unikat.

"Hoffentlich vertreiben die feinen Ladys nicht unsere Stammkundschaft", sagt meine Chefin nachdenklich.

"Glaube ich nicht. Eine waschechte Weddingerin lässt sich nicht so leicht vergraulen. Und wenn, dann liegt es an etwas anderem", antworte ich stirnrunzelnd.

Margret weiß sofort, worauf ich anspiele, und fängt schallend an zu lachen.

Der Grund für meine Befürchtungen sind nämlich nicht die schnieken Vorstadtladys, sondern unsere neue Dekoration "Made in Poland". Im Schaufenster, an der Toilettentür, am Tresen, von der Deckenlampe und über dem großen Spiegel hängen riesige, mit Strohblumen verzierte Knoblauchzöpfe. Meine Kollegin Jola hat sie von ihrem letzten Besuch bei ihrer Familie mitgebracht. Allerdings nicht, um sie nach und nach aufzuessen. Ihrer Meinung nach ist dieser Knoblauch zu Höherem bestimmt.

Als wir letzten Montagmorgen in die Werkstatt kamen, stand Jola auf der Leiter und band gerade einen besonders prächtigen Zopf an der Lampe fest. Ein würziger Knoblauchduft hing in der Luft. Bilder von unserer alten Dorffleischerei stiegen in mir auf, und ich bekam sofort Appetit auf eine Scheibe Wurst. Jola strahlte uns zufrieden an.

"Kann nun nichts mehr schiefgehen", sagte sie und rieb sich die Hände. "Kann die Leute draußen neidisch sein, wie sie will. Dagegen kommt sie nicht an.&la

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