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Herrin der Nordmänner Roman von Heimdall, Peter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.11.2018
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Herrin der Nordmänner

Sie sind die härtesten Männer ihrer Zeit - doch ihre Anführerin ist härter als sie alle.
Im 9. Jahrhundert nach Christus: Frida und ihre Schwester Dagrun sind Schildmaiden und kämpfen Seite an Seite mit den Kriegern ihres Vaters in Britannien. Als sie dort scheitern, begleiten sie ihn auf die Plünderfahrt im Reich der Franken - die schrecklich fehl schlägt! Der Seeweg ist ihnen versperrt, und so bleibt ihnen nur, über Land vor ihren Häschern zurück nach Dänemark zu fliehen. Doch für Frida stellt sich noch eine ganz andere Frage: Kann sie nach dem Tod ihres Vaters die Anführerschaft über die Männer beanspruchen und sie alle sicher zurück in die Heimat führen?

Peter Heimdall, geboren 1949 in der Oberpfalz, veröffentlichte seinen ersten Roman - einen Western - bereits 1974. Seitdem wurden zahlreiche weitere Geschichten von ihm publiziert. Er hat drei Kinder und lebt mit seiner Frau noch immer in in seiner Heimat, der Oberpfalz.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 19.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641226909
    Verlag: Blanvalet
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Herrin der Nordmänner

Erstes Kapitel

Schon in den frühen Morgenstunden waren dunkle Gewitterwolken aufgezogen, und als sich die Nacht gelichtet hatte, war ein heftiger Sturm losgebrochen. Der Himmel schien sämtliche Schleusen geöffnet zu haben, und ein harter Wind trieb die peitschenden Regenschauer schräg über das Land. Grelle Blitze zerrissen den aufgewühlten Himmel, und die Echos der Donnerschläge, die den Weltuntergang anzukündigen schienen, rollten über die Ebene, auf der die Entscheidung über die Zukunft von Wessex fallen sollte. Der Sturm zerrte an den Büschen, und die Bäume bogen sich ächzend und knarrend im Wüten der Elemente.

Die Normannen hatten sich am frühen Morgen zur Schlacht aufgestellt. Sobald der Angriff begann, sollte das Gros der Krieger in den vorderen Reihen einen Schildwall bilden. Eine einen Keil bildende Truppe, die in das Heer der Feinde stoßen und es aufsplittern sollte, würde der quadratisch formierten Hauptstreitmacht vorangestellt sein. Die hintere Reihe würden die Speerwerfer und Bogenschützen bilden, deren Aufgabe es war, den Gegner schon vor dem Aufeinandertreffen zu dezimieren und zu schwächen, um so bereits eine erste Entscheidung herbeizuführen. Kleine Trupps, die dafür vorgesehen waren, je nach Bedarf, wo es am nötigsten war, in die Schlacht einzugreifen, flankierten die Hauptstreitmacht.

Noch aber stand das Heer der Nordmänner. Die Krieger schlugen mit ihren Äxten krachend gegen die Rundschilder und brüllten unablässig den Namen ihres obersten Gottes Odin. Ihre rauen Stimmen vermischten sich mit dem Heulen des Sturms und wurden von diesem zur Stellung der christlichen Soldaten und Söldner getragen, in deren Ohren das Gebrüll wie ein heidnischer und zugleich unheilvoller Choral klingen musste.

Die treibenden Regenschleier begrenzten das Sichtfeld. Wieder zuckte ein Blitz am Horizont entlang, und der Wind brachte rollenden Donner mit.

Frida Fridleivsdóttir 1 , die achtzehnjährige Schildmaid, die neben ihrer Zwillingsschwester Dagrun in der vordersten Reihe stand, rief dieser zu: "Die Seherin hat uns einen Sieg prophezeit. Nun schlägt Thor mit seinem Hammer den Amboss! Ein gutes Zeichen. Er ist mit uns, Schwester, und er wird uns helfen, die Angelsachsen zu zerschmettern!"

Der Sturm riss ihr regelrecht die Worte von den Lippen. Dennoch hatte Dagrun sie verstanden und nickte. Ihr hübsches Gesicht, das von langem blondem Haar eingerahmt wurde, verriet Anspannung. Sie trug den grün angestrichenen, mit Eisen beschlagenen Schild am linken Arm, ihre rechte Hand umklammerte den Stiel einer Axt. Wie Frida hatte sie ihr Leben dem Kampf und dem Krieg verschrieben. An ihren Händen klebte das Blut vieler Angelsachsen, und ihr Traum war es, irgendwann mit der Axt in der Hand im Kampf zu sterben, um von den Walküren nach Walhall getragen zu werden, wo sie mit Odin und all den anderen Einherjern an einem Tisch sitzen und mit ihnen ausgelassen feiern würde.

Die Schwestern waren ebenso gekleidet wie die Männer. Über die Schultern hatten sie sich gegerbte Wolfsfelle gehängt, die vorne vor der Brust mit Fibeln aus Eisen zusammengehalten wurden. Sie unterstanden dem Befehl ihres Vaters, des Jarls Fridleiv Ragnarsson. Dieser war einer der Söhne des legendären Ragnar Lodbrok, eines dänischen Königs, den der northumbrische König Aelle in die Schlangengrube hatte werfen lassen, wo er kläglich umgekommen war.

Am Vortag hatten die Priester den Göttern reichlich Opfer dargebracht und sie um ihren Beistand gebeten. Und da Odin, Thor, Loki und all die anderen Asen in den vergangenen Jahren mit ihnen gewesen waren, würden sie sich auch an diesem Tag nicht von ihnen abwenden.

Späher hatten berichtet, dass die Angelsachsen in der Übermacht waren, dass neben den Fußtruppen mehrere Einheiten leichter Kavallerie eingesetzt werden würden und die Flanken des Heeres von Panzerreitern gesichert wurden.

"Odin! Odin! Odin!" Die Rufe wurden

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