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Himmel der Sehnsucht Eine Australien-Saga von Briffa, Merice (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.03.2010
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Himmel der Sehnsucht

Voller Leidenschaft und Dramatik: eine faszinierende Australien-Saga

Australien im 19. Jahrhundert: Der Auswanderer Will Collins hat Erfolg beim Goldschürfen und gelangt zu moderatem Wohlstand, aber das private Glück lässt auf sich warten. Als er unverhofft Jenny Tremayne, die er noch aus Cornwall kennt, gegenübersteht, weiß er, dass sie die Richtige ist. Jenny erwidert seine Gefühle, und die beiden heiraten, doch ihre Ehe ist nicht von Glück gesegnet. Jenny ist nach einer Vergewaltigung durch den brutalen Tom Roberts schwanger und kann sich Will nicht hingeben. Eines Tages lauert Tom Will auf, und es kommt zur Katastrophe ...

Ein bewegender Schicksalsroman aus dem Land der roten Erde.

Merice Briffa lebt in Brisbane, Australien, mit vielen Tieren, darunter einem Zwergspitz und einheimischen Tieren wie Papageien, Schlangen und einem Opossum. 1994 erschien ihr erster Roman, 'The Final Dreaming'. 'Lied des Schicksals' ist der vierte Band ihrer großen Australien-Saga, die mit 'Land meiner Träume' begann und in 'Himmel der Sehnsucht' und 'Der Traum der roten Erde' ihre Fortsetzung erfuhr. Weitere Informationen unter: www.mericebriffa.com.au

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 474
    Erscheinungsdatum: 11.03.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641038106
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: The Rebel Flag
    Größe: 846 kBytes
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Himmel der Sehnsucht

Sanftes gräuliches Licht stahl sich in das Goldgräberlager und vertrieb die nächtlichen Schatten. Dunkle, formlose Gebilde wurden allmählich als Zelte erkennbar, die geheimnisvollen schwarzen Türme der Nacht entpuppten sich als das weiße Segeltuch der Lüftungsrohre. Hier und da brannte ein Lagerfeuer, dessen Flammen sich leuchtend orange vor der trüben Morgendämmerung abhoben. Überall im Lager, wo begierige und fleißige Menschen aufstanden, um ihre Suche nach Gold fortzusetzen, flackerten weitere Feuer auf. Die dunkelgrauen Blätter der Bäume und Büsche, jener fremdartig schönen Bäume, deren Namen sie nicht kannte, würden bald schon den blassen Grünton ihres Sommerlaubs annehmen.
Irgendwo in der Ferne krähte ein Hahn, ein anderer antwortete. Etwas näher ertönte ein seltsames hysterisches Gelächter. Mehr als das Krähen des Hahns diente dieses Gelächter den Goldgräbern als Weckruf. Als sie diesen lauten Ruf zum ersten Mal gehört hatte, war sie sowohl erschrocken als auch verblüfft gewesen. Seit sie wusste, woher der Krach rührte, war sie nicht mehr überrascht. Selena suchte mit den Augen die Bäume ab, bis sie den großen braun und weiß gefiederten "Lachenden Hans" entdeckte. Im gleichen Moment schoss der Rieseneisvogel über den Horizont, um sich zu einem Gefährten in einem anderen Baum zu gesellen, wo sie ein Lachduett anstimmten. Von den Bäumen ringsumher fielen andere Vögel in den Lärm ein und brachten die krähenden Hähne im Lager mit ihrem Gelächter zum Schweigen.
Der "Lachende Hans" musste ein ziemlich dummer Kerl sein, denn sein Lachen klang manchmal richtig idiotisch. Selena zog allerdings den wohlklingenden ursprünglichen Namen des Vogels vor - Kookaburra. Von einem alteingesessenen Einwohner der Kolonie, der mit ihnen zusammen von Melbourne hierhergekommen war, hatte sie die Namen zahlreicher australischer Tiere gelernt. Ob die Bäume und Büsche in diesem Land genauso interessante Namen hatten wie die Tiere - Wombat, Koala, Känguru, Currawong, Kookaburra?
Vor den Zelten flackerten immer mehr Feuer auf. Rauch stieg aus den Kaminen der Hütten, die innen eine Feuerstelle hatten. Schon bald würden alle auf den Beinen sein, und die Stimmen Tausender Menschen, die den neuen Tag begannen, würden die morgendliche Stille vertrieben haben. Gleich musste auch sie das Feuer anzünden und für sich und ihren Vater Frühstück machen. Doch erst einmal würde sie diese wenigen Minuten noch genießen, die sie sich jeden Morgen gönnte, diese Augenblicke, die ihr Herz mit einem Gefühl erfüllten, für das sie noch keinen Namen gefunden hatte.
Was war nur an den Goldfeldern, das sie so bezauberte und das sie bereits in dem Moment in freudige Erregung versetzt hatte, als sie den letzten Hügel erklommen hatten und auf die Zeltstadt hinabblickten? Viel von der natürlichen Schönheit des Landes war zerstört worden, überall lag Erde in hässlichen Haufen herum, die aus den unzähligen Löchern, die den Boden wie Pockennarben durchsetzten, herausgeschaufelt worden war. Der Fluss, der sicher einst genauso kristallklar gewesen war wie die Gewässer, die sie auf dem Weg von Melbourne hierher überquert hatten, floss nun ganz schlammig dahin. Seine ursprüngliche Schönheit war von den Tausenden Männern sowie den wenigen Frauen zerstört worden, die seit über einem Jahr an seinen Ufern hockten und ihre schmutzigen Pfannen in der ungewissen Hoffnung auswuschen, ein paar Goldkörner zu finden.
Die Zelte und provisorischen Hütten der Goldgräber und ihrer Familien erstreckten sich planlos über die Ebene und die Flanken der Hügel. Vor manchen Hütten, in denen eine Frau wohnte, gab es kleine Gärten mit Wildblumen. Bei anderen war eine Ziege angebunden. Viele der Behausungen, obwohl nur aus Zeltbahnen errichtet, hatten etwas Dauerhaftes an sich. Insgesamt besaß das Lager hier mehr Charme als die Zeltstadt am Südufer des Yarra, wo Selena und ihr Vater nach ihrer Ankunft in Melbourne untergebra

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