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Hineingeworfen: Der Erste Weltkrieg in den Erinnerungen seiner Teilnehmer von Osburg, Wolf-Rüdiger (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.01.2016
  • Verlag: Saga Egmont
eBook (ePUB)
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Hineingeworfen: Der Erste Weltkrieg in den Erinnerungen seiner Teilnehmer

Nicht als Wissenschaftler, sondern als ein neugierig Fragender aus der Generation der Enkel machte sich Wolf-Rüdiger Osburg zum letztmöglichen Zeitpunkt auf die Suche nach Überlebenden des Ersten Weltkriegs. Am Ende waren es 135 Kriegsteilnehmer, die ihm Rede und Antwort standen. AUTORENPORTRÄT Wolf-Rüdiger Osburg, 1956 in Hamburg geboren, studierte Geschichte und Rechtswissenschaften und ist promovierter Jurist. Er war Manager und Unternehmer in der Wirtschaft. Im Jahr 2006 gründete er den Osburg Verlag.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 526
    Erscheinungsdatum: 22.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788711449332
    Verlag: Saga Egmont
    Größe: 1783 kBytes
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Hineingeworfen: Der Erste Weltkrieg in den Erinnerungen seiner Teilnehmer

Geschichte des Ersten Weltkriegs

Vorkriegszeit

Als die Rekruten des Ersten Weltkriegs in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts geboren werden, liegt der letzte Krieg Deutschlands mit einer europäischen Macht schon eine Generation zurück. Der deutsch-französische Krieg von 1870/71 bricht im Juli 1870 aus. Am 2. September 1870, am Ende einer klassischen Entscheidungsschlacht, kapituliert die Armee Napoleons III. mit 100000 Soldaten bei Sedan. Frankreich, nun Republik, führt in den Folgemonaten bis zum Waffenstillstand am 18. Januar 1871 einen Volkskrieg. Bewaffnete französische Zivilisten, Franktireurs - im heutigen Sprachgebrauch also Partisanen oder Guerillas - bestimmen in dieser Phase den Krieg. Wie im amerikanischen Bürgerkrieg kommt es in Abschnitten der Front zum Stellungskrieg. Der Sieg bringt Deutschland neben dem Gewinn Elsass-Lothringens und einem tiefen deutsch-französischen Gegensatz die Gründung des Deutschen Reiches.

Die Reichsgründung legt den Grundstein für eine rasante und grundlegende Veränderung Deutschlands. Mit der Gründerzeit einher geht eine Industrialisierung, die ihresgleichen sucht. War 1867 noch gut die Hälfte der Beschäftigten in der Landwirtschaft, den Forsten und der Fischerei tätig, ist dies 1913 nur noch etwa ein Drittel. Damit ist die von großen Krisen erschütterte Landwirtschaft zwar noch ein Hauptpfeiler der Wirtschaft, die Proportionen aber haben sich verschoben. Die Kohle-, Eisen- und Stahlindustrie boomt ebenso wie die Metallverarbeitung, darunter insbesondere der Schiffbau. Wachstumsbranchen der Folgejahre sind die chemische Industrie sowie die Elektroindustrie. Auch der Dienstleistungssektor mit dem Verkehrswesen, dem Handel und z.B. den Banken und Versicherungen legt kräftig zu. "Ältere" Industriezweige wie die Textilindustrie hinken dieser Entwicklung hinterher. Mit dem Veränderungsprozess der Wirtschaft geht eine rapide Verstädterung einher. Das wirtschaftliche Wachstum fördert zudem neben zahlreichen anderen zeitspezifischen Faktoren einen beträchtlichen Bevölkerungsanstieg von 39,8 Millionen im Jahr 1866 auf 67,8 Millionen in den erweiterten Grenzen des Deutschen Reiches von 1914. Die Verwaltung passt sich diesen Veränderungen an. Die Ordnungsfunktionen, die der Staat nun übernimmt, nehmen erheblich zu. Eine vielfältige Wirtschafts- und bald auch Sozialverwaltung mit zahlreichen Sonderbehörden entsteht.

Das Bürgertum geht gestärkt aus dieser Zeit hervor. Der Bürger bestimmt nun nicht nur das Wirtschaftsleben, sondern auch den städtischen Alltag und die Kultur. Die politische Macht liegt aber immer noch beim Adel. Behördenchefs wie beispielsweise Landräte, Regierungs- und Polizeipräsidenten und natürlich Minister werden nach wie vor vornehmlich mit Adligen besetzt. Zudem stellen sie mehrheitlich das Offizierkorps. An dieser wie auch an anderen Stellen der Gesellschaft des Kaiserreichs wird somit tagtäglich ein erhebliches Maß an Differenzierung spürbar, am deutlichsten erkennbar am Dreiklassenwahlrecht Preußens - immerhin 60 Prozent der Bevölkerung des Reiches -, das, anders als das allgemeine und gleiche Wahlrecht zum Reichstag, nicht geheim ist und das Gewicht der Stimme insbesondere von der Steuerleistung abhängig macht. Frauen sind in jeder dieser Wahlordnungen von der Wahlbeteiligung ausgeschlossen.

Trotz aller gesellschaftlichen Änderungen bleibt das Militär sozial privilegiert. Die Siege gegen Dänemark 1864, gegen Österreich 1866 und insbesondere der Krieg 1870/71 haben dem Militär - dominiert vom preußischen Militär - in ganz Deutschland zu einer ungefährdeten Stellung an der Spitze der Gesellschaftspyramide verholfen. Alle deutschen Männer vom 17. bis zum 45. Lebensjahr sind wehrpflichtig. Der Einberufungsbescheid erreicht den Wehrfähigen in Friedenszeiten während des 20. Lebensjahres. Die Dienstzeit dauert für die Infanterie zwei, für die Kavallerie drei Jahre. Darauf folgt eine vier- bzw. fün

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