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Historisch-politische Romane aus der Gegenwart Nena Sahib oder Die Empörung in Indien + Sebastopol + Magenta und Solferino + Villafranca + 10 Jahre + Puebla + Biarritz von Retcliffe, John (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.04.2015
  • Verlag: e-artnow
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Historisch-politische Romane aus der Gegenwart

Dieses eBook: 'Historisch-politische Romane aus der Gegenwart' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Sir John Retcliffe, eigentlich Hermann Ottomar Friedrich Goedsche (1815-1878), war ein deutscher Schriftsteller. Er benutzte auch das Pseudonym Theodor Armin. Die 'Historisch-politischen Romane aus der Gegenwart' von Sir John Retcliffe sind mit Abenteuern angereicherte Tendenzromane, die das gesamte politische Geschehen seiner Zeit zum Inhalt haben. Literarisch steht er in der Tradition des historischen Romans, wie ihn Walter Scott, Charles Sealsfield und Theodor Mügge pflegten, den er allerdings mit sensationellen Elementen anreicherte und sich dabei von Autoren wie Eugène Sue, Alexandre Dumas dem Älteren und George Hesekiel leiten ließ. Weitere Impulse gaben die Reise- und Kriegsberichte Friedrich Wilhelm Hackländers und Hans Wachenhusens sowie sein Freund Louis Schneider, der ein Fachmann auf dem Gebiet der Diplomatie an Fürsten- und Königshäusern war. Inhalt: Sebastopol Nena Sahib oder Die Empörung in Indien Villafranca 10 Jahre Magenta und Solferino Puebla Biarritz

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 390
    Erscheinungsdatum: 30.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026836322
    Verlag: e-artnow
    Größe: 10128 kBytes
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Historisch-politische Romane aus der Gegenwart

Das erste Blut

Inhaltsverzeichnis
Entzückend schön, über die Beschreibung der Feder, über die irdischen Farben des Malers erhaben ist der Sonnenaufgang im Golf von Smyrna !

Der "Egytto" hatte während der Nacht auf Chios angelegt und eine Menge neuer Passagiere an Bord genommen. Erst als das Tagesgrauen über die fernen Berge Anatoliens herauf dämmerte, erhoben sich die Reisenden vom Verdeck, wo sie ihr improvisirtes Lager gefunden, oder kamen langsam aus den Cajüten und Sabinen zum Vorschein. Das Verdeck eines Levante-Dampfers bietet, nachdem er von Athen abgefahren, ein eigenthümlich seltsames Schauspiel, dessen bunte Conturen von Insel zu Insel an Mannigfaltigkeit gewinnen. Der Capitain läßt das Deck der Schanze mit einer vorbereiteten Bretterlage überziehen, um es vor den Spuren des Kochens, Bratens und Schlafens säuberlich zu bewahren. Eine besondere Abtheilung für die Frauen und Kinder wird abgegränzt; mit Teppichen und Ballen aller Art und Form nehmen die Ankömmlinge den kleinen ihnen gestatteten Raum ein; Kreise bilden sich um den Dreifuß, auf dem alsbald der Granatapfel schmort oder die Zwiebel und das Hammelstückchen zischt; die Frauen bereiten den Kaffee oder holen ihn in kleinen Schälchen von dem alten Moslem, der mitten auf dem Verdeck seine Bude gleich den Schilderhäuschen unserer Obsthöker aufgeschlagen hat. Ueberall strecken sich lange Pfeifen quer über den schmalen, von dem hochaufgethürmten Gepäck gelassenen Gang; um die Küche drängt sich eine lärmende Menge, vom Koch glühende Kohlen zum Anzünden ihrer Nargilehs oder Schibucks zu betteln; zwischen den Haufen der plappernden, lachenden, gestikulirenden Griechen sitzt auf seinen Kissen in ernster Gravität der Muselmann, von seinem schwarzen Sclaven bedient; Weiber mit dem wundervoll zarten Teint und den unzierlichen Gestalten der Frauen der Cycladen schlürfen in ihren klappernden Holzpantoffeln umher. Das dunkle brennende Auge zwischen den gefärbten Wimpern, durch die eigenthümliche Schwärzung des untern Augenlides noch flammender gemacht, mißt frei und offen den Fremden, oder blickt neugierig unter dem Yaschmak hervor, dem Mousselinschleier, welcher die orientalischen Schönheiten verhüllt, und den die Bekennerin des Propheten nur in den vertrauten Gemächern des Harems ablegt. Dazwischen bewegt sich das Volk der Matrosen, meist sehnige, sonnverbrannte Figuren von den Küsten der obern Adria, hin und wieder ein Italiener aus dem Golf von Tarent, stößt ohne Unterschied der Person, wer ihm im Wege steht oder liegt bei Seite: den Armenier, der auf dem Hühnerkorb sein Gold zählt und mit einem Andern um den leichten venetianischen Dukaten oder den beschnittenen Ghazi feilscht, ebenso wie den türkischen Juden, der in seinem blauen Tuchtalar geschmeidig durch die Menge schlüpft. Für den europäischen Reisenden hört mit dem Schritt über Athen hinaus jede Bequemlichkeit und Gewohnheit der nördlichen Civilisation auf; der Platz auf dem Hühnerkasten, auf dem Bogspriet oder den Bänken des großen Decks, von dem aus behaglich hingestreckt er unterm Schutz des Zeltpavillons die Oliventerrassen der ionischen Inseln, die dunklen Felsenwände von Tschernagora und Albanien, den zauberhaften Golf von Lepanto betrachtet hat, ist besetzt, kaum findet er einen Raum an der Brustwehr frei, von dem aus er hinaus das trunkene Auge tauchen kann in die unermeßliche Fläche der Wässer, deren Lazurbläue mit dem im Licht zitternden Dome des Himmels wetteifert. Das widrige Schauspiel anderer Meere und Seereisen, die Seekranken, verderben ihm das Bild nicht. Dieses Volk lebt und stirbt am Strande, das blaue Meer ist sein Element, wie die Luft, - die Fahrt von einer der prächtigen Cycladen zur andern seine Lebensgewohnheit. Gern opfert der Reisende sein eignes dolce farniente, um diese Kinder des Südens das ihre verträumen zu sehen.

Aus den blauen Tiefen des Meeres wachsen Felsen empor, Felsen mit Rosen und Myrthen, mit dem dunkle

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