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Holland speciaal Eine lekker Landeskunde über wakker Nederland von Fuchs, Thomas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.01.2015
  • Verlag: Conbook Verlag
eBook (ePUB)
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Holland speciaal

Während sich Reiseführer auf Sehenswürdigkeiten und Landesporträts auf Geschichtliches konzentrieren, wirft Holland speciaal einen umfassenden Blick auf das Gesamtkunstwerk namens "Königreich der Niederlande". Auf seiner satirisch-unterhaltsamen Rundreise führt Sie Thomas Fuchs zu all den Orten, die Touristen interessieren, aber auch zu den weniger bekannten Ecken und Kanten Hollands. Mit ungeniertem und unverstelltem Blick fördert er dabei spannende Informationen zutage und widmet sich Klischees, die bezeichnender und skurriler nicht sein könnten. Und dies in einem Stil, der so witzig und respektlos ist, wie es das Thema verlangt. Dabei zeigt sich: Die Niederlande sind alles andere als flach, sondern facettenreich, verblüffend und immer wieder für eine Überraschung gut. Schwingen Sie sich gemeinsam mit Thomas Fuchs aufs Hollandrad und riskieren Sie einen unverrauchten Blick auf das lekker Königreich! Intensiver Blick unter die Oberfläche der Niederlande, mit viel Wissen und satirischen Spitzen Thomas Fuchs schreibt historische Romane wie 'Arminius - Kampf gegen Rom', Biographien wie 'Hemingway - Ein Mann mit Stil' und Reportagen. Schon sein erster Roman 'Grenzverkehr' hatte einen starken Holland-Bezug. Darüber hinaus wirkte er als Deutschland-Korrespondent für eine - leider nur kurzlebige - niederländische Satire-Zeitschrift und als Gagschreiber für Rudi Carrell. Sein jüngst verfasstes Stadtporträt 'Amsterdam - 111 Orte, die man gesehen haben muss' ist im Emons Verlag erschienen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 26.01.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783943176445
    Verlag: Conbook Verlag
    Größe: 1369 kBytes
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Holland speciaal

Noord-Holland

Auf der Landkarte sieht die Provinz Noord-Holland wie ein mahnend erhobener Zeigefinger aus. Links vom Finger befindet sich die Nordsee, rechts das IJsselmeer und an der Spitze, gewissermaßen als Fingernagel, die Insel Texel. Noord-Holland ist beinahe doppelt so groß wie das Saarland und hat knapp drei Millionen Einwohner. Die Silhouette des erhobenen Zeigefingers ist nicht unpassend, wenn man bedenkt, wie gerne Holländer andere belehren und "aufklären". Und nicht wenige verwenden viel Zeit darauf, einem klarzumachen, dass man die ganzen Niederlande auf keinen Fall mit Amsterdam gleichsetzen darf.

Amsterdam ist die größte Stadt Noord-Hollands. Und ob es den Landsleuten in den anderen Regionen gefällt oder nicht, diese Stadt dürfte in weiten Teilen das Image bestimmen, welches die Welt von Holland hat. Dafür sind die Landsleute nicht immer dankbar. Amsterdam ist nicht unbedingt die Hauptstadt der Herzen. Irgendwie kann sich nicht jeder Niederländer mit dem Gedanken anfreunden, dass die Welt mit seinem Land vor allem ein Sündenbabel verbindet, welches gleich hinter dem Bahnhof beginnt (so weit, so üblich). Und wenn dann bei jeder Begegnung der Gesprächspartner in ein Grinsen verfällt, welches er für ahnungsvoll hält ("Hähä, Holland. Gras rauchen, hähä."), und wenn dann der Holländer auch noch den Fehler macht zu erklären, dass man nicht "Gras rauchen" sagt, sondern "blowen" - dann sitzt er gleich noch tiefer im Schlamassel ("Verstehe. Blowjob, hähä.").

Es muss ein bisschen so sein, als würde man als Deutscher überall auf der Welt immer nur nach dem Oktoberfest oder der Reeperbahn gefragt. Aber zum Glück gibt es bei uns ja auch noch andere Assoziationen. Eine wechselvolle Geschichte hat manchmal auch ihre Vorteile.

In Wahrheit ist Amsterdam so typisch niederländisch wie Wien typisch österreichisch oder New York amerikanisch ist. Wer Amsterdamer aus vollem Herzen ist, versucht aus dieser Alleinstellung das Bestmögliche zu machen. Man sieht sich - mindestens! - in einer Liga mit New York. Wofür es ja zumindest auch geschichtliche Argumente gibt. Die amerikanische Metropole wurde als Nieuw Amsterdam gegründet, und weil offenbar so viele dort siedelnde holländische Kolonisten Jan Kees hießen, bürgerte sich später für die Nordstaatler die Bezeichnung "Yankees" ein.

Ein Amsterdamer hält seine Stadt vor allem für eines: unvergleichlich. Dafür gibt es viele Gründe, nicht wenige in der Geschichte. Zwar wurde die Stadt der Grachten schon im Mittelalter gegründet, die Entstehungsgeschichte war allerdings nicht typisch mittelalterlich. Kein König, kein Bischof legte den Grundstein. Und an dem Beginn des Aufstiegs der Metropole steht, wie es sich für Holland gehört, ein Kompromiss.

Im 17. Jahrhundert wollten die Statthalter der gerade unabhängig geworden niederländischen Provinzen ihr Territorium ausdehnen, bis runter nach Flandern. Auch den wichtigen Hafen Antwerpen wollten sie gerne besitzen. Den Amsterdamern war das gar nicht recht. Denn erstens war Krieg schlecht fürs Geschäft und zweitens würde Antwerpen als Teil des Verbunds der Provinzen schnell wieder eine blühende Hafenstadt - und damit unliebsame Konkurrenz - werden. Der Status quo war für Amsterdam angenehmer. Antwerpen in spanischem Besitz und die Küste kurz davor in holländischer Hand. Da der damals herrschende Prinz Willem II. (in voller Länge lautet sein Name übrigens: Willem Frederik George Lodewijk van Oranje-Nassau) das anders sah, kam es zwischen ihm und der Stadt zum Streit. Truppen marschierten auf, Amsterdam sollte in die Knie gezwungen werden. Das klappte aber nicht so ganz, ein Teil der Soldaten verlief sich in der Heide bei Hilversum, die große Schlacht, die auch eine Machtdemonstration des Statthalters sein sollte, fiel aus. Schließlich einigte man sich darauf, einander nicht sonderlich zu mögen, aber es auch nicht ohne den anderen auszuhalten

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