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Hundert Tage Glück Roman von Brizzi, Fausto (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.04.2015
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Hundert Tage Glück

Lucio Battistini ist mit seinem Leben eigentlich zufrieden: Er hat eine Frau, die er liebt, zwei Kinder, die er vergöttert, und sein Schwiegervater backt die besten Doughnuts Roms. Doch dann wird bei Lucio Krebs diagnostiziert - und plötzlich hat er nur noch 100 Tage ... Um seine Frau dazu zu bringen, ihm seinen Seitensprung zu verzeihen. Um festzustellen, dass ein richtig gutes Eis besser hilft als jeder Psychologe. Um seinen Kindern Italien zu zeigen. 100 Tage, um nicht aufzugeben. 100 Tage, um anzufangen zu leben. 100 Tage, um glücklich zu sein.

Fausto Brizzi, geboren 1968 in Rom, ist Regisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent. 'Hundert Tage Glück' ist sein erster Roman. Er begeisterte Verlage weltweit und erscheint in 23 Ländern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 20.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641157814
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: Cento giorni di felicità
    Größe: 952kBytes
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Hundert Tage Glück

MEINE FAMILIE

Fünf der wichtigsten Menschen in meinem Leben haben die Bühne bereits zaghaft betreten: meine Frau Paola, mein Schwiegervater Oscar, meine beiden Kinder Lorenzo und Eva und mein Freund Umberto, jener schokosüchtige Tierarzt, der einen Backenzahn eingebüßt hat. Damit fehlt nur noch Corrado, mein anderer enger Freund. Er ist Pilot bei der Alitalia, zweimal geschieden und völlig vorhersehbar (Typ charismatischer Flugzeugkapitän, der nichts anbrennen lässt.)

Doch vor allem Paola. Paola. Paola.

Meine Paola.

Paola ist wunderschön. Für mich jedenfalls. Für andere ist sie sympathisch. Sie ist das Mädchen aus der dritten Reihe mit den haselnussbraunen Augen, Zöpfen und weiblich runden Hüften, das verliebt in dich ist, während du Vollidiot es auf die unnahbare Blondine aus der ersten Reihe abgesehen hast. Nicht wissend, dass - und das ist nun mal ein Naturgesetz - die unnahbaren Blondinen aus der ersten Reihe mit den Sitzengebliebenen aus dem letzten Schuljahr schlafen. Jedenfalls nicht mit dir, und zwar auch dann nicht, wenn du extra sitzenbleibst, um dich interessant zu machen und so deine Chancen zu erhöhen.

Paola ist eine italienische Bridget Jones. Von sonnigem Gemüt, selbstironisch, herzlich, mit vollen Brüsten, die keine Unterstützung brauchen. Eine echte Seltenheit, so wie Schnee auf den Malediven. Sie ist ein richtiger Bücherwurm und verschlingt einen Roman nach dem anderen mit unbändiger Neugier. Ihr Lieblingsbuch ist Der kleine Prinz , von dem sie sämtliche Ausgaben in sämtlichen Sprachen sammelt.

Wie bereits erwähnt, ist sie Lehrerin an einem naturwissenschaftlichen Gymnasium. Mehr noch, sie ist der Maradona unter den Lehrerinnen. Sie unterrichtet Italienisch, Latein, Geschichte und Erdkunde, und zwar so genial, wie es ausnahmsweise nicht mal Leonardo da Vinci hätte erfinden können.

Das sage ich nicht nur, weil Paola meine Frau ist. Sie ist wirklich eine ganz besondere Lehrerin.

Lassen Sie mich Ihnen kurz erklären, warum.

Die wichtigste Arbeit der Welt ist nicht nur unterbezahlt, sondern auch die monotonste, die man sich vorstellen kann. Jedes Jahr erzählt ein Geschichtslehrer seinen Schülern zum x-ten Mal, wer die Phönizier waren und warum der Zweite Weltkrieg ausgebrochen ist. Ein Mathematiklehrer erklärt seinen Schülern Integralrechnung und Ableitung, ein Lateinlehrer bringt den Schülern die Deklination von Wörtern bei oder übersetzt mit ihnen Gedichte von Horaz, und mit den anderen Fächern geht es gerade so weiter. Nicht selten langweilen sich die Lehrer zu Tode, und irgendwann hängt ihnen der Job zum Hals raus. Als Folge davon sind sie weniger effizient und einfühlsam. Kurzum: Ihr Unterricht wird fade.

Paola, die sich dieses Problems sehr wohl bewusst ist, hat eine originelle Methode gegen Langeweile und Monotonie entwickelt. Jedes Schuljahr schlüpft sie in die Rolle eines anderen Lehrerinnentyps. Dabei betont sie stets bestimmte Eigenarten, zum Beispiel eine gewisse Art, sich zu kleiden oder zu reden, und behält diese Persönlichkeit das ganze Schuljahr hindurch bei, bis zur Notenkonferenz. Einmal mimte sie die unsympathische alte Jungfer, ein andermal die sportlich-joviale, dann wieder die hyperaktive und launische oder die ein wenig verruchte Zicke.

Ihre Schüler, die miterleben, wie sie sich von einem Schuljahr aufs nächste verwandelt, amüsieren sich königlich darüber. Die schauspielernde Lehrerin ist ihr absolutes Idol, selbst wenn sie ihnen beim Abfragen bloß eine deprimierende Vier gibt. Der Schulleiter, der meine Frau um ihre Beliebtheit beneidet, ist ihr allerdings nicht sehr wohlgesinnt. Dennoch zieht Paola seit fünfzehn Jahren unbeirrt ihre persönliche Didaktik-Show durch und erzielt stets das Ergebnis, das alle Schauspieler anstreben: die volle Aufmerksamkeit und den Beifall des Publikums (in ihrem Fall der Schulklassen).

Ich muss jedes Mal lachen, wenn sie nach Hause kommt, egal o

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