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Ich bin dann mal ganz anders von Schreiner, Jennifer (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.12.2015
  • Verlag: Pro-Talk Verlags GmbH
eBook (ePUB)
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Ich bin dann mal ganz anders

Als 28-jährige Studentin noch bei ihrer Mutter zu wohnen, ist für die liebenswerte Chaotin Anna alles andere als ein Vergnügen. Nicht nur, dass sie der Kuppelwut ihrer Frau Mama schutzlos ausgeliefert ist, sie muss sich auch noch an ihrer Schwester Sabine messen lassen, die ein Leben in Perfektion lebt - etwas, von dem die tollpatschige Anna nur träumen kann. Nach einer katastrophalen Familienfeier beschließt Anna: Ein neues Leben muss her! Schließlich möchte auch sie einmal ihre Mutter stolz machen und auf der Sonnenseite des Lebens stehen, einen Mann haben und einen Job, um den sie alle beneiden. Um alle Ansprüche zu erfüllen, beginnt Anna kurzerhand, sich drei ganz neue Leben zu 'erschwindeln': eines für ihre Mutter, eins für die Karriere und eines für sich selbst. Doch als ihr Traummann Max auftaucht, wird es kompliziert. Denn eigentlich ist Anna ja selbständig. Oder war es selbständig, kinderlos und verlobt? Erfolgreich, verheiratet und alleinerziehend? Verflixt! Jennifer Schreiner spricht mit ihrem temporeichen, humorvollen Roman vielen Frauen aus der Seele, denn wer träumt nicht von einem perfekten Leben? Mit viel Situationskomik und Einfühlungsvermögen beschreibt die Autorin die Suche einer jungen Frau nach ihrer eigenen Identität.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 100
    Erscheinungsdatum: 21.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783939990208
    Verlag: Pro-Talk Verlags GmbH
    Größe: 636 kBytes
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Ich bin dann mal ganz anders

ZUKUNFTSPLÄNE

Meine beste Freundin sah angespannt zu, wie ich bemüht elegant und ziemlich angetrunken zu meinem kleinen Sofa trippelte. Dabei sah ich vermutlich weniger aus wie Grace Kelly als vielmehr wie eine watschelnde Ente, zumindest bemerkte ich, wie Ninas Augenbrauen langsam nach oben wanderten. Schließlich war ihre Miene so vorwurfsvoll, dass ich sogar meine erste Einschätzung von mir selbst noch einmal nach unten korrigierte: Da sie wegen meines aktuellen Zustandes aussah wie die vorwurfsvolle Miss Piggy, musste ich wohl Kermit der Frosch sein.

Bei dem Gedanken wuchs der Kloß in meinem Hals noch ein wenig mehr an und schaffte es, schwerer und kälter zu werden. Weil Kermit der Frosch bei all seinen Fehlern dünn war - und vor allem liebenswert.

Es dauerte einen Moment, bis ich begriff, dass das leise, kreuzunglückliche Schluchzen mein eigenes war. Schlagartig zog es mir die Beine weg. Zum Glück gelang es mir, auf der weichen Sitzgelegenheit zu landen. Leider seitenverkehrt und mit dem Kopf voran. Sofort nutzte ich die Gelegenheit, mein Gesicht in den Kissen zu vergraben und herzhaft zu schniefen. Die Welt war einfach ungerecht, niemand mochte moppelige rothaarige Frauen mit einem Hang zur Schusseligkeit.

"Sind wir jetzt nicht ein bisschen zu theatralisch?" Nina schob meine Hüfte ein wenig zur Seite und setzte sich neben meinen ausgestreckten Körper, um tröstend meine Schulter zu tätscheln. "Es war doch nur eine Verlobung, keine Beerdigung."

Ich schniefte noch ein wenig lauter, weil es doch auf dasselbe hinauslief. Nämlich auf: "Bald ist sie weg. Und sie ist so ... nett und schön und erfolgreich und organisiert und verliebt und überhaupt ... ich hab sie so lieb."

Ich merkte, dass ich meine Gedanken laut ausgesprochen hatte, sah auf und versuchte, die Tränen aus meinen Augen fortzublinzeln. Mit dem Ergebnis, dass ich mich wie eine kurzsichtige Eule fühlte und noch weniger sah.

"Ich hab sie so lieb", wiederholte ich nachdenklich. Wieder schossen mir Tränen in die Augen. Dieses Mal, weil ich auch diese Tatsache ins Negative ziehen konnte, da meine Gefühle eben nicht nur in diese Richtung tickten.

"Und ich bin missgünstig und neidisch!", beschloss ich deswegen.

"Nein!" Ninas Klopfen wurde resoluter. "Du hast einfach nur Pech."

"Mit Pech hat das nicht viel zu tun", konterte ich, überlegte aber einen Moment lang ernsthaft, ob es vielleicht doch als Pech gelten konnte, überhaupt als ich geboren zu werden.

"Der richtige Mann kommt schon noch", tröstete Nina, weiterhin klopfend. Allerdings riet sie in die komplett falsche Richtung. Schließlich war ich doch wütend auf mich, weil ich weder so war wie meine Schwester, noch meiner Schwester gönnte, so zu sein. So perfekt. Und nicht so missgünstig wie ich.

"Ich will keinen Mann", protestierte ich unter Ninas langsam unangenehm werdendem linkischen Klopfen und wusste, dass ich nicht die Wahrheit sagte. Schon wieder. Grundsätzliches Lügen schien sich zu meinen vielen schlechten Eigenschaften gesellen zu wollen. Wahrscheinlich würde es in wenigen Minuten pathologisch werden.

"Ich will jemanden, der mich so liebt, wie ich bin", gab ich zu, um irgendetwas chronisch Werdendes zu verhindern. Außerdem vergab ich mir mit dieser Offenbarung nichts. Schließlich war meine Zusammenfassung ein Grundwunsch, den so gut wie jedermann hatte.

Ja, aber die meisten haben auch eine realistische Chance, flüsterte eine gehässige Stimme in meinem Hinterkopf. Sie klang verdächtig nach meiner Mutter.

"Ich liebe dich!", meinte Nina. Inzwischen schmerzte ihr Klopfen tatsächlich. "Und deine Schwester liebt dich auch." Klopf.

Ich sah mich - Klopf - genötigt, mich aufzusetzen, damit meine Freundin wenigstens eine andere Stelle von mir ausgiebig verprügeln konnte.

"Die Feier war fürchterlich, ich hasse es ...", murmelte ich und griff nach der Wasserflasche, die sich auf me

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