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Ich habe dich vermisst Ein bewegender Roman um eine Jugendliebe von Lang, Katharina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.02.2016
  • Verlag: TWENTYSIX
eBook (ePUB)
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Ich habe dich vermisst

Georg Reuter, der größte Obstbauer im Dorf, versäumt es in seiner Sturheit, seinen Betrieb den Gegebenheiten der modernen Zeit anzupassen. Er tyrannisiert seine Familie und seine Landarbeiter und führt seinen Betrieb mit harter Hand. Sein älterer Sohn Andreas verlässt nach einem heftigen Streit und der Uneinsichtigkeit des Vaters von einem Tag zum anderen das Gut und lässt seine Jugendliebe Eva ohne ein Wort des Abschieds zurück. Eva fühlt sich alleine gelassen und verliert auch noch ihre Arbeit. Es muss viel passieren, bis das Schicksal Andreas nach Hause ruft. Schnell holt ihn die Vergangenheit ein, und er merkt, wie sehr er Eva noch liebt. Ob sie ihm verzeihen kann? Eine bewegende Geschichte rund um die Gefühle der Liebe in einer ländlichen Umgebung.

Autorin Katharina Lang arbeitet als Romanheft-Autorin und veröffentlicht die Reihe 'Fleur - Landromantik" sowie die Reihe 'Sofie - My Love". Sie lebt in Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 100
    Erscheinungsdatum: 23.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783740710781
    Verlag: TWENTYSIX
    Größe: 452kBytes
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Ich habe dich vermisst

1

"Karsten!", tönte es laut und wütend durch das Haus.

Der junge Mann hielt sich die Ohren zu, weil die Stimme des Vaters wie immer unerbittlich klang. Aber sie duldete keinen Widerspruch. Immer der gleiche dunkle Ton, wie eine längst vergessene Schallplatte, die einen Kratzer hatte. Er würde nie verstehen, warum diese Stimme so intensiv durch das ganze Haus dröhnen konnte, obwohl sich sein Vater draußen auf dem Hof aufhielt.

"Was ist denn nun schon wieder", flüsterte Karsten mit einem Seufzer der Verzweiflung, der ihm laut über die Lippen kam. Er ahnte natürlich, dass ihn sein Vater suchte, weil er sich erlaubt hatte, auf sein Zimmer zu gehen. Müde erhob er sich und ging mit schleppenden Schritten die Treppe hinunter. Er musste antworten und hören, was der Vater ihm zu sagen hatte. Nur so konnte er einem größeren Streit aus dem Weg gehen. Eigentlich sehnte er sich nur nach einer kurzen Pause, weil er den ganzen Vormittag hart gearbeitet hatte und sowieso gleich das Mittagessen anstand. Ihn jetzt noch zu rufen, empfand er als Schikane. Seine Mutter würde ohnehin gleich zum Essen bitten.

"Ich bin doch da, was willst du von mir, Vater?", fragte er ängstlich.

Sein Vater, der mächtige Obstbauer Georg Reuter, war ein böser, verbitterter Mann, der seine Familie und seine Landarbeiter mit harter Hand führte. Alle zuckten zusammen, wenn er rief, wenn seine laute, grollende Stimme plötzlich lospolterte. Breitbeinig, die Hände in die Hüften gestemmt, stand er im Hof und wartete auf seinen Sohn, der mit langsamen Schritten auf ihn zuging.

"Hast du schon wieder in deinem Zimmer gehockt und mit der Fiedel gespielt?", schrie er mit hochrotem Kopf. Natürlich erwartete er keine Antwort von Karsten. Er wusste auch so, dass er Recht hatte, und fuhr fort: "Du bist und bleibst ein Waschlappen und begreifst einfach nicht, dass harte Arbeit zum täglichen Leben gehört! Du denkst, du kannst mit deiner merkwürdigen Musik Geld verdienen. Aber das wird bei dir nicht gehen. Du bringst es niemals zu etwas!"

Karsten zuckte unter den harten Anschuldigungen seines Vaters zusammen und senkte verschämt den Blick. Er hatte dem nichts entgegenzusetzen. Möglicherweise hatte der Vater ja Recht. Woher sollte er wissen, ob es ihm seine große Liebe zur Musik irgendwann ermöglichen würde, damit sein Geld zu verdienen. Er hatte keine Ausbildung, und die Aussicht, eine Musikschule besuchen zu können, war so weit weg wie der Eiffelturm.

"Scher dich in die Obstpresse, dort wird jede Hand gebraucht!", schrie Georg. Mit dem ausgestreckten Arm und blitzenden Augen zeigte er die Richtung an, die Karsten ohne Widerrede einzuschlagen hatte. "Mach schon, setz endlich deine Beine in Bewegung und tu was!"

Andreas kam gerade vom Keller und hörte, wie sein Vater den kleinen Bruder anschrie. "Lass ihn doch, es ist ja ohnehin gleich Mittag", sagte er zu seinem Vater. Sein Bruder tat ihm leid, aber Verständnis hatte er nicht gerade. Zur Erntezeit mussten alle zusammenhelfen, das sollte auch Karsten wissen.

Behäbig und mit hängenden Schultern machte sich Karsten auf den Weg. Er wusste, dass es sinnlos war, dem Vater zu widersprechen. In der Obstpresse stellte er sich traurig neben die anderen Arbeiter. Sie nahmen Saftflaschen vom Band und stellten sie in Kisten, die anschließend in den Keller gefahren wurden. Er war mit sich selbst unzufrieden und ärgerte sich über seine Feigheit, seine Mutlosigkeit, sich gegen seinen Vater aufzulehnen. Mit dieser Unzufriedenheit schwand auch das letzte bisschen Selbstvertrauen, das er sich in seinem Körper bewahrt hatte.

Inzwischen hatte Georg Reuter die Küche betreten, wo seine Frau Bärbel damit beschäftigt war, das Mittagessen zu kochen. Der Schweiß lief ihr über die Stirn, weil die großen, sprudelnden Töpfe und der riesige alte Holzherd eine ungeheure Hitze ausstrahlten. Sie hatte schon oft diesen Zustand verflucht, eigentlich tat sie das fast täglich, und tr

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