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Ich sehe eine Krähe Satiren aus der ostdeutschen Provinz von Ahrends, Martin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.05.2013
  • Verlag: Kulturmaschinen
eBook (ePUB)
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Ich sehe eine Krähe

Zwei Trinker haben die fantastische Idee, den 'Wilden Osten' touristisch zu vermarkten. Socke und Locke trinken regelmäßig Büchsenbier am Marktplatz einer ostdeutschen Kleinstadt. Dabei entwickeln sie trunkene Geschäftsideen. Locke, ein DDR-Diplom-Philosoph, ist der Ideenspinner. Socke, ein Major der Volksarmee, führt aus, was Hirngespinst hätte bleiben sollen. Er gibt Annoncen auf fürs Abenteuer 'Wilder Osten'. Als sich daraufhin wirklich ein Gast anmeldet, bauen die beiden ein Sprungbrett auf den alten Schlot, den man bislang noch nicht zu sprengen wagte. Für den nächsten Adventure-Touristen haben sich die beiden Trinker etwas Neues ausgedacht: Er darf einen leerstehenden Neubaublock in die Luft jagen ...

Martin Ahrends, Jahrgang 1951, wuchs in Kleinmachnow bei Potsdam auf. Nach dem Abitur studierte er Musik, Philosophie und Regie in Ost-Berlin und war dann als Musikredakteur für eine Zeitschrift und als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Komischen Oper beschäftigt. 1984 reiste er aus der DDR aus. Grund war ein politisch begründetes Arbeitsverbot. Er zog nach Hamburg und war dort von 1986 bis 1994 Redakteur und freier Mitarbeiter der Wochenzeitung DIE ZEIT.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 50
    Erscheinungsdatum: 01.05.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783943977127
    Verlag: Kulturmaschinen
    Größe: 311 kBytes
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Ich sehe eine Krähe

"Mann!", ruft Locke übern Platz, "verkehrte Welten gibt es nicht, nur ich bin hier verkehrt, weil ich so vieles denken muss und gar nichts richtig finde, wie es ist. Aber ich hab mir das nicht ausgedacht: dies leer stehende Postamt, diesen leeren Bahnhof, die nach etwas rufen, das nicht da ist, nämlich Menschen, die hier öffentlich vorhanden sind, erwachsen und verantwortlich für sich und andere, und all das live und nicht im Fernsehen, Menschen, die miteinander reden können."
Socke rülpst wieder.
"Wir sind die Dinosaurier des öffentlichen Lebens, Socke, wir behaupten noch, dass dies ein Marktplatz ist, und niemand außer uns. Wir erzählen uns was, aber durch unser bloßes Dasein nicht nur uns, sondern den ANDEREN auch: Dass zwei so ganz und gar nutzlose Männer trotzdem leben. Wir sind eine überfließende Zwei-Mann-Demo, Socke, ein Straßentheater. Komm. Komm, steh auf. Na los, lass deine Büchsen stehen, die behalten wir im Blick. Schnapp dir den Einkaufskarren und los. Erst unsere Einkäufe machen uns gewichtig, merkst du das? Wir demonstrieren jetzt mal unsere Leichtigkeit, wir haben nämlich kein Gewicht. Die Plakatwände durchseuchen die Luft mit Minderwertigkeit und Minderwichtigkeit, wir machen da was draus. Die da auf den Plakaten sind im richtigen Leben, gute Verbraucher, schwer kontrahierender Enddarm der Wirtschaft, und wir gehören nicht dazu, wir sind ganz leicht und unbeschwert, flieg, Socke, flieg."

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