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Im Bann der Masken Roman von Allende, Isabel (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.07.2014
  • Verlag: Suhrkamp
eBook (ePUB)
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Im Bann der Masken

Da ist es wieder, das unvergleichliche Abenteurertrio Kate Cold, ihr Enkel Alex und die junge Brasilianerin Nadia, auf einer Reportagereise, die zunächst einer fröhlichen Safari gleicht. Die Suche nach zwei verschollenen Ordensbrüdern führt die drei aber mitten ins Herz der afrikanischen Urwälder, wo die Menschen unter der Herrschaft eines bizarren Königs, eines skrupellosen Militärs und eines teuflischen Zauberers stehen. Schnell entschließen sich Alex und Nadia, der unterdrückten Bevölkerung zu helfen, aber diesmal scheint es, als hätten sich die beiden zu viel vorgenommen ...
Anknüpfend an ihre Erfolgsromane Die Stadt der wilden Götte r und Im Reich des Goldenen Drachen, erzählt Isabel Allende in diesem letzten Teil der Abenteuertrilogie eine phantastische Geschichte über die überwindung tiefverwurzelter ängste und die Macht der Freundschaft.

Isabel Allende, 1942 in Chile geboren, ging nach Pinochets Militärputsch 1973 ins Exil. Die Erinnerungen ihrer Familie, die untrennbar mit der Geschichte ihres Landes verwoben sind, verarbeitete sie in dem Weltbestseller Das Geisterhaus . Allende zählt zu den meistgelesenen Autorinnen weltweit, ihr gesamtes Werk erscheint auf Deutsch im Suhrkamp Verlag.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 302
    Erscheinungsdatum: 14.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783518737842
    Verlag: Suhrkamp
    Originaltitel: El Bosque de los Pigmeos
    Größe: 1318kBytes
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Im Bann der Masken

ZWEITES KAPITEL
Besuche von Tieren und Menschen

Ein halbes Dutzend Mandrills hatte das Camp gründlich auseinander genommen. Die Zelte waren niedergerissen, Mehl, Maniok, Reis, Bohnen und Konservendosen lagen verstreut, in den Bäumen hingen gerupfte Schlafsäcke, im Hof zwischen den Holzhütten türmten sich die Reste von Stühlen und Tischen. Es sah aus, als wäre ein Taifun durch das Camp gefegt. Unter der Führung eines besonders grimmigen Affen zogen die Mandrills einander die in der Küche erbeuteten Töpfe und Pfannen über den Schädel und schwangen sie wie Keulen gegen jeden, der sich ihnen zu nähern versuchte.

"Was ist denn mit denen los!", rief Michael Mushaha von seinem Elefanten herab einem seiner Angestellten zu.

"Ich fürchte, sie sind etwas angetrunken ...", kam die betretene Antwort.

In der Hoffnung, etwas Essbares zu ergattern, trieben sich die Affen immer in der Nähe des Camps herum. Nachts durchwühlten sie die Abfälle, und wenn man die Vorräte nicht sorgsam verstaute, hatten sie am anderen Morgen Beine bekommen. Eine nette Gesellschaft war das nicht, die Affen bleckten die Zähne und knurrten einen an, hatten aber gemeinhin genug Respekt vor Menschen, um in sicherer Entfernung zu bleiben. Ein solcher Überfall war ungewöhnlich.

Da man der Affen anders nicht Herr werden konnte, gab Michael Mushaha Anweisung, mit Betäubungsmitteln auf sie zu schießen, was leichter gesagt als getan war, denn sie rasten und tobten herum wie vom Teufel besessen. Endlich war auch der letzte Mandrill getroffen, taumelte und kippte dumpf auf die Seite. Alexander und Timothy und einige der Campangestellten packten die Affen an den Knöcheln und unter den Achseln und schleppten sie ein paar hundert Meter vom Camp weg. Dort würden sie in Ruhe schlafen können, bis die Betäubung nachließ. Die bepelzten, übel riechenden Körper waren viel schwerer, als ihre Größe hätte vermuten lassen, und jeder, der sie angefasst hatte, musste sich hinterher duschen, seine Kleider waschen und sich mit Flohpulver einpudern, um das Ungeziefer loszuwerden.

Während das gröbste Tohuwabohu beseitigt wurde, brachte Michael Mushaha in Erfahrung, was sich während ihres Ausflugs im Camp abgespielt hatte. Offenbar hatte sich einer der Affen an den Angestellten vorbei in das Zelt von Kate und Nadia gestohlen, wo Kates Wodkavorrat lagerte. Selbst durch die geschlossenen Deckel rochen die Affen schon aus der Entfernung den Alkohol. Der Oberaffe klaute eine Flasche, brach den Hals ab und teilte den Inhalt mit seinen Kumpanen. Nach dem zweiten Schluck waren alle angeheitert, und mit dem dritten enterten sie das Camp wie eine Horde Piraten.

"Wenn ich keinen Wodka habe, tun mir alle Knochen weh", beschwerte sich Kate, die ihre übrigen Flaschen nun würde hüten müssen wie Goldbarren.

"Täte es nicht auch ein Aspirin dann und wann?", schlug Mushaha vor.

"Pillen sind Gift! Ich benutze ausschließlich Naturprodukte", gab Kate entrüstet zurück.

~

Erst als die Mandrills außer Gefecht gesetzt waren und im Camp wieder Ordnung herrschte, fiel jemandem das Blut an Timothys Hemdsärmel auf. Gleichmütig wie immer erklärte er, er sei gebissen worden:

"Einer von den Jungs war offensichtlich noch nicht ganz eingeschlafen ..."

"Zeigen Sie mal", sagte Michael Mushaha bestimmt.

Timothy hob die linke Augenbraue. Das war die einzig bekannte Regung in seinem unerschütterlichen Pferdegesicht und verdeutlichte je nachdem eine der drei Gefühlsaufwallungen, die bei ihm vorkamen: Überraschung, Bedenken oder Ärger. Diesmal war es letzteres, er konnte es

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