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Im Bett mit meinem besten Freund von Orloff, Erica (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.12.2012
  • Verlag: MIRA Taschenbuch
eBook (ePUB)
6,99 €
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Im Bett mit meinem besten Freund

Es gibt normale Frauen. Und es gibt Georgia Ray Miller. Ihre Strumpfhose hat garantiert immer ein Loch. Ihre beste 'Freundin' ist eine Liebesfilm-tolle Tunte. Und wenn andere zur Arbeit gehen, kommt Georgia manchmal erst nach Hause. Doch sie hat den einen großen Traum: Sie will Blues-Sängerin werden. Nach einer Nacht mit dem besten Freund begreift Georgia, dass sie New Orleans - der Stadt von Jazz und Soul - den Rücken kehren muss, um ihre Bestimmung zu finden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 07.12.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955762551
    Verlag: MIRA Taschenbuch
    Größe: 415 kBytes
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Im Bett mit meinem besten Freund

2. KAPITEL

"O h mein Gott, warum musste sie sterben!" klagte Dominique wie eine alte Griechin, die sich über die Leiche eines geliebten Menschen wirft. "Warum nur? Sag mir warum?"

"Hier! Nimm!" erwiderte ich und reichte ihr gelassen ein Taschentuch. Mit dicken Kissen im Rücken und eingekuschelt in Dominiques pinkfarbenes Laura-Ashley-Quilt saßen wir auf ihrem Bett und sahen uns nun schon zum dritten Mal innerhalb von zwei Tagen Magnolien aus Stahl an, die Schale mit dem in geschmolzener Butter schwimmendem Popcorn und den Krug mit Sex on the beach auf dem Nachttisch. Man muss dazu wissen, dass Dominque eine Vorliebe für Drinks hat, deren Name das Wort Sex oder etwas ähnlich Anzügliches enthalten.

"Ich verstehe einfach nicht, wie du da so ungerührt sitzen kannst, Georgia Ray Miller. Das ist nicht normal", schluchzte sie in meine Richtung.

"Dominique, du weißt , dass Shelby am Ende stirbt. Du weißt es, seit wir uns das Video auf der High School zum ersten Mal angesehen haben und durch jedes x-te weitere Mal, dass wir es seitdem geguckt haben. Ich kann einfach nicht mehr darüber weinen. Ich habe meine letzte Träne in dieser Sache vor fünf Jahren vergossen."

"Aber die Friedhofszene ..." Unter Schluckauf putzte sie sich die Nase.

Drag Queens sind selten besonders subtil. Man gebe Dominique eine Federboa, Plateauschuhe und eine neue platinfarbene Perücke und beobachte sie dabei, wie sie kokett darin umherstolziert. Aber ich schwöre , eine Drag Queen im schönsten Nachtcluboutfit - und Dominique besitzt einige davon - ist nichts im Vergleich zu einer Drag Queen mit Liebeskummer.

Zum Glück war Dominique derzeit aber unser einziger Mitbewohner mit gebrochenem Herzen, denn was sie einem abverlangte, kam praktisch einem Vollzeitjob gleich. Einer der Vorzüge, in einem Haus mit zwanzig Zimmern zu wohnen, war, dass man verlorenen und einsamen Seelen jederzeit Zuflucht gewähren konnte. Nan schickte selten jemanden wieder weg. Sie hatte lediglich ein paar Regeln: keine Waffen, keine Drogen. Ansonsten war jeder meiner Freunde herzlich eingeladen, so lange zu bleiben, wie er oder sie es für nötig hielt. Die Miete ist ein Witz. Und jeder ist mal mit Kochen und Küchendienst dran. Nach dem Karneval vor zwei Jahren, als jeder, inklusive meiner Wenigkeit, nach Hause gestolpert kam und seinen oder ihren Lover in den Armen eines anderen liegen sah, kamen wir auf erkleckliche sechs gebrochene Herzen. Aber das ist der Karneval in New Orleans: Man betrinkt sich gnadenlos, rennt mit nacktem Busen durch die Gegend und versaut sich gerne mal sein Leben.

Dominique seufzte und warf ihren Kopf in die Kissen wie Gloria Swanson in Sunset Boulevard . Ich betrachtete ihre kakaofarbene Haut, die langen, leicht geschwungenen schwarzen Wimpern, die sich um Augen legten, die so dunkel waren, dass man die Pupille nicht von der Iris unterscheiden konnte - fast kohlschwarz. Sie war wunderschön, mit Wangenknochen, die so hoch hervorstachen, dass sich darunter regelrecht eine kleine, spitz zulaufende Mulde bildete, und ihr Kinn war zierlich und mit einem winzigen Grübchen in der Mitte gesegnet. Selbst ohne ihren üblichen Samt-Lippenstift von Mac und den wie Schmetterlingsflügel geschminkten Augen sah sie atemberaubend aus. "Ich will nie wieder was mit einem schwulen Mann zu tun haben, Georgia. Das schwöre ich dir." Sie sah mich an. "Und schwule weiße Männer sind die schlimmsten."

"Nein, verheiratete Männer sind die schlimmsten. Ach, was rede ich? Sie taugen alle nichts, Dominique. Es sind eben Männer, ob Hetero oder Homo ... Dich nehme ich davon natürlich aus. Du bist ja auch eine Frau, selbst wenn ... Teile von dir es nicht sind."

"Na vielen Dank." Sie nahm das zerdrückte Taschentuch und tupfte sich damit über die Augen. "Ist meine Wimperntusche verlaufen?"

"Verlaufen? Schätzchen, die hast du mit den Tränen in d

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