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Im dunklen Tal von Bauer, Angeline (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.02.2014
  • Verlag: Rosenheimer Verlagshaus
eBook (ePUB)
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Im dunklen Tal

Im Jahr 1742 fallen die Panduren im bayerischen Niederwessen ein, plündern und morden. Am abgelegenen Puchberger-Hof werden sechs Leichen gefunden. Die einzige Überlebende ist die 11-jährige Amrei, die fortan stumm bleibt. Sie wächst bei einem Bauern im Dorf zu einer hübschen, freundlichen Frau heran. Der junge, lebensfrohe Schulmeister Korbinian kommt aus München in das Dorf. Dank ihm beginnt Amrei sich mitzuteilen. Kurz darauf wird Amrei mehrmals bedroht. In Korbinian wächst der Verdacht, dass der Anschlag auf den Puchberger-Hof einst nicht von den Panduren begangen wurde. Eine spannende Verfolgung inmitten von Intrigen, Gewalt und dem ersten Aufkeimen junger Liebe beginnt.

Angeline Bauer war zunächst klassisch ausgebildete Tänzerin und psychologische Beraterin, ehe sie sich voll und ganz dem Schreiben widmete. Neben Sachbüchern, Ratgebern, heiter-frechen Frauenromanen und vielen Kurzgeschichten entstanden seither auch einige historische Romane. 2006 und 2009 war sie für den Sir Walter Scott Preis sowie die DeLiA nominiert. Die Autorin lebt und arbeitet in Grassau am Chiemsee.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 26.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783475542404
    Verlag: Rosenheimer Verlagshaus
    Größe: 607 kBytes
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Im dunklen Tal

Durch Todesnacht

bricht ew'ges Morgenrot.
1. Kapitel

Weinend klammerte sich das Mädchen an die Mutter. "Und den Streichenwirt ham's auch angezündet!", schluchzte es.

Anna Greimbl bekreuzigte sich. "Jesus, Maria und Joseph!" Sie strich ihrer Tochter über's blonde Haar. Maria war erst vierzehn Jahre alt, diente als Magd in der Wirtschaft auf dem Achberg. "Und du?", fragte die Mutter. "Haben sie dir auch was angetan?"

"Ich bin ja gar nicht droben gewesen! War von der Hausmutter nach Schleching geschickt worden, um den Zimmermann für eine Reparatur am Dachstuhl zu bestellen. Als ich dann auf dem Waldpfad zurückging und nicht mehr weit nach Hause hatte, hörte ich das Geschrei der Soldaten und wie das Vieh gebrüllt hat und die Leute um Gnade flehten. Wir haben nicht mehr Geld, wir können euch nicht mehr geben, hat die Hausmutter gerufen. Und dann wieder Schüsse, und plötzlich die Flammen und das Prasseln von Feuer. Durchs Geäst hindurch hab ich zugesehen, wie einer die Zenzi niederstach." Maria presste das Gesicht an die Schulter der Mutter, wimmerte: "Gelacht hat er dabei und der Toten noch die Hände und Füße abgeschlagen, mit denen sie zuvor nach ihm getreten hatte. Da hast, was dir gebührt, hat er geschrien. Von einem Weiberleut lässt sich ein Pandur nicht prügeln!"

"Und du?", fragte die Mutter wieder.

"Losgerannt bin ich da, so schnell wie ich konnte." Maria deutete auf ihr zerschundenes Gesicht und die zerschundenen Hände. "Bin hingefallen, hab mich überschlagen und bin auf dem eisigen Schnee Kopf voran den Berg hinuntergerutscht. Bin wieder aufgestanden und weitergerannt bis zum Flussufer, weil ich mich im Wald so gefürchtet hab."

Inzwischen waren auch die Nachbarn auf die Straße gelaufen, umringten die Greimbl-Bäuerin und ihre Tochter, hörten was die Maria unter Tränen erzählte und starrten zum Achberg hinüber. Dicke schwarze Rauchwolken stiegen dort auf und verdunkelten den Himmel, Schüsse hallten zwischen den Schlechinger Bergen hin und her.

"War grad am Staffen vorbei", berichtete das Mädchen weiter, "da hab ich gesehen, wie der Toni vom Chronlachner und der Knecht, der Otto, aus dem Wald gerannt kamen. Der Toni vorneweg, der Otto hinterher, als wollte er ihn einfangen. Und der Toni hat gebrüllt wie am Spieß und war ganz von Blut besudelt. Und dann kam auch sein Bruder, der Alois noch, und sein Vater ist vom Hof zum Wald hinaufgelaufen und hat auch geschrien. Saubande, hat er geschrien, verreckte Saubande."

Hufgetrappel war plötzlich zu hören. Die Menschen auf der Straße fuhren herum und blickten hinter sich, dachten schon, es wären die Panduren, die ihnen jetzt an den Kragen wollten, aber es waren zwei von Oberwessen. In gestrecktem Galopp kamen sie angeritten.

"Habt ihr's mitbekommen", schrie der Ältere schon von weitem, "die Österreicher mit den Kroaten sind eingefallen, in aller Herrgottsfrüh! Konnten die Grenzpatrouillen an der Achen umgehen und sind im Schutz der Wälder und des Schneegestöbers ins Land vorgedrungen."

Sie parierten vor der Gruppe Menschen durch und sprangen von den Pferden. Der Ältere war ein Rossknecht, der jüngere der Sohn des Bauern, bei dem der Rossknecht arbeitete.

"Oberwessen haben s' eingenommen, die Höfe geplündert und in Brand gesteckt, die Frauen geschändet, die Männer erschossen, das Vieh niedergemetzelt!", r

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