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Im Galopp durchs Nadelöhr von Plate, Gabriele (eBook)

  • Verlag: epubli
eBook (ePUB)
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Im Galopp durchs Nadelöhr

Die junge, wissbegierige Peruanerin Luz verdingt sich als Putzhilfe in einem deutschen Bau-Camp im Norden Perus. Es entwickelt sich ein Verh?ngnisvolles Miteinander. Luz bem ht sich hartn?ckig um die Aufkl?rung ihrer nebul?sen Vergangenheit, in der Terror und Milit?rgewalt eine unerwartet entscheidende Rolle spielen. Ihr begegnen Liebesgef hle ebenso heftig, wie die Furcht vor Fremdbestimmung und der Irrtum des verletzten Egos. Gesellschaftliche Anspr che und das weit hergeholte Verlangen nach absoluter Freiheit w rzen das Geschehen.Die Macht des eigenen Willens kommt zum Tragen, Situationen werden von ihm bestimmt und gemeistert, um letzten Endes zu erkennen, dass kein Meistern die Liebe ersetzten kann. Ein kurzer Einblick in sozialpolitische Zust?nde der Achtziger Jahre in Peru, Terrorismus und Milit?rgewalt spielen eine unerwartet entscheidende Rolle. Es zeigt sich deutlich, dass auch vermeintlich gefestigte Menschen, durch psychische Verletzungen oder drohendem Verlust gesellschaftlicher Stellung, in unbekannte Richtungen man?vriert werden k?nnen. Die Macht des eigenen Willens kommt zum Tragen, Situationen werden erlebt und gemeistert um letzten Endes zu erkennen, dass kein Meistern die Liebe ersetzen kann. Landschaftsarchitektin und Bildhauerin. Langj?hrige Aufenthalte in Peru, Indien, Brasilien. Die Autorin lebt in Spanien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 100
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783745067972
    Verlag: epubli
    Größe: 706 kBytes
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Im Galopp durchs Nadelöhr

Eine abscheuliche Nacht

Schon am zweiten Tag ihrer Abwesenheit hatte man Karl ein anderes Mädchen ins Haus geschoben, um Luz zu ersetzten. Er war empört, Luz konnte man nicht ersetzen. Eine dralle, nicht hässliche aber schmuddelig wirkende junge Frau stand am Abend verschwitzt vor seiner Tür. Er schickte sie mit ungeduldig doch freundlich gehaltenen Worten davon. Karl hatte nicht mit der Beharrlichkeit der Mädchen gerechnet. Eine von ihnen musste diesen vorerst leeren Platz in seinem Haus besetzen und ebenfalls nach eigenen Wünschen ausnutzen. Eine große Überraschung wartete auf ihn.

Solange Luz del Mar ihren kranken Onkel pflegte, musste er täglich in der Bau-Kantine essen und seine Hemden der Wäscherei anvertrauen. Auch wenn ihn das mit der Gemeinschaftswäsche der Junggesellen noch mehr ekelte als der Fraß in der Kantine, hielt er es für unter seiner Würde, seine Waschmaschine in Gang zu setzen oder selbst zu kochen.

Ihm fehlten Luz del Mars unsichtbaren Fingerabdrücke auf seinen gebügelten Hemden, ihm fehlte ihr Geruch im Haus, den er sich einbildete, denn sie roch nicht. Ihm fehlte ihr Schlurfen in den Mokassins, ihr Essen, ihre Eigenwilligkeit, ihre Anwesenheit, alles an ihr fehlte ihm so sehr, dass er sich körperliche Schmerzen wünschte, um sich von diesem unfreiwilligen Verzicht abzulenken.

Karl hielt der Sehnsucht nicht mehr stand und hatte entschlossenen in ihr Dorf zu fahren und nach ihr zu fragen. Erst dann fiel ihm auf, dass er nicht einmal wusste, welchem Dorf sie angehörte. Am nächsten Tag machte er eine Runde durchs Camp, alle Putzfrauen verneinten, obwohl ihm jede von ihnen diesen Wohnort hätte mitteilen können. Eines der Mädchen gab ihm schließlich mit bösem Gesichtsausdruck die gewünschte Auskunft. Also machte er sich auf den Weg, das Abendessen hatte er verschmäht. Mit Hilfe einiger unfreundlicher, holperiger Auskünfte der Anwohner, stand er eine halbe Stunde später vor dem Pfarrhaus und war äußerst erstaunt, dass sie hier wohnen sollte. Sie hatte ihre Wohnverhältnisse nie erwähnt, er hatte auch nicht danach gefragt. Sicherlich hatten diese schmutzverklebten Dörfler ihn missverstanden und an die falsche Stelle geschickt!

Er ging trotzdem durch den gepflegten, von Zypressen beschatteten Eingangsbereich und klopfte mit einem Bronzeengel, der eigens dafür angebracht war, an die hölzerne Haustür, in der festen Annahme, dass hier keine Luz del Mar wohnen würde. Aber hier könnte er möglicherweise an einen zuverlässigeren Ansatz seiner Suche gelangen. Sie öffnete ihm die Tür und bat ihn freundlich einzutreten.

Karls Herzschlag machte einen Satz, war vor ihm in die Zukunft der nächsten Sekunde gehüpft. Er lief rot an vor Freude, ergriff schnell und behutsam mit beiden Händen ihren Kopf, hielt diesen fest und küsste ihr beide Wangen. Dann trat er ins Haus. Luz del Mar lachte leise und legte den Zeigefinger auf ihren Mund. Sie ließ ihn wissen, dass sie etwa noch zwei Wochen brauche, bis ihr Onkel wieder ganz gesund sei, und dass sie ihn auf jeden Fall bis dahin pflegen wolle. Er schliefe gerade, aber später einmal, würde sie ihm diesen Onkel, den Pfarrer, gerne vorstellen. Falls Señor Karl das wünsche.

Karl war mit Allem einverstanden, in diesem Moment hätte er eine Verzichtserklärung auf sein Leben unterschrieben, wenn sie nur zurückkäme. Ihm entschlüpfte, sie schmerzlich vermisst zu haben. Auch dazu lachte Luz del Mar und lud ihn zum Abendessen ein.

Als er zum dritten Mal in das Pfarrhaus eingeladen wurde, hatte er sich richtig in Schale geworfen. Heute sollte er den genesenden Pfarrer kennenlernen, jene Bezugsperson, die Luz als die ihr wichtigste bezeichnete. Diese Person erschien Karl eher ein Vater, als ein Onkel zu sein. Ihre Mutter lernte er ebenfalls kennen. Eine energische Frau, etwa Anfang vierzig, die recht uninteressant auf Karl wirkte. Sie beteiligte sich kräftig und unpassend am Gespräch, lachte aber nicht ein einziges Ma

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