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Im Himmel ist der Herbst wie Sommer Roman von Holmström, Linnea (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.10.2015
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
7,99 €
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Im Himmel ist der Herbst wie Sommer

'Opa mochte den Herbst', sagte Emil.
'Opa mochte jede Jahreszeit', erwiderte Anne-Lis. Zum ersten Mal konnte sie beim Gedanken an ihren Vater wieder lächeln. Er hatte immer nur das Schöne, das Positive gesehen. Offenbar hatte Emil diese Fähigkeit von ihm geerbt.
'Ja, aber am liebsten mochte er den Sommer', sagte der Junge.

Emil ist fest entschlossen, die Asche seines verstorbenen Opas mit einer Rakete in den Himmel zu schießen. Dorthin, wo der Herbst wie Sommer ist. Dummerweise halten die Erwachsenen nichts von dieser Idee. Mit Ausnahme von Tante Anne-Lis. Aber die ist zu abgelenkt, um sich auf Emil und sein Vorhaben zu konzentrieren. Sie ist frisch verliebt...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 302
    Erscheinungsdatum: 08.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732513949
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Opas Asche
    Größe: 1526 kBytes
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Im Himmel ist der Herbst wie Sommer

- 1 -

E s ist Ihnen im letzten Jahr schon nicht gelungen, alle Zimmer durchgehend zu vermieten." Die Stimme der Hotelmanagerin klang, als würde sie Anne-Lis persönlich dafür verantwortlich machen. "Entweder geben Sie sich mit diesen zwölf Zimmern zufrieden, oder Sie bekommen gar keine!"

Anne-Lis Dahlander ließ verärgert den Kugelschreiber fallen, mit dem sie während des bisherigen Gesprächs Kringel auf ihren Notizblock gemalt hatte. "Das muss ich erst mit meinem Vorgesetzten klären", erwiderte sie.

"Ach, Sie sind nicht einmal entscheidungsbefugt? Dann beeilen Sie sich gefälligst ein bisschen, und fragen Sie Ihren Vorgesetzten! Ich habe weitaus Besseres zu tun, als meine Zeit mit sinnlosen Telefonaten zu verplempern", kam es wütend zurück. "Wenn ich innerhalb der nächsten Stunde nichts von Ihnen höre, vergebe ich das Kontingent an einen anderen Reiseveranstalter." Damit legte die Hotelmanagerin einfach auf.

Blöde Kuh, dachte Anne-Lis sauer und trommelte ungeduldig mit den Fingern auf ihre Schreibtischplatte. "Wo bleibt Folke?", fragte sie ihre Kollegin Helen, die ebenfalls gerade ein Telefonat beendet hatte.

Ahnungslos zuckte Helen mit den Schultern. "Er wollte nur schnell hoch und sich ein frisches Hemd anziehen, bevor die Sandström kommt. Eigentlich müsste er längst wieder da sein."

Carina Sandström saß im Vorstand des Reiseveranstalters, für den sie arbeiteten. Folke hatte die Leitung des Büros in Malmö inne, aber Anne-Lis wusste, dass er nach Höherem strebte. Anfangs hatte sie seinen Ehrgeiz oft belächelt, in letzter Zeit fand sie sein Verhalten aber eher befremdlich. Besonders wenn Carina Sandström ihre Besuche anmeldete, hatte er so gar nichts mehr mit dem Mann gemein, in den sie sich verliebt hatte.

Anne-Lis stand auf. "Ich gehe mal hoch", sagte sie. "Das Hotel will innerhalb der nächsten Stunde eine Antwort."

Helen nickte und griff nach dem Hörer ihres Telefons, das schon wieder klingelte. Aber bevor sie das Gespräch annahm, zwinkerte sie Anne-Lis zu. "Lass dich nicht ärgern", sagte sie. "Es ist Freitag, und in ein paar Stunden starten wir alle ins Wochenende."

Das Büro des Swedish Travel Shop , kurz STS , befand sich auf der zweiten Etage des Turning Torso, einem der Wahrzeichen der Stadt Malmö. Von außen sah das Hochhaus aus, als würde es sich um die eigene Achse drehen, von innen war es ein modernes Büro- und Wohngebäude.

Praktischerweise hatte Folke eine Wohnung in der siebenundzwanzigsten Etage desselben Gebäudes gemietet. Ein elegantes Apartment mit Blick auf den Hafen. Zu ihrem letzten Geburtstag hatte er Anne-Lis einen Schlüssel dafür geschenkt. Als er ihr die kleine, weiße Schachtel überreichte, hatte es ihr für einen Moment die Sprache verschlagen. Sie hatte geglaubt, dass er ihr damit sagen wollte, sie solle zu ihm ziehen.

Inzwischen war sie jedoch davon überzeugt, dass der Schlüssel nicht mehr als ein Verlegenheitsgeschenk gewesen war, mit dem Folke vertuschen wollte, dass er ihren Geburtstag völlig vergessen hatte. In ihrer Beziehung hatte sich nichts verändert, außer dass Anne-Lis nicht mehr klingeln musste, wenn sie zu Folke kam. Sie selbst bewohnte immer noch die kleine Wohnung in Rönneholm, einem Stadtteil mitten in Malmö.

Mit dem Aufzug fuhr Anne-Lis nach oben. Es war still auf dem Gang, nur das Klackern ihrer hohen Absätze war zu hören. In Gedanken war sie noch immer bei der unfreundlichen Hotelmanagerin, als sie die Wohnungstür aufschloss und die Wohnung betrat.

Der Wohnbereich bestand aus einem großen, halbrunden Raum mit beeindruckender Fensterfront, einem Tisch mit bunten Stühlen und einer Kochnische, die hinter einem Mauervorsprung halb verborgen war. Ganz rechts stand eine riesige Couchgarnitur. Von dort aus war der überdimensionale Flachbildfernseher ebenso zu sehen wie die beeindruckende Aussicht durch die bodentiefen Fenster auf die Öresundbrücke, die ü

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