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Irgendwo ist immer Frühling Roman von Holmström, Linnea (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.03.2017
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Irgendwo ist immer Frühling

Vogelgezwitscher, blühende Wiesen und die ersten warmen Tage - Frühlingsgefühle in Schweden Im kalten Stockholmer Winter träumt Annika vom Frühling. Milla dagegen reist einfach immer dorthin, wo es gerade warm und sonnig ist. Annikas Alltag ist trist und eintönig, während Milla voller Tatendrang steckt. Doch Milla hat Krebs, und für all die verrückten Unternehmungen, die sie sich vorgenommen hat, ist sie auf Annikas Hilfe angewiesen. So landen die beiden Freundinnen schließlich auf der kleinen Insel Torsö, wo Milla ein letztes Mal ihre Jugendliebe Jonas küssen will - und Annika lernt, das Leben zu genießen ... Ein herzerwärmender Roman über Freundschaft und Lebensträume

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 302
    Erscheinungsdatum: 16.03.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732530502
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1883 kBytes
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Irgendwo ist immer Frühling

- 1 -

A nnika klickte die Webcam des Flughafens weg und startete den Flugradar, um den Weg der Maschine zu verfolgen. In dreieinhalb Stunden sollte sie auf dem Flughafen El Prat in Barcelona landen.

Entspannt lehnte sie sich zurück und schaute auf den Monitor. Ein winziges, stilisiertes Flugzeug schob sich millimeterweise über die Landkarte Richtung Süden. Sie schloss die Augen, reiste der Maschine in Gedanken voraus und sah sich über La Rambla spazieren. Sonne auf der Haut, Seeluft auf den Lippen ...

"Alter Kacker!"

Annika riss die Augen auf und zog instinktiv die Hände vom Schreibtisch.

Keine Sekunde zu früh! Magnus' kräftiger Schnabel traf statt ihrer Finger die Schreibtischplatte.

"Hu!", machte Magnus, als hätte ihn seine Beißattacke selbst überrascht.

Annika lachte, obwohl sie genau wusste, dass sie das schlechte Benehmen des Papageis damit weiter anstachelte.

"Böser Vogel!", sagte sie tadelnd.

Das verstand Magnus. Er sträubte die Federn, ließ die Lider hängen und schien ganz genau zu wissen, dass er jetzt so verschlagen aussah, wie er es manchmal auch war.

Vorsichtshalber rutschte Annika auf ihrem Bürostuhl ein Stück zurück.

"Ist ja gut", versuchte sie ihn zu besänftigen.

Er hob den Schwanz, schwenkte ihn kurz hin und her und ließ einen grün-weißen Klecks auf ihren Schreibtisch fallen.

"Du Ferkel!"

"Alter Kacker!", bestätigte Magnus.

"Genau!" Annika stand auf, um die Küchenrolle zu holen.

Als sie zurück ins Wohnzimmer kam, war Magnus auf seine Voliere geflogen. Er kletterte gerne darauf herum, weigerte sich aber, sich darin einsperren zu lassen. Seit die Nachbarn sich über das durchdringende Geschrei beschwert hatten, das er jedes Mal anstimmte, wenn Annika die Käfigtür hinter ihm schloss, ließ sie es bleiben. Mit den Nachbarn hatte sie seither keine Probleme mehr, bis auf Herrn Hansson von nebenan. Vor ihm hatte Annika regelrecht Angst. Er war laut, ungepflegt und roch meistens nach Alkohol. Bevor sie ihre Wohnung verließ, lauschte sie immer erst kurz an der Tür, um möglichst jede Begegnung mit ihm zu vermeiden.

Magnus hockte jetzt auf dem Ast, den sie auf dem Volierendach befestigt hatte. Ein Bein hatte er unter das Gefieder gezogen. Er schien müde zu sein.

Annika betrachtete den Papagei mit einem Lächeln und dachte daran, wie Magnus ihr vor etwas mehr als einem Jahr zugeflogen war. Die ersten Schneeflocken waren vom Himmel geschwebt, als er plötzlich auf dem Balkongeländer gesessen hatte. Völlig erschöpft, durchgefroren und laut schreiend, weil ihn das weiße, umherwirbelnde Zeug in Panik versetzte.

Alarmiert durch das Gekreische hatte Annika die Balkontür geöffnet und selbst erschrocken aufgeschrien, als ein dunkler Schatten an ihr vorbeisegelte, schwerfällig auf dem Tisch landete und einen grün-weißen Klecks hinterließ.

"Magnus! Alter Kacker!", hatte er sich vorgestellt und gleich seinen weiteren Wortschatz vorgeführt: "Komm mal her! Guter, guter Junge! Komm, komm, komm!"

Mit diesen Worten war er über den Tisch gewatschelt und von da aus auf eine Stuhllehne gesprungen, während er die Umgebung - und vor allem Annika - aufmerksam musterte.

Plötzlich hatte er die Flügel wieder ausgebreitet. "Tschüss, mein Schatz, sei lieb!"

Annika war erleichtert gewesen, hatte die Balkontür weit aufgerissen und gehofft, dass der Vogel tatsächlich verschwand und zurück nach Hause flog.

Vielleicht war es der Schnee gewesen, der immer noch vom Himmel fiel. Vielleicht hatte der Vogel auch einfach keine Lust auf die Kälte da draußen gehabt. Jedenfalls hörte er auf zu flattern, machte es sich auf einem Bein gemütlich und zog das andere unter sein Gefieder.

"Lecker!", hatte er gesagt. Es klang wie ein Befehl, und er hörte nicht mehr damit auf. "Lecker, lecker, lecker, lecker ..."

Annika konnte kaum fassen, dass seit ihrer ersten Begegnun

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