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Isabelle von Bodenmann, Mona (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.02.2016
  • Verlag: Jim Humble Verlag
eBook (ePUB)
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Isabelle

Mona Bodenmann beschreibt den Weg der Selbstfindung einer Frau am Tiefpunkt ihres Lebens während einer schweren Krise. Den sprichwörtlich blühenden Kontrast dazu bildet die großartige Landschaft des Pembrokeshire Coast Path, ein 186 Meilen langer Wanderweg im Süden und Westen von Wales, der von der Autorin in vielen Bildern und Stimmungen beschrieben wird. Die Geschichte von Isabelle, der Protagonistin, ist ein erlebnisreicher und realitätsnaher Selbstfindungsroman, der viele Frauen ansprechen dürfte. Frauen, die sich mit Isabelles Schmerz einer verlassenen Frau in der Lebensmitte identifizieren und nach einer Befreiung aus ihrer Not jenseits der Vergangenheit suchen. Der Roman beschreibt in lebendigen Szenen den heilenden Ausweg aus Schmerz und Verzweiflung und leitet den Kurswechsel an. Zu Beginn ihrer Wanderung lernt Isabelle den lebensklugen und humorvollen Geraint kennen. Geraint blickt tief in Isabelles Seele und in ihr verwundetes Herz - sie kann sich ihm weder entziehen noch weiter verdrängen, was an ihr nagt und sie zu zerfressen droht. Nach und nach - Schritt für Schritt - öffnet sie sich Geraint, lässt sich von ihm leiten und lernt, ihm zu vertrauen. "Isabelle", ist ein Reiseführer von außen nach innen, der den tiefen Wunsch nach Selbsterforschung weckt, um den Weg zur wahren Liebe, zum inneren Frieden und zur eigenen Freiheit zu finden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 207
    Erscheinungsdatum: 04.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9789088790799
    Verlag: Jim Humble Verlag
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Isabelle

3

Erst bei Einbruch der Dämmerung kann sich Isabelle dazu überwinden, ihre Herberge noch einmal zu verlassen.

Sie begibt sich ins nächstbeste Pub und gesellt sich zu den Menschen an der Bar, deren Geschwätz sich in ihren Ohren unangenehm laut anhört. Mit einem kurzen Blick streift sie die Speisekarte und bestellt sich ein Curry und ein Bier. Dann setzt sie sich an einen Tisch in der Nähe des offenen Kamins, um ihren fröstelnden Körper aufzuwärmen.

Im Lokal herrscht eine ausgelassene Stimmung. Niemand nimmt Kenntnis von ihr. Dennoch kommt es ihr so vor, als herrsche im Raum eine klare Struktur vor, und es ist sofort ersichtlich, wer fremd und wer einheimisch ist. In kleinen Gruppen wird gelacht, diskutiert und jeder gibt reihum eine Runde aus.

Als sie fertig gegessen hat, begibt sie sich erneut an den Tresen, hievt sich auf den einzigen freien Barhocker und bestellt ein zweites Glas Bier. Das kupferfarbene Getränk schmeckt beim ersten Zug fremd. Zu Hause trinkt sie lieber jeden Abend eine halbe Flasche Wein, manchmal auch mehr. Doch im Gegensatz zu früher ist es kein lustvolles Genießen mehr, sondern ein Narkotikum, das ihre Seelenqual lindern soll. Konzentriert beobachtet sie, wie der Barkeeper mit geübtem Griff das Bier vom Schankhahn in die Gläser abzapft.

"Schaut an, wer da kommt!", ruft jemand hinter ihr ausgelassen.

Neugierig dreht sie sich um und sieht, wie die Leute einem alten Mann Platz machen und ihm die Hände entgegenstrecken. Er nimmt sich für die Begrüßung viel Zeit. Danach gesellt er sich zu ihr an die Bar und wird sofort vom Barkeeper bedient. Fasziniert beobachtet Isabelle, wie der Alte langsam Schluck für Schluck trinkt und bei jedem Tropfen die Augen genüsslich zusammenkneift. Er bemerkt ihren Blick und streckt ihr die Hand entgegen.

"Croeso, noswaith dda - guten Abend und willkommen. Mein Name ist Geraint."

"Isabelle", stellt sie sich vor.

Sie mustert den alten Mann unauffällig, als er sich einem anderen Pub-Besucher zuwendet. Er ist von großem, kräftigem Wuchs. Mit seinem schlohweißen, langen Haar und dem ebenso weißen Bart ist er eine beeindruckende Erscheinung. Dazu bilden die buschigen, dunklen Augenbrauen einen auffälligen Kontrast. Sie findet, dass seine Stimme überhaupt nicht zu seinem Alter passt, denn sie hat einen tiefen, vollen Klang. Doch am meisten erstaunen sie seine klaren braunen Augen, die ein warmer Schimmer umgibt. Mit seinen ausgetragenen, an manchen Stellen geflickten Kleidern und dem alten Rucksack wirkt er auf sie allerdings wie ein Landstreicher.

"Schmeckt dir unser Bier?", wendet der Alte sich erneut an sie.

Sie bejaht seine Frage.

Er nickt bedächtig und blickt sie forschend an. "Ich habe dich hier noch nie gesehen. Bist du aus der Gegend?"

"Nein, ich bin hier in Urlaub."

Wieder ruhen seine Augen auf ihr. Es sind weder Neugier noch Absicht, die in seinem Blick liegen. Er sieht sie einfach nur freundlich an, und dabei strahlt sein Antlitz eine große Ruhe aus. Verlegen wendet sie sich ab.

"Es braucht gewöhnlich eine Weile, bis man sich an unser Bier gewöhnt hat", erklärt er. "Es gibt eine Faustregel, die lautet: Je größer die Hebel, umso wahrscheinlicher fließt handgepumptes Real Ale. Meist ist das Bier ungefiltert und wird sorgfältig gelagert, bis es die richte Reife hat." Er macht eine längere Pause, dann fährt er fort: "Ja, die Waliser lieben das Bier, und es gibt zwei Dinge, die sie besonders gut können."

"Zum einen sicher Bier trinken", unterbricht Isabelle spontan seinen Redeschwall.

Ein Schmunzeln geht über die Züge des Alten. "Stimmt ... und weißt du auch, warum sie so gerne Bier trinken?"

"Keine Ahnung, ich schätze aus Gewohnheit?", schlägt sie schulterzuckend vor.

"Ja, aber nicht nur. Das Bier gehört zur walisischen Lebensart. Und einigen Menschen gewährt es auch tiefere Einblicke in ihre Psyc

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