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Ist die Liebe nicht schön? Weihnachtsroman von Harrington, Carmel (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.10.2016
  • Verlag: MIRA Taschenbuch
eBook (ePUB)
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Ist die Liebe nicht schön?

Eine Geschichte, so wohlig und warm wie eine heiße Schokolade! Weihnachten war stets die schönste Zeit des Jahres für Belle. Die funkelnden Lichter Dublins, der knirschende Schnee unter den Schuhen, der Zauber, der in der Luft liegt. Doch dieses Jahr ist sie blind für all das, und ihre Welt ist grau, nachdem sie alles verloren hat, was sie liebt. Aber Weihnachten hat auch dieses Jahr nicht seinen Zauber verloren ... und schickt Belle jemanden, der ihr vor Augen führen soll, wie schön das Leben ist. Carmel Harrington glaubt an Happy Ends, weil sie ihr eigenes gefunden hat. Sie lebt mit ihrem Ehemann und ihren zwei Kindern in Irland, und ihr Leben ist erfüllt von Geschichten, Spielen, Spaziergängen am Strand, Schokolade und Liebe in Hülle und Fülle.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 10.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956499265
    Verlag: MIRA Taschenbuch
    Größe: 767 kBytes
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Ist die Liebe nicht schön?

1. KAPITEL

Dezember 1988

S ie hat die ganze Zeit kein einziges Wort gesagt. Das ist doch nicht normal. Sie sollten sie besser untersuchen lassen. Vielleicht stimmt etwas nicht mit ihr", sagt Mrs. Gately, meine Noch-Pflegemutter, und tippt sich mit dem Finger vielsagend an die Stirn.

"Das ist nicht das erste Mal. Dass sie nicht spricht, meine ich", erwidert Mrs. O'Reilly in ähnlich verächtlichem Ton.

Mrs. O'Reilly ist die Frau vom Jugendamt, die für mich zuständig ist, solange ich denken kann. Sie scheint jetzt nicht gerade glücklich über mich zu sein. Aber sie soll nicht böse sein. Ich bin doch immer ganz lieb. Trotzdem ärgern sich die Erwachsenen ständig über mich. Vor allem meine Mutter hat dies fortwährend getan.

Ich drücke Dee-Dee, meine Puppe, fester an mich und streichle ihr übers schwarze Haar. Ich will nicht an meine Mutter denken.

"Frohe Weihnachten, Belle", sagt Mrs. Gately extra laut. Sie macht einen Schritt in meine Richtung, als wollte sie mich umarmen. Aber im letzten Moment überlegt sie es sich anders und streicht mir stattdessen über den Kopf.

Ein Glück! Sie riecht nämlich so komisch. Ihr Parfüm kitzelt mir in der Nase, ich muss davon immer niesen. Sie ist offensichtlich froh, mich los zu sein. Vorhin hörte ich, wie sie zu ihrem Mann sagte, dass es das nicht wert sei. Und obwohl ich erst acht bin, wusste ich sofort, dass sie mit "es" mich meint.

"Schnall dich an, Belle!", sagt Mrs. O'Reilly über die Schulter. Oje, sie ist böse auf mich. Aber als sie mich im Rückspiegel anschaut, wird ihr Ausdruck sanfter. Mit einer seltsam hohen Stimme erklärt sie: "Wart's ab. Es wird dir gefallen. Tess ist sehr nett. Und diesmal ist es für immer. Ist das nicht schön? Ein neues Zuhause? Für dich und deine sieben Sachen?"

Ich senke den Blick. Zu meinen Füßen liegt ein kleiner Rucksack. Da ist alles drin, was ich besitze.

"Belle!" Sie klingt gereizt. Oh, sie will, dass ich antworte.

Ich nicke und verziehe den Mund zu einem Lächeln. Obwohl mir überhaupt nicht zum Lachen ist.

Sie scheint zufrieden zu sein. Jedenfalls wendet sie den Blick vom Rückspiegel ab und guckt wieder auf die Straße vor uns.

Was glaubst du, Dee-Dee? Ist das neue Zuhause wirklich für immer? Dee-Dee lügt nie. Ich glaube, sie ist das einzige Wesen auf der ganzen Welt, das immer die Wahrheit sagt.

Aus ihren dunkelbraunen Augen guckt sie mich an. "Na ja, bei Joan und Daniel sollten wir doch auch für immer bleiben."

Stimmt. Tatsache ist, dass Mrs. O'Reilly denselben Satz schon zigmal gesagt hat.

Wie jedes Mal, wenn ich an Joan und Daniel denke, kriege ich Angst. Ich will zurück nach Dun Laoghaire, zurück in das Haus, in dem ich die letzten Jahre gelebt habe. Nur dass Joan und Daniel nicht mehr da sind. Das Haus steht leer, es soll verkauft werden. Meine ehemaligen Pflegeeltern sind jetzt woanders, "Silicon Valley" heißt es. Ich weiß nicht, wo das ist. Es muss weit weg sein, denn sie sind mit dem Flugzeug geflogen.

Warum haben sie mich nicht mitgenommen, Dee-Dee? Mir wird übel.

Dee-Dee guckt mich traurig an. Ich weiß, wie sie sich fühlt.

Alle verlassen sie uns. Am Ende lassen sie uns immer allein.

"Hey, mach dir nichts draus. Solange wir zu zweit sind, wird alles gut", sagt Dee-Dee.

Ich drücke ihr einen Kuss auf die Stirn und nicke. Ja, alles wird gut.

Mrs. O'Reilly plappert munter weiter. Wie toll das neue Haus in Drumconda ist. Wie gut es mir dort gefallen wird. Wie aufregend, was für ein Abenteuer. Das sagt sie jetzt schon zum zweiten Mal. Und obwohl ich nicht in einem Flugzeug fliegen muss, weiß ich ganz genau, dass es weit weg ist von meinem alten Zuhause.

"Deine neue Pflegemutter, Tess, nimmt seit dreißig Jahren Kinder bei sich auf. Du kriegst ein eigenes Zimmer. Ganz für dich allein. Ist das nicht toll? Und du kannst jeden Tag zu Fuß zur Schule gehen. Wie

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