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Jane Eyre Die Waise von Lowood von Bronte, Charlotte (eBook)

  • Verlag: apebook Verlag
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Jane Eyre

'Jane Eyre' ist der erste und zugleich bedeutendste Roman der britischen Schriftstellerin Charlotte Brontë (1816-1855). Er erschien im englischen Original 1847, wurde allerdings ursprünglich unter dem Pseudonym Currer Bell veröffentlicht. Erzählt wird die Lebensgeschichte der Titelheldin, von der schweren Kindheit im Internat Lowood bis hin zu ihrer Anstellung als Gouvernante im Landhaus Thornfield Hall des wohlhabenden Mr. Rochester, in den sie sich trotz aller Unterschiede verliebt. Dann geschehen auf Thornfield Hall seltsame Dinge. 'Jane Eyre' zählt zu den herausragenden Werken der englischen Literatur des Viktorianismus und verbindet Gothic-Elemente mit Romantik. Es ist ein Bildungsroman, der die heranreifende junge Heldin im Spannungsfeld zwischen Liebe und sozialen Normen, zwischen eigenen und fremden Wünschen und Wertvorstellungen zeigt. Die dramatische Geschichte einer jungen Frau, die gegen alle Widrigkeiten um Selbstbehauptung und persönliches Glück kämpft, wurde mehrfach verfilmt und erfreut sich nach wie vor größter Beliebtheit. Diese Ausgabe folgt der Übersetzung von Maria von Borch (1853-1895) und enthält Illustrationen von Frederick Henry Townsend (1868-1920).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 556
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783961300556
    Verlag: apebook Verlag
    Größe: 2872 kBytes
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Jane Eyre

ERSTES KAPITEL.

E s war ganz unmöglich, an diesem Tage einen Spaziergang zu machen. Am Morgen waren wir allerdings während einer ganzen Stunde in den blätterlosen, jungen Anpflanzungen umhergewandert; aber seit dem Mittagessen - Mrs. Reed speiste stets zu früher Stunde, wenn keine Gäste zugegen waren - hatte der kalte Winterwind so düstere, schwere Wolken und einen so durchdringenden Regen heraufgeweht, daß von weiterer Bewegung in frischer Luft nicht mehr die Rede sein konnte.

Ich war von Herzen froh darüber: lange Spaziergänge, besonders an frostigen Nachmittagen, waren mir stets zuwider: - ein Greuel war es mir, in der rauhen Dämmerstunde nach Hause zu kommen, mit fast erfrorenen Händen und Füßen, - mit einem Herzen, das durch das Schelten Bessie's, der Kinderwärterin, bis zum Brechen schwer war, - gedemütigt durch das Bewußtsein, physisch so tief unter Eliza, John und Georgina Reed zu stehen.

Die soeben erwähnten Eliza, John und Georgina hatten sich in diesem Augenblick im Salon um ihre Mama versammelt: diese ruhte auf einem Sofa in der Nähe des Kamins und umgeben von ihren Lieblingen, die zufälligerweise in diesem Moment weder zankten noch schrieen, sah sie vollkommen glücklich aus. Mich hatte sie davon dispensiert, mich der Gruppe anzuschließen, indem sie sagte, daß es sie tief unglücklich mache, gezwungen zu sein, mich fern zu halten; daß sie mich aber von Vorrechten ausschließen müsse, zu deren Genuß nur zufriedene, glückliche, kleine Kinder berechtigt seien, und daß sie mir erst verzeihen würde, wenn sie sowohl durch eigene Wahrnehmung wie durch Bessie's Worte zu der Überzeugung gelangt sein würde, daß ich in allem Ernst versuche, mir anziehendere und freundlichere Manieren, einen kindlicheren, geselligeren Charakter - ein leichteres, offenherzigeres, natürlicheres Benehmen anzueignen.

"Was sagt denn Bessie, daß ich gethan habe?" fragte ich.

"Jane, ich liebe weder Spitzfindigkeiten noch Fragen; außerdem ist es gradezu widerlich, wenn ein Kind ältere Leute in dieser Weise zur Rede stellt. Augenblicklich setzest du dich irgendwo hin und schweigst, bis du freundlicher und liebenswürdiger reden kannst."

An das Wohnzimmer stieß ein kleines Frühstückszimmer: ich schlüpfte hinein. Hier stand ein großer Bücherschrank. Bald hatte ich mich eines großen Bandes bemächtigt, nachdem ich mich zuerst vorsichtig vergewissert hatte, daß er Bilder enthalte. Ich stieg auf den Sitz in der Fenstervertiefung, zog die Füße nach und kreuzte die Beine wie ein Türke; dann zog ich die dunkelroten Moiree-Vorhänge fest zusammen und saß so in einem doppelten Versteck.

Scharlachrote Draperien schlossen mir die Aussicht zur rechten Hand; links befanden sich die großen, klaren Fensterscheiben, die mich vor dem düstern Novembertag wohl schützten, mich aber nicht von ihm trennten. In kurzen Zwischenräumen, wenn ich die Blätter meines Buches wendete, fiel mein Blick auf das Bild dieses winterlichen Nachmittags. In der Ferne war nichts als ein blasser, leerer Nebel, Wolken; im Vordergrunde der feuchte, freie Platz vor dem Hause, vom Winde entlaubte Gesträuche, und ein unaufhörlicher vom Sturm wildgepeitschter Regen.

Ich kehrte zu meinem Buche zurück - Bewicks Geschichte von Englands gefiederten Bewohnern; im allgemeinen kümmerte ich mich wenig um den gedruckten Text des Werkes, und doch waren da einige einleitende Seiten, welche ich, obgleich nur ein Kind, nicht gänzlich übergehen konnte. Es waren jene, die von den Verstecken der Seevögel handelten, von jenen einsamen Felsen und Klippen, welche nur sie allein bewohnen, von der Küste Norwegens, die von ihrer äußersten südlichen Spitze, dem Lindesnäs bis zum Nordkap mit Inseln besäet ist.

Wo der nördliche Ozean, in wildem Wirbel

Um die nackten, öden Inseln tobt/sp

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