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Jenseits der südlichen Sterne Roman von Haran, Elizabeth (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.07.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
13,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Jenseits der südlichen Sterne

Rhodesien/ Afrika, 1956: Die Fotografin Olivia lernt im Livingstone Nationalpark den attraktiven Edward kennen und verliebt sich in ihn, doch Edward wird Afrika in ein paar Wochen verlassen. Er will den Traum seines vermögenden verstorbenen Onkels verwirklichen und bedrohte afrikanische Tiere nach Australien verschiffen. Kurzerhand beschließen Olivia und Edward zu heiraten und gemeinsam den Aufbruch in ein neues Leben auf dem roten Kontinent zu wagen. Doch ihre Zukunft unter den südlichen Sternen ist ungewiss ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 524
    Erscheinungsdatum: 27.07.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732555956
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: A Capricorn Sun
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Jenseits der südlichen Sterne

Prolog

Rhodesien - 1956

"Hier drüben, Boss", flüsterte Chibuzo Tafari dem leitenden Ranger Edward Mason zu. Er deutete auf eine große, unverwechselbare Spur am Fuße eines schattigen afrikanischen Ebenholzbaumes.

Sie befanden sich im Livingstone Wildpark inmitten eines Meeres von trockenem Elefantengras, das auch Löwen auf der Jagd perfekt als Tarnung diente. Edward wusste, dass sie jeden Moment aus dem Hinterhalt angegriffen werden konnten, und verstärkte unwillkürlich den Griff um sein geladenes Gewehr. Er war ein hervorragender Schütze, aber das würde ihm bei einem Überraschungsangriff wahrscheinlich wenig nützen. Sie verstießen gerade gegen gleich mehrere Regeln, die ein Ranger niemals brechen sollte: Sie hatten ihr Fahrzeug in einiger Entfernung zurückgelassen, sie durchquerten ein dicht bewachsenes Gebiet mit kurzer Sichtweite, und es war schon später Nachmittag - bald würden sich die Löwen auf die Jagd begeben.

Die Sonne sank bereits am Horizont und ließ den Himmel in kräftigem Rot, warmen Orangetönen und goldenen Farbstreifen leuchten. Die heiße Luft des Tages kühlte allmählich ab, und in Kürze würde sich Dunkelheit über die Steppe senken. Als sie in der Ferne das Gebrüll eines Löwen hörten, dicht gefolgt von den Warnschreien mehrerer Affen, wurden sich Edward und Chibuzo einmal mehr der Gefahr bewusst, in der sie sich befanden.

"Wir sollten zum Wagen zurückkehren. Aber wir sind so dicht dran, das spüre ich." Edward hockte hinter Chibuzo und tippte den Zeigefinger seiner rechten Hand auf einen nassen Fleck auf dem Boden: Urin, noch warm und sehr wahrscheinlich von dem ausgewachsenen südlichen Breitmaulnashornweibchen, dessen Spur sie schon seit zwei Tagen verfolgten. Er ließ seinen erfahrenen Blick über das Elefantengras jenseits der Bäume schweifen. Teile davon waren plattgedrückt - ein Zeichen dafür, dass erst kürzlich ein sehr großes Tier darübergetrampelt war.

"Sie ist hier entlang gegangen", sagte Chibuzo aufgeregt, der noch mehr Spuren bemerkte. "Ist noch nicht lange her."

Edward hielt seinen Zeigefinger in die warme Brise und stellte erleichtert fest, dass der Wind von vorne kam. Nashörner hatten einen ausgezeichneten Geruchssinn und dazu noch ein feines Gehör, womit sie ihre geringe Sehkraft ausglichen. Es galt, so leise wie möglich zu sein, denn im Busch lauerten auch die farblich ähnlichen, aber kleineren und vor allem aggressiveren Spitzmaulnashörner. Sie gingen aus einer Auseinandersetzung meist als Sieger hervor, selbst gegen Menschen in Fahrzeugen, und konnten eine Geschwindigkeit von bis zu fünfundsechzig Stundenkilometern erreichen.

Edward und Chibuzo bewegten sich vorsichtig durch das Gras. Plötzlich hielt Chibuzo inne und studierte aufmerksam den Boden. "Sie hat ein Kalb dabei", flüsterte er schließlich aufgeregt.

Auf Edwards Gesicht breitete sich ein breites Lächeln aus. "Bist du dir sicher?", fragte er leise und in der Hoffnung, dass sein Assistent recht hatte.

"Ja, Boss. Schau, die kleinen Fußabdrücke." Chibuzo deutete auf den äußeren Rand der großen Fußspuren auf dem Boden. Als Edward sich vorbeugte, konnte er die leichtere Vertiefung ausmachen.

Äußerst behutsam schlichen sie weiter, da eine wachsame Nashornmutter selbst das leiseste Geräusch hören würde. Ihr Kalb war wehrlos gegen einen Löwenangriff, und sie würde es ohne zu zögern mit ihren tausenden Kilogramm an Muskelmasse verteidigen. Plötzlich stieß Chibuzo Edward mit dem Ellbogen an und deutete mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht voraus. "Ich sehe sie", flüsterte er.

Ein paar Meter weiter öffnete sich das hohe Gras zu einer Lichtung. Die Nashornmutter schnüffelte und schnaubte, sie roch die Eindringlinge. Die beiden Männer verharrten reglos auf der Stelle. Das Tier kannte den leitenden Ranger und seinen Partner, und so hofften sie, es möge verstehen, dass sie in guter Absicht kamen.

Auf diesen wunderbaren Momen

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