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Johannisbeersommer von Israel, Andrea (eBook)

  • Verlag: Refinery
eBook (ePUB)
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Johannisbeersommer

Die selbstbewusste Lily und die schüchterne Valerie sind grundverschieden, aber eine Gemeinsamkeit hat ihre Freundschaft seit Kindertagen bestimmt: die Liebe zu gutem Essen. Doch dann stellt ein lange gehütetes Geheimnis die Freundschaft auf eine harte Belastungsprobe. Werden die beiden Freundinnen die Vergangenheit hinter sich lassen können? Johannisbeersommer erzählt die köstliche Geschichte einer großen Freundschaft und feiert das Leben mit Rezepten, die uns immer begleiten. Andrea Israel (links im Bild) ist Fernsehproduzentin und Drehbuchautorin. Der Überraschungserfolg von Johannisbeersommer hat in den USA zur Gründung zahlreicher Clubs geführt, in denen Frauen Rezepte austauschen und alte Freundschaften wieder aufleben lassen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960480761
    Verlag: Refinery
    Größe: 1803 kBytes
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Johannisbeersommer

ERSTER TEIL

2000

An: LSTONE@dotnet.com

Von: VRUDMAN@webworld.com

Datum: 6. April 2000

Betreff: Lebenszeichen

Liebe Lilly,

schon unzählige Male habe ich einen Brief wie diesen begonnen und "Liebe Lilly" geschrieben, als wüsste ich ganz genau, was ich sagen wollte. Weiter bin ich jedoch nie gekommen. Ich wusste weder, was ich sagen, noch wie ich es formulieren sollte. Außerdem war ich mir nicht sicher, ob du überhaupt je wieder von mir hören willst.

Doch heute weiß ich genau, was ich dir sagen muss, und ich weiß, dass ich dir diese Nachricht schuldig bin. Meine Mutter ist letzten Monat an Krebs gestorben. Vielleicht hat es dir dein Vater schon erzählt; ich kann mich nicht mehr erinnern, was er auf der Beerdigung zu mir gesagt hat. Es war ein schwerer Tag. Die letzten beiden Jahre waren schwer. Und nun, da es vorbei ist, fühle ich mich wie eine Schlafwandlerin in einem dichten Nebel aus Trauer. Und Erleichterung. Und Schuldgefühlen wegen der Erleichterung.

Oh, Lilly. Ich wünschte, es gäbe einen anderen Anlass, dir zu schreiben. Aber vielleicht ist das der einzige Weg. Der Tod lässt mich stets nach dem Sinn in allem suchen. Ich möchte das Leben meiner Mutter verstehen. Und mein eigenes.

Vielleicht erscheint dir dies alles zu grob, zu real, zu intim. Wenn das so ist, tut es mir leid. Doch ich musste einfach den Versuch wagen herauszufinden, ob du immer noch für mich da bist. Wie früher. Ich kann dir gar nicht sagen, was es für mich bedeuten würde, wieder Kontakt zu dir zu haben. Sogar nach - vielmehr vor allem nach - so vielen Jahren.

Valerie

An: VRUDMAN@webworld.com

Von: LSTONE@dotnet.com

Datum: 7. April 2000

Betreff: RE: Lebenszeichen

Liebe Val,

ich weiß ehrlich nicht, was ich sagen soll ...

Das mit deiner Mutter tut mir sehr leid. Ich hoffe, du findest etwas Trost in dem Wissen, dass sie dich geliebt hat und stolz auf dich war. Ich hoffe, du kannst dir dieses Gefühl bewahren, genau wie die Erinnerung an ihr Lächeln und jenes wunderbare, raue Lachen, mit dem sie stets alle überraschte.

Alles Gute für dich und deine Familie.

Lilly

An: VRUDMAN@webworld.com

Von: LSTONE@dotnet.com

Datum: 7. April 2000

Betreff: Tausendmal Entschuldigung!

Verzeih mir diese schreckliche, so nüchterne Beileidsbekundung und erlaube mir, noch mal von vorne anzufangen. Val, von dir zu hören hat mich zutiefst berührt. Ich musste an all das denken, was wir einst zusammen hatten und verloren haben. Sechsundzwanzig Jahre Schweigen - und dann tauchst du plötzlich wieder auf!

Als ich deine E-Mail bekommen habe, habe ich laut geweint. Da warst du plötzlich wieder und das, was dich ausmacht, in deinen knappen Worten. So unmittelbar, ich meine, du lieber Himmel. Dank des Cyberspace war es, als seist du beinah hier bei mir in diesen geliebten Bergen.

Ach verdammt. Ich bin nicht sehr gut in so was. Was ich auf diese unbeholfene Art sagen will, ist, dass ich eine Menge Zeit und Energie investiert habe (nicht zu vergessen das viele Geld, das ich in Therapiesitzungen gesteckt habe), um mich selbst davon zu überzeugen, dass unser Zerwürfnis nur eine der vielen schmerzlichen Lektionen im Leben war. Menschen ändern sich und gehen getrennte Wege. Selbst die besten Freunde. Ich habe mir gesagt, so ist das halt. "Move on ...", um Sondheim zu zitieren (das Lied, mit dem ich früher immer meine Show begonnen habe).

Doch die Wahrheit sieht anders aus. Wie oft habe ich abends ins Publikum geblickt und gehofft, dich dort zu sehen. Ich kann dir gar nicht sagen, wie oft ich mir eingeredet habe, dass du irgendwie einfach auftauchen würdest. Dass wir einen Weg finden würden, wieder Freunde zu sein. Also, das alles ist nur eine sehr umständliche Art zu sagen: ja, Val. Ich bin immer noch für dich da. Wirklich und ehrlich, du kannst dich darau

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