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Kanonen auf hoher See Roman von O'Brian, Patrick (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.05.2014
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Kanonen auf hoher See

"Ein Amerikaner?" rief der Admiral. "Da sieht man's wieder, die taugen alle nichts. Fast alle dieser verdammten Schurken sind selber Sträflinge, und der Rest ist 'ne buntgescheckte Affenbrut..." Doch da irren sich die Engländer, und niemand erfährt dies schmerzhafter als Captain Lucky Jack Aubrey von der Royal Navy, den das Glück zu verlassen scheint. Schiffbrüchig und schwerverletzt muß er als Gefangener im Hafen von Boston ausharren, während die Briten rasch nacheinander die Verluste von drei Schiffen hinnehmen müssen. Doch mit Unterstützung seiner Informanten schmiedet Jacks Freund, der Schiffsarzt und Geheimagent Dr.Maturin, einen erfolgreichen Fluchtplan, und bald weht wieder der Gefechtsqualm über die amerikanischen Planken. Der sechste Band aus der weltweit erfolgreichen marinehistorischen Serie um den Seehelden Jack Aubrey und seinen Schiffsarzt Dr.Stephen Maturin. Patrick O'Brian stammt aus einer englischirischen Familie. 1969 begann er seine Seefahrerromane über Jack Aubrey und Dr. Stephen Maturin zu schreiben. Sie wurden international schnell zum Inbegriff spannender historischer Unterhaltung, und Millionen nicht nur maritim interessierter Leser warten gespannt auf den jeweils nächsten Roman. Durch seinen Tod im Januar 2000 verlor England den anerkanntesten Autor im Genre maritime Literatur.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 399
    Erscheinungsdatum: 09.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843708791
    Verlag: Ullstein
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Kanonen auf hoher See

ZWEITES KAPITEL

B OOT AHOI?" BRÜLLTE Leopards Wachsoldat, was heißen sollte: Welches Boot ist das? Wen bringt es?

Die Frage war allerdings überflüssig, denn die Flèche lag keine Kabellänge entfernt in Luv, und alle zur Zeit unbeschäftigten Leopards hatten von der Reling aus gesehen, wie deren Kommandant auf das Signal des Admirals hin in seine Gig gestiegen, mit allem Pomp an Land gerudert und eine Stunde später mit einem Dienstumschlag zurückgekehrt war, der bestimmt die Depeschen enthielt. Ganz unzeremoniell war er über die Backbordseite auf sein Schiff geklettert, nach kurzer Zeit mit einem völlig anders aussehenden Päckchen unterm Arm wieder erschienen und schnurstracks auf die Leopard zugekommen. Also eine zur Information unnötige Frage, aber dennoch eine von großer Wichtigkeit, denn nur des Bootsführers Antwortgebrüll: Flèche konnte die jetzt geziemende Empfangszeremonie auslösen.

Das Empfangskomitee war jämmerlich und das Schiff schäbig, aber die Zeremonie wurde bis ins kleinste Detail gewissenhaft ausgeführt: Schiffsjungen, so braun wie Malaien und fast ebenso nackt, flitzten hinab, um mit blendend weißen Handschuhen dem Besucher die Manntaue zu offerieren; die Pfeife des Bootsmanns zwitscherte, als er mit seinen Gehilfen Seite pfiff, und die abgerissenen Seesoldaten präsentierten ihre blankpolierten Musketen, sowie Kapitän Yorke den Fuß an Bord setzte und vor dem Achterdeck salutierte. Byron, Offizier der Wache und so präsentabel, wie seine Mittel es zuließen, empfing ihn, und gleich darauf erschien Jack Aubrey, der in der Zwischenzeit die Wombats aus seiner Kajüte vertrieben und eine frische Hose angezogen hatte, um Yorke herzlich zu begrüßen.

"Willkommen an Bord!" rief er. "Freut mich, Sie wiederzusehen."

Nach dem Händeschütteln stellte Jack seine Offiziere vor - Babbington, Moore und Byron -, ebenso die gerade verfügbaren Kadetten, während Kapitän Yorke sich die ganze Zeit eifrig bemühte, die Schäbigkeit seiner Umgebung zu übersehen.

Sowie sich die Tür der Achterkajüte hinter ihnen geschlossen hatte, sagte Yorke: "Ich habe einen Brief für Sie, Aubrey", und zog ihn aus der Tasche. "Ich habe mir erlaubt, auf meinem Weg nach Portsmouth bei Mrs. Aubrey vorzusprechen, nur für den Fall, daß die Leopard - will sagen, daß Sie, falls die Leopard Ostindien erreichte, gern von ihr hören würden."

"Bei meiner Seele, was sind Sie doch für ein guter Mensch!" Jack errötete vor freudiger Überraschung, nahm den Brief entgegen und starrte mit strahlend blauen Augen darauf nieder. "Sie hätten mir keine größere Freude bereiten können, außer Sophia persönlich mitzubringen. Wie überaus aufmerksam von Ihnen. Ich bin Ihnen wirklich sehr, sehr dankbar. Wie geht es ihr? Welchen Eindruck machte sie auf Sie? Wie kommt sie allein zurecht?"

"Ganz ungewöhnlich gut, kann ich Ihnen versichern. Kam in prächtiger Laune singend die Treppe herab. Habe sie noch nie so strahlen sehen. Sie trug ein neugeborenes Baby im Arm und scherzte darüber, weil es noch ganz zahnlos und kahl war."

"Oh", machte Jack.

"Ein neuer Neffe von Ihnen oder auch eine Nichte, genau weiß ich's nicht mehr. Ich hatte eine ziemlich ernste Miene aufgesetzt, muß ich gestehen, wegen Grants Horrorgeschichten und weil die Leopard so elend lange überfällig war. Deshalb war ich ganz perplex, daß sie förmlich übersprudelte vor Lebensfreude - besonders, als sie mich lachend bat, Ihnen ein Paar warmer Strümpfe mitzubringen. Tatsächlich war ich so vor den Kopf gestoßen, daß ich ihren Erklärungen nicht richtig folgen konnte. Anscheinend hatte sie durch einen Brief aus Amerika von Ihrem Wohlergehen erfahren. Die Details habe ich vergessen, obwohl sie mir den Brief zeigte - sie trug ihn an ihrem Herzen. Nicht daß sie ihn gebraucht hätte, sagte sie; sie sei immer felsenfest überzeugt

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