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Kein anderes Leben von Oberauer, Angelika (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.05.2015
  • Verlag: Rosenheimer Verlagshaus
eBook (ePUB)
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Kein anderes Leben

Lore und Stefan sind glücklich. Sie glauben fest, dass sie für immer zusammen sein werden und alle Schwierigkeiten meistern können. Doch plötzlich ändert sich ihr Leben. Denn Stefan will Karriere in der Stadt machen, während Lore ihre Heimat niemals verlassen würde. Die beiden trennen sich, obwohl sie sich immer noch lieben. Lores Bruder Markus, der Hoferbe, kommt bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Lore versucht alles, um den Hof zu retten. Doch der Immobilienmakler Dieter Paschke möchte das Grundstück erwerben, um dort ein Hotel zu bauen. Er setzt seinen gutaussehenden Halbbruder auf Lore an, damit diese verkauft. Wird er Lores Herz für sich gewinnen können oder ist ihre Liebe zu Stefan immer noch zu stark? Angelika Oberauer schrieb schon als Kind leidenschaftlich gerne Gedichte und Geschichten. Im Rosenheimer Verlagshaus veröffentlichte sie bisher die Lebenserinnerungen ihrer Mutter mit dem Titel 'Ins warme Licht der Freiheit' und den Heimatroman 'Das Geheimnis auf der Alm'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 07.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783475543890
    Verlag: Rosenheimer Verlagshaus
    Größe: 1938 kBytes
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Kein anderes Leben

1

Der Buchbergerhof lag etwas außerhalb des Dorfes in einem sonnigen Tal. Im Süden konnte man bei schönem Wetter von seinen drei übereinanderliegenden Balkonen die blaue Silhouette des "Wilden Kaisers" erkennen, im Osten erhob sich der Hochgern und im Westen der Geigelstein. Ging man um den Hof herum zur Tenne hin, vorbei an der Fassade, die bis zum Giebel hinauf mit wildem Wein bewachsen war, so erblickte man von hier aus die hügeligen Ausläufer der Hochplatte. Der Hof war einer der stattlichsten und größten in Hinterbrand. Ein dichter Laubwaldgürtel schützte das Anwesen vor kalten Herbst- und Schneestürmen, und eine sanft abfallende Wiese führte zu einem kleinen See. Kirschbäume säumten die schmale Zufahrtsstraße.

Es war ein warmer Juniabend, als Lore Buchberger die Straße entlangradelte. "Bald sind die Kirschen reif, wenn das sonnige Wetter anhält", dachte Lore gut gelaunt. Die junge Bauerstochter freute sich schon auf die süßen Herzkirschen, die sie so gerne aß. Dann blickte sie zum See hin, der wie ein blauer Spiegel, von keinem Windhauch getrübt, hinter der blühenden Wiese lag. Unbedingt wollte sie heute, nach der für die Jahreszeit ungewöhnlichen Hitze des Tages, noch ein erfrischendes Bad nehmen. "Wer hat schon das Glück, dass das eigene Grundstück bis zum See reicht", dachte sie schmunzelnd. Schon in der Schulzeit hatten ihre Freundinnen sie um den Badesee beneidet.

Beim Haus angekommen, lehnte sie ihr Fahrrad an die noch sonnenwarme Hausmauer. Bello, der alte Hofhund, der schläfrig auf dem P aster lag, hob nur müde den Kopf, als er sie bemerkte.

Von draußen hörte sie durch die offen stehende Haustür lautes Stimmengewirr, und ihre hohe, runde Stirn kräuselte sich dabei besorgt. "Streiten sich die Eltern denn schon wieder mit Markus?", fuhr es ihr durch den Kopf, und ihre gute Laune trübte sich dabei zusehends. "Warum ist der Markus nur so unzuverlässig und leichtfertig", dachte sie weiter, als sie den kühlen, feuchten Flur betrat, in dem es nach frisch gemolkener Milch, und auch ein klein wenig nach Stall und Heu roch.

"Das kannst du doch nicht machen!", hörte sie nun den Vater durch die gleichfalls offen stehende Küchentür schreien. "Gehst jede Woche zwei, drei Mal auf ein anderes Fest und lässt die Sabine in ihrem Zustand allein daheim sitzen!"

Darum geht es also wieder einmal. Lores Gesicht verfinsterte sich. Nichts mehr war übrig von der guten Laune, die sie gerade noch empfunden hatte. Trotzdem oder gerade weil daheim wieder einmal dicke Luft herrschte, wollte sie zum See hinunter. Sie würde sich gar nicht bei ihrer Familie blicken lassen. So schlich sie leise die steile Treppe zu ihrem Zimmer hinauf, um sich ihren Badeanzug zu holen und dann unbemerkt das Haus wieder zu verlassen. Sie hatte keine Lust, sich in die ständigen Auseinandersetzungen zwischen Bruder und Eltern hineinziehen zu lassen.

Niemand bemerkte sie, und so radelte sie fünf Minuten später über den Wiesenpfad zum See hinunter. Sofort stürzte sie sich in das klare, blaue Wasser, das von einem Gebirgsbach gespeist wurde und deshalb auch im Hochsommer nie wärmer als zwanzig Grad wurde. Lore machte das nichts aus. Sie liebte das kalte Wasser, es erfrischte und belebte sie.

Als sie nach einigen Minuten zurückschwamm, bemerkte sie in der Ferne einen Radler zwischen den Kirschbäumen. Die Gestalt kam rasch näher, und bald erkannte Lore darin ihren Freund Stefan. Ihr Herz schlug schneller bei seinem Anblick, zumal sie völlig überrascht war, dass er heute schon kam. Sie hatte ihn erst morgen erwartet.

"Sicher hat Stefan den Streit zwischen den Eltern und dem Bruder mitbekommen, als er mich abholen wollte", musste sie dann jedoch mit einem unangenehmen Gefühl denken.

"Ich hab dich schon von der Straße aus gesehen", rief er ihr eine Minute später vom Ufer aus zu, und schlüpfte dabei aus Hemd und Hose, um sich gleichfalls in das frische Wasser zu stürzen.

"Huch, ist das

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