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Kein Leben ohne Minibar Roman von Wiles, Will (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.03.2015
  • Verlag: Carl's Books
eBook (ePUB)
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Kein Leben ohne Minibar

Wiles zeigt, welche Abgründe sich hinter den glatten Fassaden unserer modernen Welt auftun Neil Double hat einen ungewöhnlichen Beruf: Stellvertretend für zahlungswillige Kunden besucht er Konferenzen und Messen. Dieses anonyme Leben zwischen Flughafenlounge und Hotelzimmer ist wie geschaffen für diesen eigensinnigen Einzelgänger, besonders die globale Hotelkette Way Inn hat es ihm angetan. Neils Welt gerät jedoch aus den Fugen, als er spätnachts an der Hotelbar auf die geheimnisvolle Frau trifft, der er schon einmal unter höchst bizarren Umständen begegnet ist. Bei ein paar Whiskys erzählt sie ihm von geheimnisvollen Vorgängen im Way Inn. Als die schöne Unbekannte plötzlich verschwindet, landet Neil auf der Suche nach ihr in einem aberwitzigen Alptraum, der ihn immer tiefer in die endlos labyrinthischen Flure des auf einmal gar nicht mehr so vertrauten Hotels führt. Der neue Roman von Bestsellerautor Will Wiles ist eine packende Geschichte zwischen Horror, Spannung und britischem Humor. Will Wiles ist Journalist und Redakteur eines englischen Magazins. Er lebt in London, 'Die nachhaltige Pflege von Holzböden' ist sein erster Roman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 16.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641146795
    Verlag: Carl's Books
    Originaltitel: The Way Inn
    Größe: 764 kBytes
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Kein Leben ohne Minibar

"ZIMMERREINIGUNG."

Ein Wort im Raum, wie der Monolith, der am Ende von 2001 - Odyssee im Weltraum über Jupiter schwebt. Offenbar sehr bedeutungsvoll und dennoch unbegreiflich.

Gedämpftes Klopfen an der Tür. "Zimmerreinigung."

"Ja-ha." Das war ich.

Ein mechanisches Geräusch, Metall klapperte, die Tür sprang auf.

"Nein, Moment noch." Ich hechtete aus dem Bett, setzte die Füße auf den warmen Teppich. Der Bademantel hing über der Badezimmertür - ich warf ihn über und eilte zur Tür, durch die sich schon ein Kopf und eine Schulter im rosa Kittel schob.

"Sorry", sagte das Zimmermädchen mit prachtvoll rollendem R. "Zimmerrr putzen?"

"Nein, danke. Nicht jetzt, später."

Sie schien von meiner Antwort verstimmt, als wäre das Putzen meines Zimmers eine lang erwartete Freude, die ich ihr nicht gönnen wollte.

"Späterrr?", rollte das R. Ich kam nicht drauf, was für ein Akzent es sein mochte.

"Später", nickte ich. "Ist okay, ist nicht so wichtig." Ich steckte in der Zwickmühle - einerseits wollte ich die Frau nicht im Zimmer haben, andererseits wollte ich sie nicht einfach so wegschicken, denn später in ein frisch hergerichtetes Zimmer zurückzukommen, wäre natürlich auch recht angenehm gewesen.

"Späterrr ...", wiederholte sie mit zweifelnder Miene, ob ich dieses Versprechen wirklich ernst meinte.

"Später", sagte ich entschieden und rang mir ein halbes Lächeln ab in der Hoffnung, sie damit loszuwerden.

Das Zimmermädchen zog sich wortlos zurück, und die Tür klickte sachte ins Schloss.

Ich hatte sie weggeschickt, um wieder ins Bett gehen zu können. Den Wecker hatte ich mir extra nicht gestellt. Auf keinen Fall wollte ich mich am Frühstücksbuffet blicken lassen oder mich in die morgendliche Schlange bei den Bussen einreihen. Erst einmal den Hauptansturm abwarten, sagte ich mir, dann konnte ich mich immer noch ganz gemütlich und weitgehend unbeobachtet zum Messezentrum begeben. Aber das Display des Radioweckers zeigte leider schon 11:22, und Frühstück gab es nur bis zehn; ich hatte es glatt verschlafen. Der Tag schritt ohne mich voran, und ich fühlte mich irgendwie geprellt, um die Befriedigung gebracht, selber entscheiden zu können, ob ich auf das Frühstück verzichten oder mich unter die Nachzügler am Buffet einreihen wollte. So musste ich mich schließlich doch noch sputen, statt den Tag gemächlich angehen zu lassen; für den Nachmittag waren Konferenzen angesetzt, und zwei Tage Messegeschehen mussten auch noch aufgearbeitet werden.

Also nichts wie unter die Dusche und in die Kleider. Ich hatte zwei Anzüge mit, beide unauffällig, gedecktes Business-Grau, der eine etwas fescher als der andere. Lucy hatte mir das feschere Sakko eingesaut, sodass ich nun mit dem bescheideneren Exemplar vorliebnehmen musste - aber Partys würde es ja ohnehin keine mehr geben. Ich dachte an Lucys flammende Wut auf mich; ihre Beschimpfungen (dass ich jämmerlich sei, dass ich jegliches künftige Unglück verdient hätte) hatten mich zwar getroffen, kamen mir aber dennoch wie bloße Aufwärmübungen für eine viel umfassendere Verwünschung vor, für die ihr dann aber die Worte fehlten, sodass sie sich stattdessen mit Pinot Grigio beholfen hatte. Wie konnte ich Worte für meine Reue finden, wenn sie so tief gekränkt war, dass sie ihre Wut nicht mal in Worte zu fassen vermochte? Es war hoffnungslos. Am besten, ich vergaß den peinlichen Auftritt. Früher wäre mir das gar nicht weiter schwergefallen. Zum Teufel, es war doch nur ein flüchtiger Moment mit einer Frau unter Tausenden. Aber ich wurde das Gefühl nicht los, dass die Sache damit nicht aus der Welt zu schaffen war - dass irgendwo über meine Taten Buch geführt wurde, und zwar untilgbar; dass ich eine psychische Spur meines traurigen Wirkens hinterließ.

All das ging mir durch den Kopf, während ich mein Hemd zuknöpfte und den Gürtel schloss. Während ich mir die Kr

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