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Kinderlachen - Folge 007 Als das Lachen im Haus verklang ... von Orloff, Wera (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.04.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Kinderlachen - Folge 007

Es sind nur wenige Sekunden und wenige Worte, die Susanne Hartmanns wohlgeordnete Welt zusammenstürzen lassen. Das Telefon läutet, Susanne hebt den Hörer ab und meldet sich. 'Wir haben Ihre Tochter entführt!', sagt eine fremde, verzerrte Männerstimme. 'Besorgen Sie bis morgen Abend fünfhunderttausend Euro in kleinen Scheinen. Wenn Sie die Polizei einschalten, bringen wir Felizitas um!' Susanne Hartmann ist zunächst wie gelähmt. Dann überschlagen sich ihre Gedanken. Ohne ihren Mann Christian in ihre Pläne einzuweihen, stürzt sie sich in einen einsamen, verzweifelten Kampf um ihr Kind. Die junge Mutter ist fest entschlossen, ihre Tochter aus den Fängen der Entführer zu retten! Sie ahnt nicht, dass sie sich selbst dabei in höchste Gefahr begibt ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 12.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732528394
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 418 kBytes
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Kinderlachen - Folge 007

"Eine schöne Schlamperei ist das! Was haben Sie sich eigentlich dabei gedacht, als Sie diese Fotos gemacht haben? Die Konkurrenz hat einen prächtigen Bildbericht über die Hochzeit gebracht. Da können wir nicht mithalten!"

Fritz Burckhard, Chefredakteur der Zeitung "Das Tageblatt", sah seinen Fotografen missbilligend an.

In lässiger Haltung lehnte Sascha Herzog am Schreibtisch: hellbraune Lederjacke, offenes weißes Hemd, beige Hose. Ein bisschen zu gut sah er aus, irgendwie verwegen. Er hatte große, blaugraue Augen und ein markantes Gesicht. Eine Strähne seines vollen, schwarzen Haars fiel ihm in die Stirn.

"Die Gräfin ist keine sehr attraktive Frau", entgegnete er ruhig. "Ich habe mehr Wert auf den künstlerischen Aspekt der Bilder gelegt." Er grinste.

Fritz Burckhard lehnte sich in seinem Sessel zurück.

"So, künstlerisch wollen Sie Ihre Fotos verstanden sehen! Sie scheinen zu vergessen, dass Sie bei einer Tageszeitung arbeiten und nicht bei einem Magazin für Kunst. Wir sind dazu da, um unsere Leser zu informieren, und gute, klare Fotos gehören dazu. Wenn die sehr einflussreiche Gräfin von Thorstedt sich entschließt, mit dreißig Jahren einen Philologie-Studenten zu heiraten, dann ist das schon eine kleine Sensation. Unsere Leser möchten ganz genau sehen, wie es bei der Hochzeit zugegangen ist. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, mein lieber Herr Herzog, wenn Sie Ihre künstlerischen Aspekte in Zukunft für Ihre Privatfotos aufheben."

"Manchmal kann man eben nicht über seinen Schatten springen", meinte Sascha gelassen.

"Oh doch, man kann!", polterte Fritz Burckhard los. "Und Sie werden sich daran gewöhnen müssen! Mein Gott, Sie sind doch jetzt schon seit zwei Jahren bei uns, Sie wissen doch, worum es geht! Wahrscheinlich beschwert sich die Gräfin, und das geht dann auf Ihr Konto."

Das Telefon auf dem Schreibtisch des Chefredakteurs läutete.

Gabriele Sonthoven, die Redaktionssekretärin, war am Apparat.

"Ich habe eine Frau in der Leitung", erklärte sie. "Es ist sehr dringend. Sie weint und möchte unbedingt mit dem Chefredakteur sprechen. Ich kann sie nicht abwimmeln."

"Also gut, stellen Sie durch." Es klickte in der Leitung. "Burckhard", meldete sich der Chefredakteur.

Zunächst hörte er nur ein Schluchzen und dann die erstickte, verzweifelte Stimme einer jungen Frau.

"Sie müssen mir helfen! Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll. Man hat mein Kind entführt, meine kleine Felizitas. Die Polizei darf ich nicht einschalten, sonst will man sie töten! Oh Gott, wenn meinem Kind etwas passiert ..."

"Wer ist denn da?", fragte Fritz Burckhard. "Mit wem spreche ich?"

"Ich heiße Susanne Hartmann", kam es zögernd aus dem Telefonhörer. "Mein Gott, was habe ich getan?" Ihre Stimme wurde hysterisch. "Wenn Sie darüber schreiben, erfährt es die Polizei. Man wird mein Kind töten. Ich bringe mich um, wenn das geschieht!"

"Beruhigen Sie sich, Frau Hartmann, wir werden nicht darüber berichten. Sie sind momentan in einer verzweifelten Lage und wussten nicht, an wen sie sich wenden sollten, nicht wahr? Ich habe Sie schon verstanden. Ich schicke Ihnen eine junge Frau, die wird versuchen, Ihnen zu helfen. Erzählen Sie ihr alles. Geben Sie mir bitte Ihre Adresse."

Er nahm einen Stift und schrieb auf, was Susanne Hartmann weinend hervorbrachte.

Neugierig hatte Sascha das Telefongespräch verfolgt.

"Soll ich Frau Keller begleiten?", fragte er. "Ich könnte von der Frau ein paar Fotos machen."

"Das ist jetzt wohl nicht der richtige Augenblick", entgegnete Fritz Burckhard. "Nein, Frau Keller soll allein zu Frau Hartmann fahren. Sie fahren jetzt zur Frühjahrskirmes und machen mir ein schönes Bild von der Eröffnung."

Sascha verließ das Büro des Chefredakteurs nicht gerade mit bester Laune. Im Großraumbüro der Redaktion ging er sofort auf den Schreibtisch von Nina Keller zu.

Seine Kollegin war eine ungewö

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