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Kirschblütenfrühling Roman von Hohlfeld, Kerstin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.03.2015
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Kirschblütenfrühling

Gar nicht so leicht f r Rosa, die Schneiderei zu managen, w"hrend ihre Chefin Margret zur Kur f"hrt. Noch dazu, wenn gleichzeitig eine Punkerin namens Koma mit ihrer Truppe die Gegend unsicher macht. Rosa n"hert sich der Frau an, die bei genauerem Hinsehen eher ungl cklich als gef"hrlich wirkt, und verschafft ihr einen Job in ihrem Stammlokal. Wenig sp"ter wird dort Geld gestohlen. Hat Koma ihr Vertrauen ausgenutzt? Rosa glaubt nicht daran und macht sich auf die Suche nach dem wahren T"ter. Kerstin Hohlfeld, geboren 1965 in Magdeburg, lebt seit ber 20 Jahren in Berlin. Nach einem Theologiestudium und einer bunten Mischung von Jobs widmet sie sich seit 2011 dem Schreiben von Romanen. 'Kirschbl tenfr hling' ist ihr vierter Roman um die sympathische Schneiderin Rosa Redlich und gleichzeitig der letzte Teil der Serie.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 247
    Erscheinungsdatum: 04.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839245644
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2617 kBytes
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Kirschblütenfrühling

Prolog

"Es riecht nach Frühling", bemerkt Jola. "Kommt bald die gute Wetter."

Wenn meine polnische Kollegin das sagt, dann stimmt es. Seit ich sie kenne, brauche ich keinen Wetterbericht im Radio zu hören. Jola kann Schnee schnuppern, Regen in ihren Knien spüren und von nahenden Stürmen bekommt sie Kopfschmerzen.

"Das wäre so schön", erwidere ich und werfe einen sehnsüchtigen Blick zum dunklen und wolkenverhangenen Berliner Himmel, der kein bisschen nach Frühling aussieht. Eher nach einem heftigen Wolkenbruch.

Jola und ich sind vorm Schraders angekommen. In unserem Stammlokal holen wir uns jeden Morgen drei Becher Kaffee fürs gemeinsame Frühstück. Meine Kollegin läuft schon vor zur Schneiderei direkt gegenüber. Ich warte darauf, dass unser Lebenselixier aus der Maschine in die Becher läuft, und tausche derweil Neuigkeiten mit den Wirten aus.

"Wie geht's Margret?", fragt Jens, während er Milch aufschäumt. "Sie sieht ziemlich blass aus im Moment."

"Eigentlich gut", erwidere ich. Allerdings frage ich mich, ob das wirklich der Wahrheit entspricht. Margret, unsere Chefin und Besitzerin der Schneiderwerkstatt, in der ich arbeite, gehört zu den Menschen, die keinerlei Aufheben um sich machen.

Ich weiß, dass sie manchmal Rückenschmerzen hat, aber wenn ich sie nach ihrem Befinden frage, reagiert sie meistens unwirsch. "Lass mal" oder "Geht schon." Mehr kriege ich nicht aus ihr heraus.

"Gestern hat sie mir gesagt, ihr wird es langsam, aber sicher zu viel, jeden Tag zehn Stunden in der Schneiderei zu verbringen", erzählt Jens und stellt die Kaffeebecher auf ein Tablett.

" Das hat sie gesagt?" Ich bin sprachlos.

Jens nickt.

"Ich muss gleich mit ihr reden", beschließe ich. "Weißt du, wie oft Jola und ich ihr schon angeboten haben, etwas kürzer zu treten?"

"Weiß ich", antwortet er. "Ich könnte mir vorstellen, dass sie es jetzt will."

"Das glaube ich erst, wenn sie es mir ins Gesicht sagt", erwidere ich. "Aber danke für den Tipp!"

Als ich das Schraders verlasse und über die Straße gehe, stürzt Jola mit schreckgeweiteten Augen aus der Tür unserer Werkstatt auf mich zu. "Kommst du", schreit sie und fuchtelt mit den Armen. "Schnell!"

"Was ist denn los?" Ich stelle das Tablett auf der nächstbesten Blumenrabatte ab und rase in die Werkstatt.

Ein großes Chaos empfängt mich. Unser Frühstückstisch ist umgestürzt, ein Stuhl liegt daneben und auf dem Fußboden liegt Margret und stöhnt leise.

"Was ist passiert?" Ich knie mich hin und sehe meiner Meisterin ins Gesicht. In ihren Augen schimmern Tränen.

"Ist sie verrückt", sagt Jola und schiebt ihr ein Kissen unter den Kopf. "Wollte sie abmachen die Knoblauchzopf von die Decke."

"Margret?"

Meine Meisterin nickt und wischt sich über das Gesicht.

"Bevor wir weiterreden", sage ich. "Habt ihr einen Arzt gerufen?"

"Habe ich gleich", antwortet Jola.

"Das solltest du doch nicht", schimpft Margret. Bei dem Versuch sich aufzurichten, verzieht sie ihr Gesicht vor Schmerzen und lässt sich wieder nach hinten fallen. "Ich bin gleich wieder in Ordnung."

"Du hast also einen Stuhl auf unseren wackligen Tisch gestellt und bist darauf geklettert, um den Knoblauchzopf von der Decke abzunehmen? Das ist nicht dein Ernst, oder?"

"Wieso nicht?", fragt Margret trotzig.

"Na deshalb!" Ich bin kurz davor zu schreien. "Was, wenn du dir etwas gebrochen hast?"

Von draußen ertönt lautes Tatütata und ein Krankenwagen bremst vor der Werkstatt. Fünf Minuten später liegt Margret auf einer Trage und wird ins nächstgelegene Krankenhaus transportiert. Mein Angebot, sie zu begleiten, lehnt sie ab.

"Nicht so viel Wirbel", befiehlt sie. "In ein paar Stunden bin ich wie neu und ihr kümmert euch bitte, bis ich zurück bin, um die Kunden."

Jola und ich beseitigen das Chaos in der Schneiderei,

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