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Kräuter der Provinz Roman von Durst-Benning, Petra (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.09.2015
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Kräuter der Provinz

Eine Prise Glück, ein Löffel Freude und jede Menge Liebe - so schmeckt das echte Leben.
Bürgermeisterin Therese liebt ihre schwäbische Heimat - Wiesen mit sattgelbem Löwenzahn, ein paar sanft geschwungene Hügel und mittendrin Maierhofen. Doch die jungen Leute ziehen weg, und der Dorfplatz wird immer leerer. Als Therese krank wird und das Dorf kurz vor dem Aus steht, raufen sich alle Bewohner zusammen - seien es die drei Greisen, die immer auf der Bank sitzen, der linkische Metzgermeister Edi oder die schüchterne Christine. Und sie haben nur noch ein Ziel: ihre schöne kleine Stadt zu retten und das erste Genießerdorf entstehen zu lassen - einen Ort, an dem der echte Geschmack King ist!

Petra Durst-Benning wurde 1965 in Baden-Württemberg geboren. Seit über zwanzig Jahren schreibt sie historische und zeitgenössische Romane. Fast all ihre Bücher sind SPIEGEL-Bestseller und wurden in verschiedene Sprachen übersetzt. In Amerika ist Petra Durst-Benning ebenfalls eine gefeierte Bestsellerautorin. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Hunden südlich von Stuttgart auf dem Land.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 512
    Erscheinungsdatum: 14.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641171100
    Verlag: Blanvalet
    Größe: 2612 kBytes
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Kräuter der Provinz

1. Kapitel

Es war das erste Mal, dass sie vom Sterben träumte. Sie lag in einem weißen Hospitalbett, angeschlossen an Zu- und Ableitungen, Sonden und leise piepsende Maschinen. Ihre Augen waren geschlossen, sie wollte sie öffnen, aber es gelang ihr nicht. Ihr Atem dröhnte laut in den Ohren. Doch dann, mit jedem Schlag ihres Herzens, wurde der Atem leiser. Und leiser und leiser ...

Es war zwei Uhr, als Therese mit einem erstickten Schrei aufwachte. Ihr Herz raste, ihr Nachthemd war schweißgetränkt. Fragmente des Alptraums liefen wie ein schlechter Film an ihrem inneren Auge vorüber. Sie blinzelte, als könne sie sich so von den Bildern befreien. Zitternd hob sie beide Beine aus dem Bett. Sie zog ihr nasses Nachthemd aus und ging ins Bad.

Aus dem Spiegel starrte sie eine attraktive Endvierzigerin an, mit kräftigen, schön gewölbten Augenbrauen und Augen, die fiebrig glänzten. Sie habe "Schlafzimmeraugen", hatte ihr einmal ein Mann gesagt. Sie sähe aus wie eine Mischung aus Susan Sarandon und Senta Berger, hatte ein anderer gemeint. Und mehr als einmal hatte sie zu hören bekommen, dass sie eine erotische Ausstrahlung besitze. Auf ihr Aussehen hatte sie sich immer etwas eingebildet. Statt Schlabberbluse und Jeans trug sie lieber eines ihrer zahlreichen Dirndl, die ihre Rundungen vorteilhaft zur Geltung brachten. Den Gästen ihres Gasthauses Goldene Rose gefiel das, auch wenn ihre bunten, fantasievollen Ensembles mit einer echten Tracht nicht viel zu tun hatten.

Schlafzimmeraugen hin, Dirndl her - zu einem Ehemann hatte sie es bisher nicht gebracht. Und nun sah es so aus, als sei der Zug vollends abgefahren.

Sie wollte nicht sterben. Nicht jetzt mit achtundvierzig. Und auch nicht in den darauffolgenden Jahren.

Nachdem sie sich ein frisches Nachthemd angezogen hatte, ging sie noch immer wie in Trance und sich am Geländer festhaltend die Treppe hinab ins Erdgeschoss, wo sich Wohnzimmer und Küche befanden. Von allein fand Thereses rechte Hand den altmodischen Lichtschalter neben der Tür zu ihrer winzigen Küche. Wie immer, wenn sie nachts aufwachte, lauschte sie auf Geräusche, die nicht in die Nacht und in das Haus gehörten. Doch alles war still. Nur in ihrem Inneren tobten Chaos und Tumult.

Eine Tasse Kaffee. Schlafen würde sie wahrscheinlich sowieso nicht mehr können. Mit diesem Gedanken schloss Therese die Verbindungstür auf, die von ihrer Wohnung hinüber in die Gaststätte führte. Die Goldene Rose war ein Lokal mit einem großen Schankraum und etlichen Nebenräumen. Massive dunkelbraune Holzmöbel dominierten das Bild, an den Fenstern hingen rotweiß karierte Gardinen, die Tischläufer waren aus demselben Stoff. Der Chic der Siebzigerjahre, dachte Therese nicht zum ersten Mal. Wie oft hatte sie sich schon vorgenommen, ihre Gasträume hübscher und moderner zu gestalten! Neue Stoffe aussuchen, schöne Kissen nähen für die lange Sitzbank neben dem Kachelofen. Die verstaubten Trockenblumensträuße durch neue ersetzen. Über neue Lampen nachdenken, die alten waren nun wirklich keine Augenweide mehr! Aber immer gab es tausend andere Dinge vorher zu tun. Und allem Anschein nach würde sich das in absehbarer Zeit auch nicht ändern.

In der Gaststube roch es wie immer. Nach Bier, nassen Spüllappen und nach der Rotweinsoße, für die ihr Koch Sam berühmt war.

Während sich die große Kaffeemaschine aufheizte, schaute Therese aus dem Fenster. Am verhangenen Himmel stand ein schwacher Mond. Er und die neuen, orange leuchtenden Laternen, die das Dorf erst im letzten Herbst bekommen hatte, schenkten den Straßen ein heimeliges Licht. Wer hier nachts zu Fuß oder mit dem Auto unterwegs war, fühlte sich sicher. Die Laternen waren eine gute Investition gewesen, befand Therese, auch wenn sie heftig mit dem Gemeinderat darum hatte ringen müssen. Aber als Bürgermeisterin einer Gemeinde, die chronisch knapp bei Kasse war, kannte sie es nicht anders.

In allen umliegenden Häusern war e

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