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Krieg der Rosen: Winterpilger Historischer Roman von Clements, Toby (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.02.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Krieg der Rosen: Winterpilger

Der Auftakt eines mitreißenden Historienepos über die Rosenkriege von Bestsellerautor Toby Clements

Kloster St. Mary, England, 1460. In einer klirrend kalten Februarnacht kreuzen sich die Wege von Thomas und Katherine, einem Mönch und einer Nonne. Thomas rettet die junge Frau vor einer Schar Angreifer aus höchster Gefahr. Dabei verletzt er den Sohn des mächtigen Sir Riven schwer, der fortan auf Rache sinnt. Als Sir Riven und seine Männer ins Kloster einfallen, müssen Thomas und Katherine fliehen - und geraten mitten hinein in die blutigen Auseinandersetzungen der Häuser York und Lancaster, in die Rosenkriege, deren Ausgang sie schon bald mitbestimmen ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 767
    Erscheinungsdatum: 12.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732514861
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Kingmaker: Winter Pilgrims
    Größe: 3451kBytes
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Krieg der Rosen: Winterpilger

1. K APITEL

Als die Nacht am dunkelsten ist, tritt der Dekan zu ihm. In der einen Hand hält er ein Binsenlicht, in der anderen einen langen Stab. Damit stößt er ihn an, um ihn zu wecken.

"Auf, Bruder Thomas", flüstert er. "Der Prior will dich sehen."

Es ist noch zu früh für die Prim, wie Thomas weiß, und daher hofft er, dass der Dekan ihn liegen lässt, wenn er sich weiterhin schlafend stellt. Vielleicht weckt der Dekan stattdessen einen anderen Mönch, etwa Bruder John oder Bruder Robert, der wieder schnarcht. Augenblicke später zieht ihm jemand die Decke weg, und die Kälte der Nacht erfasst ihn. Thomas richtet sich auf und versucht, nach der Decke zu greifen, aber der Dekan hat sie längst zur Seite geworfen.

"Nun komm schon", sagt er. "Der Prior erwartet dich."

"Was will er denn?", möchte Thomas wissen. Ihm ist jetzt schon so kalt, dass seine Zähne klappern. Die Wärme des Schlafes weicht aus seinem Körper.

"Das wirst du schon sehen", sagt der Dekan. "Und nimm dein Gewand mit, auch deine Decke. Nimm einfach alles mit."

Im matten Schein des Lichts sieht Thomas von dem Gesicht des Dekans nur die zusammengezogenen Brauen und die Konturen der krummen Nase. Schemenhaft zeichnet sich das Haupt des Mannes vor den von Reif bedeckten Schieferschindeln des Daches ab. Thomas holt seine vom Frost steife Kutte hervor und sucht rasch nach seiner Kappe und den Holzpantinen. Die Decke legt er sich eng um die Schultern.

"Komm endlich", drängt der Dekan. Auch dessen Zähne klappern.

Thomas erhebt sich und folgt ihm durch das Dormitorium. Leise steigen sie über die schlafenden Brüder hinweg und nehmen die steinernen Stufen, die hinunterführen zur Zelle des Priors. Den Eingang erhellt eine Bienenwachskerze in einer Wandhalterung. Der alte Mann liegt auf seinem dicken Strohlager. Drei Decken hat er sich bis unters Kinn gezogen.

"Gott sei mit Euch, Vater", sagt Thomas.

Der Prior winkt ab, ohne dabei die Hände unter der Decke hervorzunehmen.

"Hast du es noch nicht gehört?", fragt er.

"Was, Vater?"

Der alte Mann erwidert nichts und deutet mit einer knappen Kopfbewegung zu dem geschlossenen Fensterladen. Thomas hört nur den Dekan, der hinter ihm steht, atmen und das leise Klappern seiner eigenen Zähne. Plötzlich dringt von draußen ein anschwellendes Kreischen in die Zelle, ein lang gezogener hoher Klagelaut, der ins Ohr schneidet. Thomas schaudert. Einer Eingebung folgend, bekreuzigt er sich.

Der Prior lacht leise.

"Das ist nur ein Fuchs", sagt er. "Was hast du denn gedacht? Eine verlorene Seele? Einer der kleineren Teufel?"

Thomas schweigt.

"Wahrscheinlich steckt er auf der anderen Seite des Flusses im Unterholz fest", sagt der Dekan, "denn dort hat einer der Laienbrüder Fallen aufgestellt. John war das, glaube ich."

Wieder herrscht Schweigen. Warum rufen sie dann nicht diesen John, denkt Thomas bei sich, den Mann, der für die Fallen verantwortlich ist? Soll er doch losgehen und den Fuchs von seinen Qualen erlösen.

"Beeile dich also, Bruder Tom", sagt der Dekan.

Thomas begreift, was sie von ihm verlangen.

"Ich soll das machen?"

"Ja, du", erwidert der alte Prior. "Oder hältst du dich für zu fein für so etwas?"

Thomas schweigt, aber im Stillen ist er davon überzeugt, dass das nicht zu seinen Aufgaben gehört.

"Sieh her, so musst du es machen", erklärt der Dekan ihm und deutet mit seinem Stab an, wie man einem Fuchs am besten einen Stoß auf den Schädel versetzt. "Du musst ihn genau oberhalb der Augen treffen."

Der Dekan hat an den Kriegen auf französischem Boden teilgenommen, und er soll, so erzählt man sich jedenfalls, einen Mann getötet haben. Vielleicht sogar zwei. Wortlos reicht er Thomas den robusten Stab, der fast so groß ist wie Thomas selbst. An einem Ende ist das Holz dunkel verfärbt, als habe man damit in einem großen Kessel ger

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