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Kroatisches Roulette Mein zweiter Fall von Nemec, Miroslav (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.10.2018
  • Verlag: Penguin Verlag
eBook (ePUB)
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Kroatisches Roulette

Psychoterror oder Erpressung? Die Spur führt in die alte Heimat.
Wer will Tatort-Kommissar Miroslav Nemec ins Verderben stürzen? Und warum? Miroslav Nemec führt ein glückliches Leben, bis ein vermeintliches Zimmermädchen ihn in eine unangenehme Situation bringt. Geraten jetzt kompromittierende Fotos an die Öffentlichkeit? Ein dummer Scherz? Eine Verwechslung? Erpressung? Nemec muss es ganz allein herausfinden. Die Spur führt in seine alte Heimat. In Rijeka findet er das Zimmermädchen, das in Wahrheit eine Stuntfrau ist, ermordet vor. Leider sprechen alle Indizien dafür, dass ausgerechnet er der Mörder sein muss. Doch das ist erst der Anfang einer Abwärtsspirale, die droht, Nemec ins Verderben zu stürzen. In seinem "zweiten Fall", der größtenteils in Kroatien spielt, gelingt Miroslav Nemec ein raffinierter Psychothriller in eigener Sache.

Miroslav Nemec, 1954 in Zagreb geboren, kam mit zwölf Jahren nach Deutschland und ist Schauspieler und zugleich ausgebildeter Fachlehrer für Musik. Von 1981 bis 1986 war er festes Ensemblemitglied am Münchner Residenztheater. Schon damals arbeitete er immer wieder fürs Fernsehen. Die großen Erfolge kamen allerdings erst mit den Krimiserien Tatort, Derrick und Der Alte. 1997 und 2001 wurden er und sein Kommissarkollege Udo Wachtveitl mit dem Goldenen Löwen und dem Bayerischen Filmpreis als beste Darsteller ausgezeichnet, 2011 erhielt Miroslav Nemec den Adolf-Grimme-Preis sowie den Bayerischen Verdienstorden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 15.10.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641217471
    Verlag: Penguin Verlag
    Serie: Miroslav Nemec Bd.2
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Kroatisches Roulette

2

Dienstag, 10. Oktober

In München war Föhnwetter. Die Alpen, die wir eben überflogen hatten, lagen glasklar am Horizont, und ein warmer Wind, der eher zu einem Mai- als zu einem Oktobertag gepasst hätte, empfing mich, als ich aus dem Flughafengebäude trat.

Schon mein Wagen, der auf dem Parkplatz auf mich wartete, fühlte sich an wie ein Stück Heimat. Ich fuhr den Umweg über die Autobahnen und sparte mir so den Innenstadtverkehr. Als ich zu Hause meine Lieben in die Arme nehmen konnte, war mein Leben wieder in Ordnung. Vorläufig jedenfalls.

Immer wieder machte mir eine innere Stimme klar, dass noch was kommen konnte, aber je länger es ausblieb, desto wahrscheinlicher erschien mir die Theorie mit der Verwechslung. Das jedenfalls versuchte ich, mir zu suggerieren, wann immer die Erinnerungen an das Zagreber Ereignis in mir hochstiegen. Einen ganz bestimmten Gedanken verdrängte ich. Ich ließ ihn einfach nicht bis hinter meine Stirn kommen. Irgendwo, tief drin, am Rande meiner Wahrnehmung, geisterte er zwar herum, aber bis zu mir, bis in mein Bewusstsein, ließ ich ihn nicht vor.

Um mich abzulenken, spielte ich mit Mila mehr als sonst, bekochte meine beiden Lieben ein wenig üppiger als üblich. Und ich verbat mir, ans iPad zu gehen und meinen Namen zu suchen. Hatte ich in Kroatien noch "Miroslav Nemec" zusammen mit "Vergewaltigung" und "sexueller Belästigung" eingegeben, so hatte ich jetzt auf meinen bloßen Namen umgestellt. Es war mir nämlich eingefallen, dass ich gelesen hatte, Suchmaschinen speicherten Kombinationen, die häufig gesucht wurden. Hatte nicht Bettina Wulff Google verklagt, weil bei der Suche nach ihrem Namen dieser zusammen mit "Prostituierte" angeboten worden war? Der Algorithmus würde im schlimmsten Fall, also wenn ich zu oft "Nemec" und "Vergewaltigung" eingab, diese Kombination allen anbieten, die nur meinen Namen suchten.

In den nächsten Tagen musste ich mich mit der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens beschäftigen. Im Dezember würde ich mit meinem Kollegen Udo Wachtveitl damit auf Tournee gehen. Außerdem hatte meine Agentin mir ein Drehbuch geschickt. Die Figur, die ich spielen sollte, ein Fischer an der Nordsee, hat ein Problem damit, dass sein Sohn schwul ist. Dann verletzt er sich bei der Arbeit, sodass er nicht mehr rausfahren und den Kredit für den neuen Bootsmotor nicht mehr bedienen kann. Ein junger Syrer springt ein, der als Flüchtling Arbeit sucht, und rettet ihn vor dem Bankrott. Schließlich verliebt sich der Syrer in den Sohn des Fischers, und die beiden werden ein Paar. Die spießigen Nachbarn haben natürlich was dagegen, aber dann brennt ihr Hof ab, und die Fischersfamilie nimmt sie auf. Schlussendlich kocht der Syrer ganz toll für alle, und man liegt sich in den Armen. Ich wusste, das war ein Buch, über das mein Freund Hallhuber gesagt hätte: Miro, damit kommst du ganz groß raus ... - aus dem Geschäft.

Als meine Agentin mich anrief und fragte, ob ich schon Zeit gefunden hätte, das Drehbuch vom "Fischer und seinem Sohn" zu lesen, sagte ich: "Ja, hab ich. Aber wenn ich nicht den Sohn spielen darf, dann sag bitte ab."

Sie lachte. "Ich weiß schon", sagte sie, "aber ich wollte es dir nicht vorenthalten. Was ich dir auch nicht vorenthalten will, ist ein Angebot für eine Werbekampagne."

"Und worum geht's?"

"Lach nicht, es geht um Treppenlifte."

Ich lachte. "Um was?"

"Treppenlifte für ältere Menschen. Ein kommendes Riesengeschäft. Die sogenannten Senioren sitzen millionenfach in ihren zweistöckigen Häuschen, wollen nicht ins Altersheim und können nicht mehr treppauf, treppab gehen. Also brauchen sie was?"

"Einen Treppenlift. Okay. Aber was hat das mit mir zu tun?"

"Ganz einfach. Bei all diesen Altersprodukten nimmt man Grauhaarige, die fit und jung aussehen, damit identifiziert sich der Treppenliftkäufer - meint jedenfalls die Werbeagentur, die mich kontaktiert hat."

"Versteh

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