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Kurs auf Spaniens Küste von O'Brian, Patrick (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.05.2014
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Kurs auf Spaniens Küste

Sophie, eine kleine langsame Brigg, die durch Captain Jack Aubreys Rang zur Slup erklärt wird, bietet mehr den Anblick einer gemütlichen Taube als eines schneidigen Falken. Doch dieser Eindruck täuscht gewaltig. Ihr Kommandant, der als Handelsstörer die Häfen und den Nachschub der Feinde Englands im Mittelmeer gewaltig unter Druck setzen soll, hält es mit dem Grundsatz seines berühmten Vorbildes Lord Nelson: "Vergeßt die Manöver! Immer drauf auf den Feind!" Die Aufgabe der Sophie ist mindestens so wichtig, wie eine Seeschlacht zu gewinnen. Und um so vieles profitabler, daß die Mannschaft darüber die Schinderei des Borddienstes vergißt. Auch Stephen Maturin, zunächst eine veritable Landratte, aber ein Virtuose des Skalpells und am Cello, trägt als Bordmediziner dazu bei, daß die Sophie in tollkühnen Gefechten mit den Feinden immer gewagter Katz und Maus spielt. Daß er ein Geheimnis verbirgt, schmälert seine Beliebtheit nicht. Der erste Band aus der weltweit erfolgreichen marinehistorischen Serie um den Seehelden Jack Aubrey und seinen Schiffsarzt Dr. Stephen Maturin. Patrick O'Brian stammt aus einer englischirischen Familie. 1969 begann er seine Seefahrerromane über Jack Aubrey und Dr. Stephen Maturin zu schreiben. Sie wurden international schnell zum Inbegriff spannender historischer Unterhaltung, und Millionen nicht nur maritim interessierter Leser warten gespannt auf den jeweils nächsten Roman. Durch seinen Tod im Januar 2000 verlor England den anerkanntesten Autor im Genre maritime Literatur.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 512
    Erscheinungsdatum: 09.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843708746
    Verlag: Ullstein
    Größe: 4253kBytes
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Kurs auf Spaniens Küste

ZWEITES KAPITEL

D ER RUNDE TISCH in Jacks Zimmer stand in einem Erker, der an der Rückfront der Crown so weit übers Hafenwasser vorsprang, daß sie die Austernschalen mit einer knappen Drehung des Handgelenks durchs Fenster in ihr altes Element zurückbefördern konnten. Von der Tartane, die fünfzig Meter unter ihnen entladen wurde, drang ein vertrautes Duftgemisch zu ihnen herauf: nach Stockholmer Teer, Hanf, Segeltuch und Chian-Terpentin.

"Gestatten Sie, daß ich Ihnen noch eines von diesen Hammelrippchen vorlege, Sir?" fragte Jack.

"Wenn Sie darauf bestehen", antwortete Stephen Maturin. "Sie sind wirklich vorzüglich."

"Eine Spezialität der Crown", fuhr Jack fort. "Obwohl ich darüber eigentlich ungehalten sein müßte, denn ich hatte Entenpastete, Rinderbraten à la mode und Schweinskopfsülze bestellt, dazu ganz andere Beilagen. Wahrscheinlich hat mich der Wirt mißverstanden. Weiß der Himmel, was diese Schüssel neben Ihnen enthält, Sülze ist es jedenfalls nicht. Visage de porco habe ich gesagt, ein übers andere Mal, und der Kerl hat so eifrig genickt wie ein chinesischer Mandarin. Es ist wirklich ärgerlich, wenn man fünf Gänge bestellt, sie auf spanisch ganz genau erklärt – cinco platos – und dann feststellen muß, daß nur drei Gänge aufgetischt werden, wovon zwei sogar falsch sind. Ich bin tief beschämt, daß ich Ihnen nichts Besseres anbieten kann, aber ich versichere Ihnen, es liegt nicht an mangelndem gutem Willen meinerseits."

"Oh, ich habe seit Tagen nicht mehr so gut gegessen, und dann noch", mit einer Verbeugung, "in so angenehmer Gesellschaft. Mein Wort darauf!" versicherte Stephen Maturin. "Könnte das Mißverständnis vielleicht darauf beruhen", fuhr er nach einer Pause fort, "daß Sie die Bestellung in kastilischem Spanisch aufgegeben haben?"

"Wieso?" Jack goß nach, hob sein Glas und blinzelte durch den Rotwein in die Sonne. "Es ist doch nur vernünftig, daß ich mein bestes Spanisch hervorkrame, wenn ich mit Spaniern etwas Wichtiges bespreche."

"Gewiß. Aber Sie haben wahrscheinlich nicht berücksichtigt, daß Katalanisch das Idiom dieser Inseln ist."

"Was ist Katalanisch?"

"Die Sprache der Provinz Katalonien natürlich. Man spricht es auf den Inseln und an der ganzen Mittelmeerküste, bis hinunter nach Alicante. Auch in Barcelona und Lérida. Überall in den reicheren Gegenden der Iberischen Halbinsel."

"Erstaunlich! Davon hatte ich ja keine Ahnung. Eine andere lingua, sagen Sie? Obwohl ich annehmen möchte, daß es nur ein anderer Dialekt ist, ein putain, wie man in Frankreich sagt."

"O nein, nichts Derartiges, beileibe nicht. Das Katalanische ist eine Sprache für sich, weit geschliffener und gebildeter, auch literarischer. Und sie steht dem Lateinischen viel näher. Übrigens, Sir, wenn Sie mir gestatten: der französische Ausdruck lautet patois."

"Patois – ganz recht. Ich könnte allerdings schwören, das andere Wort kommt ebenfalls aus dem Französischen. Ich habe es irgendwo aufgeschnappt", beharrte Jack. "Aber es ziemt sich nicht, Sir, daß ich vor Ihnen mit meinen Sprachkenntnissen prahle. Sagen Sie, klingt das Katalanische anders im Ohr, im ungeschulten Ohr, meine ich?"

"So unterschiedlich wie Italienisch und Portugiesisch. Der Katalane wird den Kastilier nicht verstehen und umgekehrt. Beide Sprachen klingen v&o

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