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Ladoga Finnland - Kalevala - Mannerheim - Krieg - Frieden von Munger, Christian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.04.2017
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Ladoga

Vieles wird vergessen, aber das nicht! Das kleine, tapfere Volk der Finnen hat sich gegen das große Russland behauptet und die Selbständigkeit errungen. Hier ist ein Andenken niedergeschrieben. Dazu gehört das Kalevala-Epos, Mannerheim, Oesch und Szenen über Soldaten im Krieg. Viele Mitteleuropäer wissen nicht mehr wer Mannerheim war, dieses Buch bringt Wissen zurück, auch über das Leben im Norden mit eisigen Wintern und heißen Sommern. Christian Munger schreibt gerne über Ursache und Wirkung. Warum ist das heute so, wie ist das gekommen. Er vertieft sich in bestehende Geschichtsschreibung und besucht die Orte der Handlung. Die Recherchen bringen erstaunliches zutage.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 24.04.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783743183155
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 2370kBytes
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Ladoga

2. Das Epos Kalevala

Die Mentalität der Finnen versteht man am ehesten, wenn man sich mit ihrem Epos Kalevala auseinander setzt. In den langen und kalten Winternächten erzählten die frühen Finnen Märchen aus alten Zeiten, das war bildend für ihren Charakter. Das finnische Idiom wird ausserhalb Finnlands in Estland, Ingermanland (zwischen Estland und Petersburg), im russischen Ostkarelien sowie teilweise in Petersburg gesprochen. Forscher der Ethnien erklären, dieses Volk sei in den Zeiten der Völkerwanderung aus Südsibirien gekommen und soll zur Volksgruppe der Mongolen gehören.

Am nördlichen Rand des Ladogasees gibt es eine Insel mit dem Kloster Namens Valamo, dort soll die Wiege des Epos Kalevala liegen. Nach dem Verlust von Ostkarelien an die Sowjetunion, wurde die wertvolle Bibliothek in ein anderes Kloster, etwa 30 Kilometer westlich von Joensuu, verlegt. Die Wächter sind heute christlich-orthodoxe Mönche. Weiter nördlich, heute auf russischem Gebiet, liegt der ursprüngliche Ort Kalevala in den nordischen Urwäldern. In alten Zeiten, als es noch kein Fernsehen gab, zogen Runensänger mit ihrer kleinen Zither (Kantele) von Dorf zu Dorf, ihr Gesang brachte Andacht und Abenteuer in die Stuben. Elias Lönnrot hat als sein Lebenswerk jahrzehntelang Runen gesammelt und sie erstmals in einem Buch herausgegeben. Die Runen enthalten Märchen und Zauber, sie beschreiben die Misere und beschwören eine bessere Zukunft. Gesegnet werden die Herden, die Ernte, das Feuer, das Haus, das Übel soll rechtzeitig erkannt werden. Die Sagen wurden von der Mutter an die Kinder weitergegeben. Das Volk und seine Lebensumstände sollen verbessert und geheilt werden. Auch das Versagen der göttlichen Macht wird besungen, zum Beispiel bei der Gegenüberstellung der Figuren Kullervo und Marjatta. Die Kultur von Schamanen wird mit magischen Kräften verbunden. Sie besässen die Macht, mit Weihen den Menschen aus dem gewöhnlichen Seelenzustand in eine höhere Sphäre zu überführen. Der Kult des Gottes Jumala (heute das finnisches Wort für den christlichen Gott) beruht auf der Bereitschaft, den Götterwillen anzunehmen, ein Zustand zwischen Traum und Wachen. Einst war der Zauber eine Form der Gottesverbindung, über diesen Zauber handelt Kalevala.

Saiteninstrument der Runensänger "Kantele"

Aus dem Buch der deutschen Übersetzung von 1914 (Anton Schiefner), ins Finnische von 1852 (Elias Lönnrot, mit Nachwort von Martin Buber), umfasst 50 Gesänge (Runen) mit 22`793 Versen auf insgesamt 438 Seiten. Nachstehend beispielhaft einige Verse.

Aus der erste Rune:

"Werde von der Luft getrieben,

Von dem Sinne aufgefordert,

Dass ans Singen ich mich mache,

Dass ich an das Sprechen gehe,

Dass des Stammes Lied ich singe,

Jenen Sang, den hergebrachten;

Worte schmelzen mir im Munde,

Es entschlüpfen mir die Töne,

Wollen meiner Zung enteilen,

Wollen meine Zähne öffnen,

Goldner Freund, mein lieber Bruder,

Teurer, der mit mir gewachsen!

Komme jetzt mit mir zu singen,

Komme um mit mir zu sprechen,

Da wir nun zusammentraten,

Von verschied nen Seiten kamen,

Selten kommen wir zusammen,

Kommt der eine zu dem andern,

In den armen Länderstrecken,

Auf des Nordens armem Boden

Lass die Hände uns verbinden,

Unsre Finger du verein gen,

Wollen wir nun munter singen"

Aus der dreissigste Rune:

"Als er darauf hingekommen

Zum Gestade des Nordlandmeeres,

Zu den ungeheuren Ufern,

Lässt er in der Nächte erster

Buchten dort und Seen erfrieren,

Lässt des Meeres Stra

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