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Landenpark von Inderbitzin, Tina (eBook)

  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
7,99 €
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Landenpark

Wozu Handyvideos verleiten und was sie anrichten können. Wie spontan Fremdgehen sein kann. Wie ein Gentleman sich und sein Leben vergisst. Dies ist die Geschichte von drei Paaren in unterschiedlichen Lebensabschnitten: Eine in die Jahre gekommene Freundschaft, eine Ehe, die in Schieflage geraten ist und das Glück und Unglück einer Teenagerliebe. Doch alle drei Paare verbindet eine Frage: Kriegen sie sich oder kriegen sie sich nicht? Tina Inderbitzin wurde 1977 in Eisenach geboren. Sie studierte Diplom-Geoökologie an der Universität Potsdam. Seit 2005 lebt sie in Muotathal in der Schweiz. Sie ist verheiratet und hat zwei Söhne. Als Kind schrieb sie Tagebücher, als Studentin Kurzgeschichten. Seit 2015 schreibt sie Romane. Sprache ist für sie eine Brücke über das Rauschen zwischen den Menschen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 236
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783743198753
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 223 kBytes
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Landenpark

2 Kollision

Hanna und die Kinder steigen die Treppe in den zweiten Stock hinauf. Lukas, an Hannas Hand, versucht die Stufen hoch zu hüpfen, während Hanna überlegt was sie zum Abendessen kochen soll, ob heute mal vegan oder lieber doch mit richtiger Sahne.

Am Boden vor der Wohnungstür liegt ein Brief. Sie dreht und wendet den Umschlag, findet aber weder Absender noch Adressat.

In der Wohnung angekommen, rennen die Kinder ins Wohnzimmer. Sie geht mit dem Brief in die Küche. Noch im Stehen öffnet sie ihn. Ihre Nackenmuskeln spannen sich an. Ihr wird ein wenig flau im Magen. Sie liest:

"Eltern von Annabelle, Herr und Frau Nauer...Abiturientin...Hans-Recker-Gymnasium...Religionslehrer Himmelbach...Verhältnis mit unserer Tochter Annabelle...gegenseitig oder sexuelle Nötigung...beweist das Video."

Hanna wird schwindlig. Sie setzt sich. Wilde Szenen spielen sich in ihrem Kopf ab.

Sie steht auf, geht ins Spielzimmer und greift sich unterwegs Batterien. Sie schiebt die grosse Legokiste vom Spielzimmer in die Stube, legt die Batterien auf die Kiste und sagt zu Markus:

"Ihr könnt mit der grossen Legoplastikbahn spielen.

Da sind Batterien für die Lok."

Sie verschwindet im Schlafzimmer.

Hanna nimmt sich das Laptop, setzt sich auf das Bett und stopft die Bettdecke hinter sich. Das Laptop fährt langsam hoch.

Sie hat den Brief auf dem Küchentisch liegen gelassen. Nun muss sie noch einmal aufstehen.

Als sie zurück kommt, ist der Computer hochgefahren. Sie klickt sich durch.

Auf der Facebookseite der Schülerband findet sie das Video.

Hanna startet es. Zuerst sieht sie die Schwimmhalle.

Das Bild wackelt sehr. Es ist offensichtlich mit einem Handy gefilmt worden. Sie sieht ein junges Mädchen im Badeanzug in Richtung Toilette laufen. Das muss Annabelle sein. Dann plötzlich erscheint Ephraim.

Was macht er angezogen in der Schwimmhalle während die Abiturienten Schwimmen haben?

An der Ecke vor der Toilette laufen sie sich in die Arme. Sie halten sich gegenseitig. Annabelle und Ephraim!

Hanna stockt der Atem. Sie schaut es noch einmal an. Sie wiederholt wieder und wieder die Umarmungsszene.

Hanna klickt in die Kommentare. 81 Personen gefällt das Video. Sie liest:

"Geiler Clip, Alter. Ist das gestellt?" oder:

"Was macht denn der notgeile Alte mit der süssen Annabelle??" sowie:

"Unser Relilehrer auf Abwegen! Wie geil ist das denn!"

"Der Himmelgott begrapscht die schlauste Frau der Schule!"

Sie klappt das Laptop zu und geht in die Küche. Hier funktioniert sie automatisch. Stracciatellayoghurt, Müsli, Schalen, Löffel, Gläser, Apfelsaft.

Sie steckt ihren Kopf ins Wohnzimmer. Die Kinder haben einen Bahnhof gebaut und fast alle Schienen zu einer grossen Runde verbunden. Der Zug quietscht um die Ecken. Sie wirken sehr zufrieden.

Hanna schiessen die Tränen in die Augen.

"Markus, ich hab euch Müsli und Yoghurt hingestellt. Hilfst du dem Lukas? Ich muss mich mal ausruhen."

Sie läuft, angefüllt mit einer Mischung aus Unverständnis, Beschämung und Wut in den Flur, ins Spielzimmer und wieder zurück. Ins Schlafzimmer, in die Stube - wahllos greift sie Sachen und räumt sie auf ihrem Nachdenkweg von A nach B.

Ist sie etwa nicht mehr lecker? Ja gut, die Fältchen und die einzelnen grauen Haare. Und Lukas: Er hatte ihr die letzte Weiblichkeit aus der Brust gesaugt, benutzt hatte er ihre Brust! So gierig war er gewesen.

Und sein Milchtritt - erbarmungslos. Und wenn er fertig war, musste man ihn behandeln wie ein rohes Ei, sonst kam die Hälfte als schleimiger Bröckchenkram süss-säuerlich stinkend wieder heraus und landete meist treffsicher auf Hannas Kleidung.

Ja, und nun hängen sie. Die guten sekundären Geschlechtsorgane. Hängen wie bei einer afrikanischen Steppenmami, nur dass Hanna es nicht schafft, sie mit ebensolchem Stolz z

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