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Lassiter - Folge 2133 Shoanas Schatz von Slade, Jack (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.06.2013
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Lassiter - Folge 2133

Der Mann am Ufer des schmalen Creeks hob den Kopf, als er das Schnauben seines Falben hörte. Er fluchte lautlos. Er hatte den ganzen Tag über eine dumpfe Ahnung gehabt, dass er jemand auf seiner Fährte ritt. Nun war es zu spät für ihn, sich aus dem Staub zu machen, denn er hatte sein Pferd abgesattelt. Außerdem sah das Gewehr, das einer der beiden Reiter auf dem Hügelkamm quer vor sich im Sattel seines Rappen liegen hatte, wie eine Sharps aus. Sie waren zwar noch etwa dreihundert Yards von ihm entfernt, aber für einen guten Schützen war es mit einer Sharps kein Problem, einen Mann auch noch aus einer Entfernung von einer halben Meile aus den Stiefeln zu pusten. Dann sah er, dass auf dem einen Pferd nicht nur ein Mann saß, sondern hinter ihm noch ein zweiter. In diesem Moment wusste er, dass er wieder einmal töten musste...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 04.06.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838744650
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 612 kBytes
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Lassiter - Folge 2133

Der große schlanke Mann mit den im Sonnenschein glänzenden schwarzen Haaren, die ihm eng am Kopf lagen, atmete noch einmal tief durch, bevor er sich wieder um die Forelle kümmerte, die er an einem schräg in die Erde gebohrten Stecken über dem Feuer briet. Er war sich darüber im Klaren, dass es ein Fehler gewesen war, hier am Creek zu rasten, aber es war bequem gewesen, das Wasser in der Nähe zu haben. Jetzt konnte er nur hoffen, dass sich die Kerle, die ganz gewiss darauf aus waren, ihm den Falben für ihren dritten Mann abzunehmen, ihm überlegen fühlen würden, weil ein Mann allein keine Chance gegen sie haben würde.

Er erhob sich vom Feuer, als der Hufschlag in seiner Nähe verklang, und drehte sich zu den Männern um.

Der Bursche, der hinter dem einen Reiter gesessen hatte, war schon zu Boden gesprungen, blieb aber in Deckung des Pferdes. Die beiden anderen machten noch keine Anstalten, abzusteigen. Die Mündung der Sharps zeigte jetzt auf seinen Bauch, und er wusste, dass die schwere Kugel ihn auf diese Entfernung in zwei Teile zerreißen konnte.

Der Reiter mit der Sharps war der älteste der drei. Während die anderen beiden grinsten, blieb er ernst. Irgendwie sah er mit seinem weißen Bart wie ein gütiger alter Mann aus, doch der Blick aus den kalten grauen Augen strafte den Eindruck Lügen.

Der Mann am Feuer sagte: "Tut mir leid, Jungs, aber von der Forelle kann nur einer satt werden. Wenn ich sie aufgegessen habe, werde ich euch gern das Feuer überlassen. Ihr könnt euch ja in der Zwischenzeit selbst ein paar Fische fangen."

Der Bursche hinter dem anderen Pferd kicherte. "Der Kerl ist ein Witzbold, Dad", sagte er mit einer schrillen Stimme, die den Mann am Feuer in den Ohren schmerzte.

Der Alte hob die Sharps etwas an. "Nimm ihm die Kanone ab, Lew", sagte er mit einer rasselnden Stimme, die vermuten ließ, dass er an Schwindsucht litt.

Der Mann am Feuer wusste, dass er sich jetzt entscheiden musste. Er war sich sicher, dass er zumindest zwei der Kerle mit sich nehmen würde, doch was half es ihm, wenn er dann selbst tot war? Er hoffte, dass es später noch eine Möglichkeit gab, wenn die Kerle in ihrer Aufmerksamkeit nachließen. Deshalb rührte er sich nicht, als sich der junge rothaarige Bursche ihm von der Seite näherte und ihm den 45er aus dem Holster zog.

"Soll ich ihn mit seiner eigenen Kanone umlegen, Dad?"

"Geh weg von ihm, Lew", knurrte der Alte. Dann glitt er aus dem Sattel, und trotz seines Alters, das der Mann am Feuer auf sechzig Jahre schätzte, bewegte er sich geschmeidig wie ein Junger.

Der andere Reiter saß jetzt auch ab. Er trug keinen Revolvergurt wie die beiden anderen.

"Wie heißt du?", fragte der Alte, der die Sharps im Scabbard auf der rechten Seite seines Pferdes verschwinden ließ.

Der Mann am Feuer sagte: "Miller, Jim Miller." Er verschwieg seinen richtigen Namen, denn er wusste nicht, ob die drei ihn vielleicht kannten und dadurch ihre Aufmerksamkeit geschärft wurde.

"So, Miller also", knurrte der Alte. "Trägst du sonst noch eine Waffe bei dir?"

"Nein."

"Sieh nach, Milus", sagte der Alte.

Der Bursche ohne Colt ging um das Feuer herum, um sich ihm von hinten zu nähern. Dann spürte er Hände über seine Kleidung tasten.

"Nichts, Dad."

"Gut, dann kümmert euch um die Pferde", sagte der Alte, der jetzt seinen Revolver in der Hand hielt, die Mündung auf den Mann am Feuer gerichtet. "Ist die Forelle bald gar?", fragte er.

"Es dauert noch ein paar Minuten, Mister."

"Sag Bescheid, wenn es so weit ist." Der Alte wandte sich ab, setzte sich auf einen Stein etwa fünf Yards vom Feuer entfernt, die Revolvermündung immer noch auf den anderen gerichtet.

Der Mann am Feuer ging in die Hocke und drehte den Stecken mit der Forelle. Die Gedanken rasten hinter seiner Stirn. Er hatte nicht die leiseste Idee, wie er die verfahrene Situation überstehen könnte. Sie würden ihn töte

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