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Lebenslust mit Kurt Tucholsky von Tucholsky, Kurt (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.09.2012
  • Verlag: Insel Verlag
eBook (ePUB)
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Lebenslust mit Kurt Tucholsky

"Glück ist der Zustand, den man nicht spürt, sagt der Weise." Doch wenn Kurt Tucholsky in der Phantasie seiner Leserinnen und Leser sprachgewaltig einen Walzer zum Erklingen bringt und dazu ein verliebtes junges Paar ausgelassen einen Abhang hinunterwirbeln läßt, wenn er augenzwinkernd beschreibt, wie einer auf Reisen "Frankreich von innen" erkundet und erschöpft, völlig ramponiert und hutlos aus einer Feengrotte kriecht, oder wenn er in seinen absurden "Rezepten gegen Grippe" empfiehlt, Homöopathen "am besten täglich je dreimal eine Fünf-Pfennig-Marke" lecken zu lassen, dann gelingt es ihm auf unnachahmliche Art und Weise, Glücksmomente spürbar zu machen, Lust am Leben zu evozieren und unbändige Heiterkeit zu erzeugen.

Kurt Tucholsky wurde am 9. Januar 1890 in Berlin geboren und starb am 21. Dezember 1935 in Hindås bei Göteborg/Schweden.
Jurastudium in Berlin, Jena und Genf. Ab 1913 Mitarbeiter der ?Schaubühne? (später ?Weltbühne?). Im Ersten Weltkrieg im Schipper-Bataillon. 1923 Bankvolontär in Berlin. 1924 Korrespondent in Paris. 1926 Herausgeber der ?Weltbühne?. Mitarbeiter von Carl von Ossietzky. 1929 Emigration nach Schweden. 1933 Ausbürgerung. 1935 Selbstmord.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 120
    Erscheinungsdatum: 17.09.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783458731153
    Verlag: Insel Verlag
    Größe: 1105 kBytes
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Lebenslust mit Kurt Tucholsky

Das ist eine Lebensweisheit

D ies ist, glaube ich, die Fundamentalregel alles Seins: "Das Leben ist gar nicht so. Es ist ganz anders."

[WB, 18. 8. 25, 262]

G lück ist der Zustand, den man nicht spürt, sagt der Weise.

[WB, 14. 6. 23, 702]

J eder ist halb so wichtig, wie er glaubt –

[GW 6, 1928, 233]

E inmal hatte es ein Deutscher sehr eilig in Paris, als er bei Tisch saß, und er sagte das auch dem Kellner... Darauf jener: "Wenn Sie keine Zeit haben, dann müssen Sie nicht frühstücken –!" Das ist eine Lebensweisheit.

[GW 8, 1930, 177]

Z uhörenkönnen ist überhaupt die halbe Lebensweisheit.

[GW 8, 1930, 244]

G eld will ernst genommen werden; sonst kommt es nicht zu dir.

[GW 8, 1930, 172]

V om Stationsvorsteher aus gesehn sieht der tägliche Abschied der Reisenden an den Zügen recht stereotyp aus. Von der Krankenschwester aus gesehn hat der Tod ein andres Gesicht als vom Trauernden aus gesehn. Alles, was man regelmäßig und berufsmäßig tut, versteinert. Man sollte auch seine eignen Erlebnisse vom Stationsvorsteher aus sehen können.

[WB, 24. 5. 32, 785]

S chlange vor dem Schalter. Alles geht, wenn auch langsam, so doch regelmäßig; du ruckst voran. Bis der Mann vor dir herankommt. Der Mann vor dir macht stets ungeahnte Schwierigkeiten, er will Herrn Eisenbahn persönlich sprechen und braucht für sich allein so viel Zeit wie alle andern Vormänner zusammen. So ist das Leben.

[WB, 5. 7. 32, 21 f.]

M an fällt selten über seine Fehler. Man fällt meistens über seine Feinde.

[WB, 8. 3. 32, 378]

E s gibt Glückspilze und Unglücksraben – Unglück ist dauerhafter.

[WB, 30. 6. 25, 966]

D ie Seele jeder Ordnung ist ein großer Papierkorb.

[WB, 19. 7. 32, 98]

M an soll nie jemand nach dem fragen, was man wissen will, das ist eine alte Weisheit. Dann sagt ers nicht.

[SG, 93]

I ch erkenne immer mehr die tiefe Weisheit des seligen Ringelnatz, der gesagt hat: "Wenn ich so reich wäre und so mächtig, daß ich alles ändern könnte – dann ließe ich alles so, wie es ist."

[BA, 23. 3. 35, 451]

W o gibt es noch reine Freuden? Ich glaube: nur noch in dem alleinseligmachenden Zustand, wo jener, glücklich lächelnd, in der Droschke saß und den Kutscher fragte, wieviel Uhr es sei. Und der Kutscher antwortete: "Elf Uhr, Herr!" Und jener, im Vollbewußtsein der irdischen Seligkeit: "Gestern – oder – heute?" Siehe, das ist das Glück. Aber der hat am nächsten Morgen einen unfreundlichen Kater und muß büßen, daß er den Flug von der Erde versucht hat. Und kraucht wieder unten –

[WB, 14. 6. 23, 702]

H at es einen Wert, die Zeit anzuhalten? Ist es nicht viel, viel schöner, die Zeit auskosten zu müssen, hastig, gierig, schlürfend – weil man Angst hat, daß sie zerrinnt und verfliegt? Besteht nicht darin der Wert aller großen und kleinen Freuden, daß sie vergänglich sind? Vergänglich die paar glücklichen Wochen in dem kleinen Försterhaus und vergänglich ein Vierundzwanzigstundenglück?

[GW 2, 1919, 128]

E s ist beinah dieselbe Frage: ob man lebt oder ob man im Dienste eines Apparats gelebt wird. Ein weiser Mann des fernen Ostens, dem eine solche Frage vorgelegt wurde, sann lange nach. Und dann sprach er: "Wenn Sie mich so fragen – muß

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