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Leidensweg zum Glück Autobiografie einer stark geprüften und geschundenen Frau! von Mäder, Spomenka (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.04.2014
  • Verlag: Spo-Rei4446
eBook (ePUB)
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Leidensweg zum Glück

Nicht der ersehnte Sohn erblickte 1946 in Belgrad das Licht der Welt, sondern nur das Mädchen Spomenka. Lieblos, ständig geschlagen und mit harter Arbeit, wächst das Kind heran. Mit einer frühen Eheschließung, versucht sie der kalten und unsteten Mutter zu entfliehen, gleichsam vom Regen in die Traufe. Scheidung und eine fast 3 jährige Obdachlosigkeit folgten. Weiterhin glücklos mit ihren Partnern. Nach Deutschland kommt sie als Gastarbeiterin. Erst 1982 wendet sich ihr Leben zum positiven. Nach einem Kuraufenthalt kommt sie mit ihrem jetzigen Mann zusammen. Endlich konnte sie den Druck des vergangen Martyrium abschütteln und verarbeiten. Der Leidensweg ist beendet. Der Zug des Lebens fährt zum Glück.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 148
    Erscheinungsdatum: 30.04.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955778514
    Verlag: Spo-Rei4446
    Größe: 3849 kBytes
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Leidensweg zum Glück

Die Wende

Die angekündigte, gravierende Änderung in meinem Leben ließ nicht mehr lange auf sich warten. Reichtümer konnte ich während der Zeit in der Schnapsfabrik nicht anhäufen und so begann der mir nur allzu gut bekannte Kampf ums nackte Überleben. Es kann Mitte April gewesen sein, als Kosta eines Abends von der Arbeit heim kam, Zora und ich hielten in deren Küche ein kleines Schwätzchen. Schmunzelnd trat er mir gegenüber und fragte: " Willst Du ins Ausland zum Arbeiten gehen "? Verdutzt blickte ich ihn an, als wäre soeben ein Raumschiff neben mir gelandet.

Ungläubig befragte ich ihn nach Einzelheiten. Er hatte sich mit einem Bekannten unterhalten, der die Nachricht im Arbeitsamt erfuhr. In drei westlichen Ländern würden Gastarbeiter gesucht. Diese Sache interessierte mich ungemein und am liebsten wäre ich sofort losgelaufen. Kosta legte mir väterlich seine Hand auf die Schulter und bremste mich so in meinem Ansinnen, denn das Amt war längst geschlossen. Erst am nächsten Morgen würde es für den Publikumsverkehr wieder geöffnet. Er riet mir, erst mal eine Nacht darüber zu schlafen und wenn ich es am anderen Morgen immer noch wollte, dann solle ich mich erkundigen.

Und ob ich wollte! Geschlafen habe ich in der Nacht kaum, dafür war ich viel zu aufgewühlt. Am nächsten Morgen zog es mich in Richtung Arbeitsamt. Ich brannte förmlich darauf zu erfahren, was es mit dieser Nachricht auf sich hatte, die Kosta mir am Vorabend eröffnete. Schon im Flur dieser Behörde bot sich mir ein völlig ungewohntes Bild. Aufgereiht wie auf einer Perlenschnur, stand eine lange Schlange Gleichgesinnter vor dem Büro der Vermittlung. Endlos langsam löste sich die Schlange der vor mir stehenden Menschen auf.

Es dauerte fast bis Mittag, als ich endlich an der Reihe war. Hinter mir riss das Gedränge nicht ab. Im Büro befanden sich zwei Sachbearbeiter des Arbeitsamtes, eine Dolmetscherin und zwei Männer die nur Deutsch sprachen. Zuerst wurden meine Personalien erhoben und danach arbeitete man einen Fragenkatalog ab. Denn nun erfuhr ich, dass nur ein Personenkreis der bestimmte Kriterien erfüllt, in den Genuss einer Vermittlung kommt. Die Bewerber sollten möglichst jung und unverheiratet sein. Leute mit enger Familienbindung, die nach einigen Wochen bereits zurückwollten, weil sie Heimweh bekamen, nahm man nicht. Arbeitsverträge unter einem Jahr kamen nicht zustande, denn die Investitionen der Betriebe wären sonst zu hoch. Jede dieser Voraussetzungen erfüllte ich und nun wollte ich endlich wissen worum es ging. Man sagte mir, dass in Deutschland, Österreich und der Schweiz, dringend Arbeitskräfte gesucht würden. Auf die Frage des Beamten, in welches Land ich denn gerne gehen wollte, antwortete ich spontan: " Deutschland "!

Er machte sich weitere Notizen. Da das Wort Deutschland, blitzschnell und ohne jede weitere Überlegung aus mir heraussprudelte, wollte man doch von mir wissen, warum ich mich gerade für dieses Land entschied. Daraufhin erzählte ich eine kleine Geschichte, die mir Großvater als Kind häufig erzählte.

Bei den Großeltern waren im Krieg deutsche Offiziere einquartiert. Diese Soldaten verhielten sich absolut nett und zuvorkommend, gegenüber ihrer Quartiergeber. Sie versorgten uns und unsere Angehörigen mit Lebensmitteln, Schokolade und Rauchwaren. Die Dolmetscherin übersetzte meine Ausführungen und die beiden Männer grinsten erheitert. Sie besprachen sich kurz und ließen mir übermitteln, dass ich angenommen sei.

Am liebsten hätte ich vor lauter Freude Purzelbäume geschlagen. Mit einem höflichen " hvala Lepo ", (vielen Dank) wollte ich aus dem Zimmer stürmen. Der Beamte, der meine Befragung durchgeführt hatte, bremste mich und übergab mir einen Zettel und ließ mich gehen. Auf dem Zettel standen die Bedingungen, die für meine endgültige Anwerbung unerlässlich waren. Eine ärztliche Untersuchung, ein polizeiliches Führungszeugnis und die Beantragun

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