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Liberty Roman von Ejersbo, Jakob (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.10.2011
  • Verlag: btb
eBook (ePUB)
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Liberty

Die große Afrika-Trilogie des Dänen Jakob Ejersbo TANSANIA IN DEN ACHTZIGER JAHREN: Christian ist der Sohn dänischer Eltern, die in Afrika als Entwicklungshelfer arbeiten und deren Ehe unter großen Spannungen leidet. Er fühlt sich zunehmend allein gelassen und freundet sich in seiner Not schließlich mit Marcus an, einem schwarzen Jungen aus einer noch problematischeren Familie. Die Dinge spitzen sich zu, als die Streitigkeiten seiner Eltern immer schwerwiegender werden und seine Schwester bei einem Autounfall ums Leben kommt. Er sucht Trost und Halt in seiner Freundschaft zu Marcus, aber auch hier läuft nicht alles so wie gedacht: Der weiße Junge wünscht sich nichts sehnlicher, als schwarz zu sein - und der schwarze Junge nichts mehr, als ein Weißer zu sein ... Jakob Ejersbo (1968-2008) wuchs in Dänemark und Tansania auf, wo seine Eltern als Entwicklungshelfer arbeiteten. Bereits mit seinem ersten Roman Nordkraft (2002), für den er den Dänischen Buchpreis erhielt, gelang ihm in Dänemark der Durchbruch. Sein wilder, anarchistischer Stil begeisterte Kritiker wie Publikum. Seine große Afrika-Trilogie Liberty, Exil und Revolution war 2009 die literarische Sensation des Jahres in seinem Heimatland. Er bekam dafür posthum den Großen Preis des Dänischen Rundfunks verliehen, die Bücher standen wochenlang auf Platz 1 der Bestsellerliste.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 864
    Erscheinungsdatum: 14.10.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641060916
    Verlag: btb
    Serie: Afrika-Trilogie Bd.1
    Originaltitel: Liberty
    Größe: 1485 kBytes
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Liberty

1989 (S. 579-580)

Marcus

LÜGENGEWEBE

Nach einem Jahre sehe ich Rhema auf dem Markt, wo sie mirungi an Araber und Somalier verkauft. Sie hat große Angst vor mir, weil sie Claire mit bösen Gedanken bedacht hat. Rhema glaubt, die Hexerei ihrer Großmutter hätte meine Tochter Rebekka unter die Erde gebracht. Ich frage sie nach meinem unbekannten Sohn, Steven. "Es ist sehr schwierig für mich, wegen des Geldes." Ich will ihr kein Geld geben, ich will meinen Sohn kennenlernen. "Steven könnte bei uns wohnen, anders kann ich dir nicht helfen. Ich sorge dafür, dass es ihm an nichts fehlt, und ich schicke ihn zur Schule, wenn er größer ist." Rhema ist einverstanden. Claire holt den Jungen. Wir leben mit Steven in unserem Haus.

Es ist eigenartig, denn wir sind Fremde. Aber der Junge mag uns. Das ist gut. Am Wochenende kann Rhema den Sohn abholen, um ihn zu sehen. Endlich pflanze ich meinen Samen, und Claire wächst. Das weckt die satanischen Gedanken bei Rhema; ich sehe ihre Furcht, wenn sie Steven samstags abholt. Ich rede mit Phantom. "Eeehhh", sagt er. "Rhema glaubt an Lügengewebe: Sie glaubt, Schuld an Rebekkas Tod zu haben, weil sie glaubt, dass sie dir und Claire mit ihrer wahnsinnigen Großmutter böse Geister geschickt hat. Bald bekommt Claire ihr eigenes Kind, und nun denkt Rhema, Claire würde Rhemas Kind umbringen, um ihr die Bosheit heimzuzahlen." "Aber ich will meinen Sohn doch in die Schule schicken und alles für ihn tun?"

"Ja, aber Rhemas Familie lebt mit Mystik und Geistern. Sie ist sicher, dass Claire ihren Sohn aus Rache töten wird; Rhema kann gar nicht anders denken", sagt Phantom. Christian "Wenn ihr das ganze Wochenende im Hotel Krach macht, kann ich die Zimmer nicht vermieten", erklärt der pensionierte Polizist, dem das Royal Crown gehört. "Das ist ein großer Verlust meiner Einnahmen." Bevor wir gekommen sind, hatte er weder Gäste in den Zimmern noch in der Bar. Jetzt ist die Bar jeden Freitag, Samstag und Sonntag gestopft voll mit Menschen. Er schaufelt das Geld.

Aber er will mehr. Er will seinen Anteil an den Eintrittsgeldern von zwanzig auf vierzig Prozent erhöhen. Wir einigen uns bei dreißig Prozent. Und gleichzeitig fängt der Bar-Chef an, die Zimmer als Bumsgelegenheiten zu vermieten. Ich kriege nicht heraus, ob der Besitzer davon weiß. Ich sage zu dem Bar-Chef, wir müssen uns mit dem Besitzer zusammensetzen und darüber reden, weil das zu mehr Ärger führt – ordentliche Leute werden nicht mehr kommen, und der Eigentümer ist ein alter Mann, der um seinen Ruf besorgt ist. Wir dürfen es nicht zulassen, dass sich der Laden in die falsche Richtung entwickelt. "Nein, nein", sagt der Bar-Chef.

"Es kommt nicht wieder vor." Der Besitzer wusste nichts davon, das Geld ist direkt in die Tasche des Bar-Chefs geflossen. Aber er hört damit auf. Das Royal Crown wird die angesagteste Location der Stadt, und da es der angesagteste Ort ist, passiert nach und nach auch das, was überall sonst auch passiert: Es gibt Schlägereien, Saufereien, Drogen, malaya ... alles. Aber wenn man keine Betrunkenen mag, darf man keine Bar betreiben. Es ist unter Kontrolle.

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