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Liebe auf drei Pfoten Roman von Blum, Fiona (eBook)

  • Verlag: Page & Turner
eBook (ePUB)
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Liebe auf drei Pfoten

Das ideale Geschenk für alle Büchernarren, Rom-Liebhaber und Katzenfreunde. Eine schüchterne junge Frau, die versucht, sich hinter Büchern und Geschichten zu verstecken und dem Leben aus dem Weg zu gehen. Ein herrenloser Kater, der das letzte seiner sieben Leben schon aufgegeben hatte, als ihn ein Geruch unversehens in die Welt zurückholt. Zwei Kinder, deren Mutter ihre Tage unter einem Tisch zubringt, um der Angst zu entfliehen, und eine verrückte alte Frau, die ein großes Geheimnis hütet. Sie alle treffen während eines glühend heißen Sommers aufeinander, in Rom, dieser lauten, staubigen Stadt, deren unvergleichliche Schönheit sich nur demjenigen erschließt, der morgens um vier den Steinen zuhört und nicht an Zufälle glaubt. Fiona Blum ist das Pseudonym der Schriftstellerin und Juristin Veronika Rusch. Sie hat Rechtswissenschaften und Italienisch in Passau und Rom studiert und mehrere Jahre als Anwältin gearbeitet. Heute lebt sie als Schriftstellerin mit ihrer Familie in einem alten Bauernhaus in Oberbayern. Für ihren Roman "Liebe auf drei Pfoten" erhielt sie den begehrten DELIA-Literaturpreis.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641156381
    Verlag: Page & Turner
    Größe: 571 kBytes
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Liebe auf drei Pfoten

EINS

Federica lag auf dem Balkon und wartete. Sie wartete, obwohl sie sehr gut wusste, dass es umsonst war: Es würde kein Luftzug wehen, nicht einmal der Hauch eines Luftzugs. Die drei staubigen Palmen in der Mitte des Hinterhofs standen matt und vollkommen reglos in der unbewegten Luft. Obwohl es schon halb eins war, zeigte das Thermometer noch immer unglaubliche 34 Grad Celsius. La grand' afa , die von Marokko kommende, lähmende Schwüle dieses Sommers lag schon seit Tagen wie ein heißes Tuch auf der Stadt und nahm den Menschen die Luft zum Atmen. Und das war erst der Anfang. Die alljährliche Sommerhitze, in der der Herzschlag zum Stillstand kommt, sich das Gehirn anfühlt wie gekochte Calamari und die Glieder schwer wie Blei werden, dauerte immer ziemlich genau drei Monate: von Juni bis Ende August, wo dann meist La burrasca di fin'estate , ein großes Unwetter, offiziell den Sommer beendete.

Doch der Juni hatte gerade erst begonnen.

Unter ihr klapperte das Gebläse der altersschwachen Klimaanlage von Il Piccio , der Trattoria von Pasquale Balducci, der sich, ebenfalls wie jedes Jahr, störrisch und zornig, so als sei die Hitze eine an ihn persönlich gerichtete Beleidigung, geweigert hatte, seine Trattoria wenigstens für ein verlängertes Wochenende zu schließen und mit seiner schwitzenden Familie zu Verwandten in die Berge zu fahren.

Doch nicht nur die Balduccis, auch die meisten anderen Bewohner des Viertels blieben den Sommer über in der Stadt und würden wohl höchstens zu Ferragosto ein, zwei Tage nach Ostia fahren.

Hier im Testaccio, dem alten, vergessenen Viertel rund um den ehemaligen Schlachthof von Rom, war das Geld knapp, und kaum einer konnte es sich leisten zu verreisen. Das Testaccio rühmte sich damit, dasjenige historische Viertel zu sein, das in jeder Hinsicht am weitesten vom heiligen Zentrum der Stadt entfernt lag. Passenderweise verfügte es auch über einen Bastard in seiner Mitte, den illegitimen "achten" Hügel der Stadt, den Monte Testaccio, der nichts anderes als ein antiker Scherbenhaufen war, ein kahler Hügel, entstanden aus den Überresten zu Bruch gegangener Amphoren des alten Roms. Zur Besichtigung gab der Hügel nichts her, und malerische Gassen suchte man rund um den alten Schlachthof mit seinen rechtwinklig angelegten Straßen auch vergeblich, und so hatte das Viertel nie den Kultstatus seiner pittoresken Schwester Trastevere jenseits des Tibers erreicht. Es gab hier keine Sightseeing-Busse, keine Schneekugeln mit Petersdom und kein menu turistico. Stattdessen eine Pyramide voll streunender Katzen und viele Verrückte, Einsame und Gestrandete.

Und jene schmale Straße, die den hochtrabenden Namen Via del Arcangelo trug. Versteckt zwischen alten Häusern, von denen der Putz vergangener Jahrzehnte blätterte, folgte sie im Verborgenen der Biegung des Tibers von der Ponte Sublicio bis zur Ponte Testaccio. Dort, in einem ehemals terrakottarot gestrichenen Haus mit einem kiesbedeckten Innenhof, lag Federica Mazzanti in der schwülen Hitze der Juninacht auf dem Balkon ihrer Dachgeschosswohnung und wartete auf den Schlaf, der nicht kommen wollte.

Sie war keine Römerin von Geburt an, sondern stammte aus einem kleinen Dorf südöstlich der Stadt, wobei jeder, der sie zum ersten Mal sah, geneigt war zu glauben, dass das nur die halbe Wahrheit war. Eine so hellhäutige, zarte junge Frau konnte einfach nicht aus einem Bauerndorf in den Bergen des Latiums stammen. Sie musste angeflogen sein, vom Wind zufällig dorthin geweht wie die Schirmsamen des Löwenzahns, die kilometerweit getragen werden, bevor sie schließlich zu Boden sinken und Wurzeln schlagen. Und vielleicht war das auch so. Denn ihre ganze Familie, ihre Mutter Maria, eine kurzbeinige, energische Person, Salvatore, ihr Vater, überzeugter Kommunist und ehemaliger Postbeamter mit sardischen Vorfahren, und ihre drei Brüder waren allesamt schwarzha

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