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Mach mal halblang, Babe von Schniter, Annette (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.04.2013
  • Verlag: édition el!es
eBook (ePUB)
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Mach mal halblang, Babe

Celines Vorgesetzte ist ungemein attraktiv, aber offensichtlich hetero. Dennoch spielen Celines Hormone bei jeder Begegnung verrückt. Gleichzeitig ist da noch eine Chatbekanntschaft, die Celine auf eine andere Art in ihren Bann zieht. Als die Zeit gekommen ist, endlich die virtuelle Welt zu verlassen, wissen beide, dass nun ganz neue Schwierigkeiten auf sie zukommen werden. Mit den tatsächlich eintretenden Problemen hat jedoch keine gerechnet ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 29.04.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956090233
    Verlag: édition el!es
    Größe: 305 kBytes
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Mach mal halblang, Babe

Der Alltag und andere Gemeinheiten

M eine Nacht war kurz und von Alpträumen geplagt. Als der Wecker mich mit lautem Klingeln aus dem Schlaf riss und ich unter der Bettdecke hervorlugte, wusste ich, dieser Tag versprach nichts Gutes. Es war ein Tag, an dem man am besten im Büro anrief und sich krank meldete, im Bett blieb und in Selbstmitleid zerfloss. Ich hatte tausend Bienchen im Kopf, und meine Glieder fühlten sich an, als hätte ich einen Marathonlauf hinter mir. Es war einfach ein Tag zum Sterben.

Eine gute Fee - war es wirklich eine gute? - klopfte mir mit ihrem Zauberstab auf den Kopf, und unter lautem Gebrummel stand ich Minuten später im Bad. Mein Spiegelbild zeigte mir mehr Falten um den Augen als ich sehen wollte, und es waren an gewöhnlichen Tagen für meinen Geschmack schon mehr als genug. Große, dunkle Ringe umrandeten in schöner Regelmäßigkeit meine Augenpartie, ich sah aus wie ein Uhu.

Nachdem ich mir eiskaltes Wasser ins Gesicht gespritzt hatte und erneut in den Spiegel schaute, wusste ich, es war sinnlos, mir war schlicht und ergreifend nicht mehr zu helfen. Jetzt erntete ich die Früchte der Saat, die das kleine Teufelchen auf meinem Rücken gesät hatte.

Prima, was konnte ich mir mehr wünschen? Ich sah aus wie eine der 'Hexen von Eastwick', und dieser verfluchte Teufel hatte ebenfalls nichts Besseres zu tun, als mir die wildesten Geschichten in mein Hirn zu bohren. Die Buchstaben schossen nur so durch meinen Kopf, die Fs, Ls, Os, X' und Is bildeten nach einem furchtbaren Kampf, den ich leider verlor, das Wort Floxi.

Genau das brauchte ich jetzt. Ich musste hier raus, dann doch lieber zur Arbeit gehen, als mich hier vom Teufel höchstpersönlich fertigmachen zu lassen. Ich musste dringend das Durcheinander in meinem Kopf sortieren, nur wusste ich momentan einfach nicht, wie.

Kurz entschlossen wählte ich eine schwarze Jeans und eine hellblaue Bluse zum meinem heutigen Arbeitsdress. Ich fühlte mich zwar nicht erheblich besser, aber nackt auf der Arbeit zu erscheinen, schien mir dann doch etwas zu heftig. Diesen Anblick wollte ich meinen Arbeitskolleginnen und -kollegen ersparen, auch wenn es mit Sicherheit für Gesprächsstoff gesorgt hätte. Doch auf diese Art von Aufmerksamkeit konnte ich getrost verzichten.

Der Stau auf dem Weg ins Büro gab mir gleich noch den Rest, und ich ärgerte mich, nicht doch zuhause geblieben zu sein. Hatte denn heute jeder seinen Führerschein im Lotto gewonnen? Alles hirnverbrannte, durchgedrehte Menschen, die sich von allen Seiten reindrängelten und permanent die Vorfahrt missachteten. Die Ampeln, die jedesmal, wenn ich Gas geben wollte, auf Rot schalteten, rundeten meinen Weg ins Büro ab.

Zum Glück musste ich nicht noch lange einen Parkplatz suchen, der wurde mir netterweise vom Geschäft zur Verfügung gestellt. Hätte ich diesen Stress auch noch gehabt, hätte ich mit Sicherheit vollends die Beherrschung verloren.

Möglichst unerkannt versuchte ich in mein Büro zu schlüpfen, scheiterte jedoch bereits an der Eingangstür kläglich.

"Guten Morgen, Celine", begrüßte mich Michael Hartner, den ich schon an normalen Tagen kaum ertragen konnte.

Ich nickte, murmelte ein knappes "Morgen" und verschwand schnurstracks in meinem Büro.

Dort lauerte bereits die nächste Prüfung auf mich.

"Hey, morgen Celine, na wie geht's?", strahlte mir Barbara entgegen. Es war mir ein Rätsel, wie gutgelaunt mache Menschen morgens sein konnten.

"Morgen, Babs." Hier musste ich zwangsläufig etwas freundlicher sein, schließlich war Babs meine Büronachbarin, und ich mochte sie eigentlich sehr. "Ging mir schon besser . . ."

"Schlecht geschlafen?"

Kannst du mich nicht einfach in Ruhe lassen? Nach fröhlichem Frage- und Antwortspiel stand mir nun wirklich nicht der Sinn.

"Ja, das auch", erwiderte ich kurz. "Ich brauche dringend einen Kaffee."

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