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Manhattan tender zärtliche New York Geschichten von Paxmann, Christine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.05.2014
  • Verlag: CINDIGObook
eBook (ePUB)
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Manhattan tender

Vorsicht!!! Diese Anthologie könnte zum Kauf eines Flugtickets verführen. Seit Jahrzehnten wächst sie kontinuierlich, die Liebesbeziehung zwischen deutschsprachigen Schriftstellerinnen und dem Big Apple. In der Anthologie Manhattan Tender blühen die Geschichten auf vielerlei Weise: Sehnsuchtsvoll, dramatisch, nostalgisch und humorvoll. So wird in Einstein sonnt sich von Christine Paxmann der berühmte Washington Square Park durch die Augen einer Hundeliebhaberin gesehen. Das East Village der 80er Jahre verzaubert mit einem Geist aus der Vergangenheit in Das kirschrote Kleid von Nicole Joens, und Midtown wird als heiße Romanze in Szene gesetzt. Der sehnsuchtsvolle Blick aus einer WG in Brooklyn auf die Twin Towers ist eine charmante Abrechnung mit der Illusion der perfekten Liebe, und die Begegnung mit dem legendären weiblichen Sex-Guru Dr. Ruth kitzelt den Lachmuskel... Hier regiert die Vielfalt. Doch ist eine gewisse Vorsicht geboten. Schon bei der Arbeit an dieser kurzweiligen Anthologie über einen der größten Sehnsuchtsorte der Welt, war die Verführung groß. Warum nicht gleich ein Ticket reservieren? Nicole Joens (Hg.) lebte in den 80er Jahren sieben Jahre lang in Manhattan. Neben ihrem Film- und Kunststudium und einer Ausbildung zu Cutterin, betrieb sie mit zwei Freunden aus München eine Bar im East Village.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 01.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783944251226
    Verlag: CINDIGObook
    Größe: 3448 kBytes
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Manhattan tender

Sturmflut

nicole joens

" Wie jetzt? Du brauchst sofort und auf der Stelle einen Mann für unverbindlichen Sex? Und das, um dich zu rächen? Das ist nicht dein Ernst, oder? Nicht bei dieser Affenhitze ..."

Die Münchnerin Valerie fragte mit gespieltem Entsetzen, denn natürlich war es Kelas Ernst. Genau so war die Züricher Freundin jetzt meistens drauf. Sie lebten zusammen in ihrer exklusiven Wohngemeinschaft, in deren drittem Zimmer einmal im Monat noch ein Verwandter von Kela aus der Schweiz übernachtete. Meistens waren die beiden Frauen alleine. Kelas hormonellen Wahnsinn ertrug Valerie nun bereits seit gut drei Monaten, seit die Freundin wieder auf der Suche nach einem neuen Partner war. Sie wussten es beide – Kela konnte nicht ohne Männer. Für diese Charakterschwäche durfte Valerie ihre Freundin schon ein klein wenig quälen, wie sie fand, vor allem bei den mörderischen Temperaturen von 33 Grad in diesem verdammten Kleiderbunker ohne Klimaanlage.

"Bitch!"

"Bitch, bitch oder nur bitch ?"

Es war üblich in ihrer dreijährigen Freundschaft, die inzwischen allerlei Scherze vertrug, dass man offen über diese ständig wunde Männersache redete und dabei kein Blatt vor den Mund nahm. A bitch in heat . Eine läufige Hündin. Kela konnte nicht widersprechen, nur wurde ihr Frust dadurch auch nicht besser.

Dieser Sommer in Manhattan war die Hölle. Beide konnten sie nicht weg, weil sie sich versprochen hatten, die gemeinsame Wohnkasse aufzubessern. Es musste sein. Ihr Straflager war der stickige Kostümfundus der Metropolitan Opera in Manhattan. Manchmal erreichte das Thermometer sogar vierzig Grand im Schatten. Heute zum Glück noch nicht. Aber vier ganze Wochen eines gemeinsamen Sommerjobs in einem fensterlosen Untergeschoss bei ausgefallener Klimaanlage und endlos zäh zerrinnenden Minuten konnten auch die beste Freundschaft auf eine empfindliche Probe stellen. Valerie zählte auf.

"Jetzt haben wir heute bald schon alles durch: Den Rache-Sex, den Selbstbestätigungs-Sex, ein wenig Versöhnungs-Sex, den potenziellen Verzweiflungs-Sex gegen Bezahlung ... der auch ein Experiment sein könnte! In was genau? Erniedrigung?"

"Hör auf!"

Kela spielte die Beleidigte. Es folgte Schweigen. Einige Minuten lang waren sie nur zwei schwitzende, wühlende Frauen inmitten eines riesigen Haufens von zerrissenen, verschlissenen und teilweise völlig unbrauchbar gewordenen Theaterkostümen. Die größere blonde Valerie aus München zog einen endlos scheinenden königsblauen Samtumhang hervor, der einen Riss hatte. Sie wandte sich der zierlichen Kela mit den roten Haaren zu.

"Hast du mal blaue Nähseide?"

"Faden gegen schmutzige Männerphantasien?"

Kela grinste, aber Valerie ging nicht auf sie ein. In dieser Neonbrutstätte für aggressive Verzweiflung wollte sie sich nicht unbedingt weiter dem Thema Männer widmen und versuchte, über ihren Ausflug an den Strand zu reden. Sie hatte es bereits beim Frühstück vorgeschlagen. Raus aus dem brodelnden Manhattan, ein Auto mieten und ein Wochenende bei Freunden in den Hamptons verbringen.

"Wird Michael dort sein? Ich habe gehört, dass er zurzeit ebenfalls Notstand hat ... Er soll ziemlich gut küssen!"

Schon ging es wieder los. Kela kam von Hölzchen auf Stöckchen oder besser gesagt von Fellatio auf Cunnilingus und wieder zurück. Valerie fand, dass es definitiv reichte. Sie wusste nur ganz einfach nicht, wie sie den Sex-Knopf bei der Freundin ausschalten konnte. Sie

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