text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Mansfield Park Roman von Austen, Jane (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.04.2017
  • Verlag: Insel Verlag
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Mansfield Park

Sie verfügen über Eigenschaften, die ich in diesem Maß einem menschlichen Wesen vorher nie zugetraut hätte. Sie haben etwas von einem Engel. Ein frischer Wind weht durch den Herrensitz Mansfield Park, seit Fanny, aus einfachen Verhältnissen stammend, dort von ihrer reichen Tante aufgenommen wurde. Durch ihren offensichtlichen Mangel an "feiner Bildung" ist sie immer wieder dem Hohn und Spott ihrer Altersgenossen ausgesetzt. Einzig in ihrem Cousin Edmund findet sie einen Freund, der sie für ihre Charakterstärke, ihre Courage und ihre unverstellte Art bewundert. Doch als er beginnt, sich für eine andere Frau - noch dazu aus besseren Kreisen - zu interessieren, scheint deren zarte Bande auf eine harte Probe gestellt ...
"Man fühlt mit den Figuren, die auf den Seiten von Jane Austens Büchern leben, so intensiv mit, als wären sie real." Esther Freud Jane Austen wurde am 16. Dezember 1775 in Steventon, Hampshire, als Tochter des Pfarrers George Austen geboren. Dank der umfangreichen Bibliothek ihres Vaters fand sie früh Zugang zur Literatur und begann bereits im Alter von zwölf Jahren mit dem Schreiben. 1801 zog die Familie in den Kurort Bath, den Austen später häufig zum Schauplatz ihrer Romane machte. Der Tod des Vaters zwang die Familie 1805 zum erneuten Ortswechsel. Zusammen mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern zog die junge Jane Austen zunächst nach Southhampton, vier Jahre später dann in das Landhaus eines wohlhabenden Onkels. Sein Anwesen in Chawton, Hampshire, sollte bis kurz vor ihrem Tod (1817) die Heimat der Schriftstellerin bleiben. Sie widmete sich fortan dem Schreiben und veröffentlicht 1811 den Roman Sense and Sensibility (Verstand und Gefühl), gefolgt von Pride and Prejudice (Stolz und Vorurteil, 1813), Mansfield Park (1814) und Emma (1816). Die Werke erschienen anonym und auf ihr eigenes finanzielles Risiko. Als Autorenangabe fand sich darin nur der Hinweis: "By a Lady". Den bis heute währenden großen Erfolg ihrer Werke erlebte Jane Austen nicht lange. Am 18. Juli 1817 verstarb sie nach kurzer, schwerer Krankheit in Winchester.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 566
    Erscheinungsdatum: 10.04.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783458754039
    Verlag: Insel Verlag
    Serie: insel taschenbuch 4569
    Originaltitel: Mansfield Park
    Größe: 2381 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Mansfield Park

Zweites Kapitel

Das kleine Mädchen brachte die lange Reise wohlbehalten hinter sich und wurde in Northampton von Mrs. Norris abgeholt, die sich auf diese Weise der Ehre erfreute, sie als erste willkommen zu heißen, und die bedeutsame Aufgabe, sie zu den anderen zu bringen und deren Wohlwollen zu empfehlen, weidlich genoß.

Fanny Price war damals gerade zehn Jahre alt, und wenn auch ihre äußere Erscheinung auf den ersten Blick nicht besonders anziehend sein mochte, so hatte sie doch zumindest nichts an sich, was ihre Verwandten abgestoßen hätte. Sie war klein für ihr Alter ohne jene für dieses Alter typische frische Gesichtsfarbe, und auch sonst fehlte es ihr an irgendwie auffallenden Schönheitsmerkmalen; sie war über alle Maßen ängstlich und scheu und schreckte vor jeder Art von Aufmerksamkeit zurück, die man ihr widmete; doch ihr Auftreten, wenn auch etwas unbeholfen, hatte nichts Ungehobeltes; ihre Stimme war sanft, und beim Sprechen wirkte ihr Gesicht hübsch. Sir Thomas und Lady Bertram nahmen sie sehr freundlich auf, und da Sir Thomas sah, wie sehr sie Ermunterung brauchte, bemühte er sich, ganz besonders entgegenkommend zu sein; aber dabei hatte er gegen sein steifes, würdevolles Gebaren anzukämpfen - und so wurde Lady Bertram, ohne sich auch nur halb soviel Mühe zu geben und indem sie nur ein Wort sprach, wo er zehn verlor, allein dank ihres gutmütigen Lächelns sogleich die weniger furchteinflößende Persönlichkeit von beiden.

Die jungen Leute waren alle zu Hause und trugen ihren Teil zu der Vorstellungszeremonie bestens bei, mit viel guter Laune und ohne jede Verlegenheit, zumindest was die Söhne betraf, die sechzehn und siebzehn Jahre alt und groß für ihr Alter waren und ihrer kleinen Cousine schon wie erwachsene Männer vorkamen. Die beiden Mädchen zeigten sich weniger unbefangen, weil sie jünger waren und mehr Respekt vor ihrem Vater hatten, der sich ungeschickterweise bei dieser Gelegenheit besonders mit ihnen beschäftigte. Aber sie waren zu sehr an gesellschaftlichen Umgang und Lob gewöhnt, als daß sie etwas wie natürliche Schüchternheit an sich gehabt hätten, und da ihr Selbstvertrauen wuchs angesichts der Tatsache, daß ihre Cousine gar keins hatte, waren sie bald imstande, mit unbekümmerter Gleichgültigkeit deren Gesicht und Sommerkleid einer eingehenden Musterung zu unterziehen.

Die Bertrams waren eine bemerkenswert elegante Familie, die Söhne sahen ausgesprochen gut aus, die Mädchen waren ganz eindeutig hübsch, und alle waren sie gutgewachsen und für ihr Alter gut entwickelt, woraus sich ein ebenso auffallender Unterschied in der äußeren Erscheinung der Cousinen ergab, wie ihn die unterschiedliche Erziehung in ihrem Auftreten bewirkt hatte; und niemand wäre auf die Idee gekommen, daß die Mädchen in Wirklichkeit fast gleichaltrig waren. Tatsächlich lagen zwischen der Jüngsten und Fanny lediglich zwei Jahre. Julia Bertram war erst zwölf und Maria nur ein Jahr älter. Der kleine Gast fühlte sich währenddessen todunglücklich. Da sie vor allen Anwesenden Angst hatte, sich ihrer selbst schämte und sich nach ihrem Zuhause zurücksehnte, das sie gerade verlassen hatte, wußte sie gar nicht, wo sie hinschauen sollte, und brachte kaum ein vernehmliches Wort heraus, ohne zu weinen. Auf dem gesamten Weg von Northampton nach Mansfield hatte Mrs. Norris auf sie eingeredet, was für ein Glückspilz sie sei und wie außerordentlich dankbar und wohlerzogen sie sich billigerweise deswegen erweisen müsse, und so fühlte sie sich noch unglücklicher bei dem Gedanken, wie schändlich es von ihr sei, daß sie unglücklich war. Auch die Müdigkeit nach einer so langen Reise machte ihr bald schlimm zu schaffen. Vergeblich waren die Gesten gutgemeinter Leutseligkeit von seiten Sir Thomas' und all die eilfertigen Prophezeiungen Mrs. Norris', sie werde gewiß ein artiges Mädchen sein; vergeblich lächelte Lady Bertram sie an und ließ sie neben sich und dem Mops auf dem So

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen